523 Ramsch
Rank 524
namentlich im Part. ramponiert. 1834 bei Petri, aber sicher älter, da auch dän. ramponere, schwed. ramponera«beschädigen». Ein nd. Seeausdruck, 1795 bei Röding ramponiertes Schiff. Aus frz. ramponner, ital. rampognare, abgel. von rampone cHaken», also eig.«mit Haken bearbeiten». Doch ist diese Bed. im Rom. nicht mehr vorhanden.
Ramsch, m.(-es, Pl.-e): alte verlegne, billig verkaufte Ware. Norddeutsch. 1663 bei Schottel Ramp m. Menge bunt zusammen- gewürfelter Sachen⸗, im Rampe verkaufen zin Bausch u. Bogen», ebenso schon mnd. im rampe, wie rampen«in Bausch u. Bogen kaufen⸗, jetzt im R. Durch Mischung mit frz. ramas m.«gesammelter Haufe, zusammen- getragner Vorrat»(so 1736 bei Nehring) ein- gebürgert im 18. Jh. als Rams, Ramsch, auch als Name eines Kartenspiels.
Rand, m.(-els, Pl. Ränder): Grenze od. Ende einer Fläche; erhöhtes Ufer des Meeres usw.(bei Luther). Mhd. rant m.(Pl.-de u. rende)«Schild, Schildrand», dann Ein- fassung, Rand», ahd. rant m.«Schildbuckel, Schild»; dazu and. rand m.«Schild, Schild- buckel, ndl. rand m.«Kante», ags. rand, rond m.«Schildbuckel, Schilds, anord. rönd f. cRand, Streifen, Schildy. Aus dem Germ. entl. span. randa, port. renda«Kante, Spitze an Kleidern». Im Ablaut zu Rinde(s. d.) stehend, norw. mundartl. rinde«Landrücken, Bergrücken, Bank». Dazu ohne dental ags. rima, reoma m.«Kante, Rand, Küste, engl. rim, anord. rimi m. Landrückens. Gleichen Stammes ist Ranft(s. d.). RA. zu Rande kommen: zu Ende(Lessing 12, 16), urspr. 1562 bei Mathesius Sar. 16²2 zu Randt und Landt wider kommen. Das versteht sich am Rande: ohne eine Randbemerkung, von selbst (bei Adelung 1777). Aus(außer) Rand und Band: aus Einfassung(Reifen) u. Fuge, im 19. Jh. aus der Böttchersprache, urspr. vom Fasse. 4L. rändern, v.: mit Rändern versehen, 1777 bei Adelung.
Randäl, m.(-S, Pl.-e): Lärm. 1831 stu- dentisch, nach Skandal gebildet aus schles. Rant m. Lärm»(1734 bei Steinbach), bayr.- öst. Rant«lürmender Spaß»(Schmeller), Rand «Possen»(1792 b. Klein Provinzialwbch. 2, 80). 4BL. randalieren, v.: lärmen.
Ranft, m.(-Lels, Pl. Ränfte): umschließen- der Rand, Kantenstück von Brot od. Kuchen. Obd.-hess.-mhd. ranft, ramft m.«Schildrand, Rand, Einfassung, Brotrinde, ahd. ramft,
rampht m.«Rand. Gleichen Stammes wie Rand(s. d.). Lautentwicklung wie in(An)kunft.
1Rang, m.(-Lels, Pl. Ränge): Reihe, Reihen- folge; Stufe im bürgerlichen usw. Leben; vor- zügliche Stellung darin. Im 17. Jh., zunächst in der Soldatensprache des 30 jährigen Kriegs entl. aus glbd. frz. rang m.(nach Stieler 1691 durch deutsche Affen, die sich mit dem Reich- tum ihrer Muttersprache nicht begnügen), wo- her auch ndl. rang m., engl. rank, ital. rango m. Das frz. Wort aber ist aus andfrk. ring, ahd. mring m. Kreis»(s. Eing) hervorgegangen.
²Rang, m. in Einem den Rang ablaufen: ihm zuvorkommen, einen Vorzug, Vorteil vor ihm erlangen. 1542 bei Schade Sat. 1, 57, 92. Eig.«einem im Wettlaufe od. dem verfolgten Wild auf der Jagd durch Geradelaufen die Krümme od. Biegung des Wegs abgewinnen», denn Rang steht hier für Rank(s. d.), 1582 im Garg. 424 den Ranck abl.(noch bayr.), mhd. den ranc abnemen(Laber Jagd 324).
Range,(öst. nur) m.(-n, Pl.-n) u. f. (Pl.-n): hoch aufgeschoßner junger Mensch; lose, wilde Person. Um 1500 im Alsfelder Passionsspiel 6388 der Pl. rangen«böse Buben, bei Luther als Scheltwort Rangen und Sewwe, die Sauo und Rang, Seworangen, eig. mnd. u. altermd. range f.«laufende Saus, von mhd. rangen sich hin u. her umwenden, ringen»⸗ (s. d.), noch schweiz. range«sich drehien, wen- dens, mnd. rangen, wrangen sich winden, ringen»(in Hinsicht auf das Sichhinundher- wenden des Mutterschweins in seiner Be- gattungszeit) zu ringen; dann ein seinem Ur- sprung nach verdunkeltes Schimpfwort, 1663 bei Schottel als Mask.
rangieren(spr. rqεν‿), v.: reihen, ordnen, jetzt namentlich im Eisenbahnwesen. 1703 bei Wächtler. Aus glbd. frz. ranger, von frz. rang w.(s. Rang).
rangig, adj.: habgierig(Goethe 19, 52). Nass.(Kehrein 1, 322). Von mhd. rangenaringen, sich drehen, mit Begierde streben⸗, s. Range.
Rank, m.(nur noch im Pl. Ränlce): ver- steckter böser Anschlag. Bei Luther der Pl. Rencke, 1535 bei G. Binder Acolastus V. 1655 ranck m. Anschlag»; aber mhd. ranc m. (Pl. im 15. Jh. rencke)«schnelle Wendung, windende Bewegung», im 16. u. 17. Jh.«Bie- gung, Krümme», noch bayr.-schweiz. Rank m. cKrümmung des Weges» usw.; dazu ndl. 1598 b. Kilian rancke u. ags. wrenc m.«Krümmung, listiger Anschlag», engl. wrench«Verrenkungy. Gleichen Stammes wie ringen, renken, Range


