Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
519-520
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519 Rahm

Rain 520

(zuerst«Stange), dän. raa, schwed. f. Dazu mit grammat. Wechsel schwed. mundartl. raga clanger schmaler Wurzelschößling» u. mit Ab- laut norw. raaga dünne Stanges. Urverw. mit lit. réklés f. Pl. ⸗Stangengerüsty. Anders Zupitza 136. lRahm, m.(-s): fetter Abhub der Milch. 1482 im Voc. theut. aa3b rame, vb milichram, bei Opitz u. Gryphius Rom, mit mundartlicher Färbung des Vokals(öst.-bayr. räm, ostmd. rãm, rõm, holst. rõôm) aus mhd.(milch)roum m., im 15. Jh. rauν(e), im Simpl. 2, 568, 2 Klr. Raumen m., noch schmalkald. raum; dazu 1477 clev. rome, mnd. rôme, ndl. 1598 bei Kilian room, ags. réeam(noch schott. ream), isl. rjömi m. Urverw. mit awest. raoyna- n.«Buttery, npers. röyan ausgelassene Butter». 2Rahm, m.(-s): Ruß, Schmutzkruste. Noch schweiz.-bayr.-schles. Mhd. räm(Pl. ræme), ab- geschwächt rän m. sich ansetzender Schmutzn, bes. am u. vom Metall der Rüstung, ahd. in rãmac«schwarzy(mhd. rämic crußig»). Noch in Eisenrahm m. Eisenglimmer, ein graues schuppiges Eisenerz». Nicht verwandt mit 1Rahm. Viell. zu lat. cremãre«verbrennen. Rahmen, m.(-s, Pl. wie Sg.): Stangen- gestell, z. B. zum Ausspannen von Tuch usw.; Einfassung, z. B. eines Fensters(1434 in Städte- chron. 13, 123, 26, Köln), Bildes(1654 b. Logau 2, 21, 72) usw. Mhd. ram(e) f.«Kreuzessäule, Stütze, Holzgestell zum Ausspannen u. Trock- nen von Tuch, zum Bortenwirken, Weben, Nähen, Stricken», md. selten rame m. cein- fassendes Gestell», ahd. rama f.«Säule, Stütze, Spanngestell beim Weben⸗. 1663 b. Schottel Rahme m., 1664 bei Duez Rahm u. Rahmen m. Letztre Form hat sich seit Adelung u. Campe festgesetzt; obd. u. thür. gilt noch das F., bayr. ram, alem. rame f., schles. 1734 b. Stein- bach Rähme f., schon im 14. Jh. md. reme m. f. «Martersäule,-gestell»; bisweilen auch im Pl. Rähme, bes. mitteld.(Logau a. a. O.); dazu and. rama f.«Foltergerät», mnd. rame m. Ein- fassung, Trockengestell, ndl. 1598 raem, nndl. raam m. Dazu viell. got. hramjan«kreuzigen?, eig.«an die Kreuzessäule heften»(dies zu gr. xpehdvvum«ich hänge aufs, xpéuauoh ich hange, schwebe»). Urverw. scheint abg. roma f. «Rand. Doch ist das anlautende R nicht ge- sichert, u. Falk-Torp unter ramme vergleichen lit. rémas m. cRahmeny, das aber entlehnt ist. rahn, adj.: dünn, schlank(Maler Müller 1, 288). Mhd. ran, im 16. u. 17. Jh. rahn, noch obd., hess., pfälz., im Westerwald; dazu

mnd. rank(s. rank). 4B L. Rahne, f.(Pl.-n): rote Rübe von langer Form. Im Simpl. 3, 138(1713). Noch südd.

Raigras, n.: die Pflanze lolium perenne. 1777 b. Adelung; dazu engl. raygrass, schwed.- dän. raigräs. Alle entl. aus ndl. raai(ostfrs. räjen), das mit d. Rade(s. d.) eins ist. Vgl. Zfd W. 3, 273.

Raimund, Mannsname. Ahd. Raginmund, Reginmunt, gekürzt Ragi-, Regimund, Rai-, Reimund. Zgs. aus got. ragin n. Rat, Be- schlußy u. Mund f.(s. d. ²).

Rain, m.(dlels, Pl.-e): begrenzende Boden- erhöhung, Grasstreifen zwischen zwei Ackern; sich lang hinziehender schmaler Bergabhang (1541 bei Frisius 1722). Mhd. rein m., südd. seit dem 13. u. 14. Jh. rain«abhängiger Rand od. erhabner Grasstreifen als Ackergrenze, Boden-, Uferhang, Damm», ahd. nur in Zss. rein(i)-; dazu(entl. mnd. rein), md. ren m. Grenze, Ackergrenzstreifen», ndl. 1598 reen, reyn m., anord. rein f.«grasbewachsner Erd- streifen als Grenze zwischen Ackern', schwed.- dän. ren«Ackerscheidev. Dazu bret. reün, rün Hügel», ir. roen«Weg, Durchbruch». Aus dem Germ. entl. frz. rain m. Grenzey. 4L. rainen, v. trans.: mit Rainen abgrenzen, tirol.- hess. Bes. in der RA. rainen und steinen«wohl umgrenzem. ZUS. Rainblume, f.: die Pflanze gnaphalium stoechas, 1741 bei Frisch Rain- Blümlein, fälschlich auf Rain bezogen, denn 1546 b. Bock 125 b Rheinblame, 1485 mainzisch rynblumèe(Diefenb. nov. gl. 348²), im 15. Jh. bei Mynsinger 94 Reinplaome, urspr. wohl«die auf den dürren Sandflächen am Rhein(bes. zwischen Worms u. Speier sowie im Elsaß) wachsende Blume,» mit goldgelber, beim Rei- ben angenehm riechender Blüte. Rainfarn, m.(-S: die Pflanze tanacetum vulgare, 1505 in der Straßburger Gemma B 3 rey-nvarn, nd. im 15. Jh. reyn(e)var, reinfarn(Diefenbach gl. 572 u. 33 b), ndrhein. 1420 reynevaer, wegen der Ahnlichkeit der Blätter mit denen des Farnkrautes umgebildet aus mhd. rein(e)vane, ahd. reinfano m., d. i.«Grenzfahne, die auf dem Rain wachsende, ihres hohen, oben dolden- artigen Wuchses wegen als Grenzzeichen an- gesehne Stengelpflanze. Rainkohl, m.: die Pflanze lapsana communis, auf Rainen heimisch, 1716 bei Ludwig Reinkohl, 1561 bei Cordus Reinkõl. Rainschwalbe, f.: Uferschwalbe, die in Löchern an Bach- u. Flußufern nistet, 1741 bei Frisch, bei Ludwig 1716 u. Krämer 1678 Reinschwalbe, aber bei Duez 1664 Rhein-