Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
517-518
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517 Rademacher

Rahe 518

stehts(rüdlen machen cals militärische Ubung» Aventin 4, 432, 16 L., das Rädlin füren Franck Chron. 1531 Bl. 422 ², das Rädle und Regiment führen Fronsperger Kgsb. 1, 79²), eig. ckleines Rad», mhd. redel(ẽn) n. Vielleicht mit An- knüpfung an älternhd. Rädel, Radel n., mlat. im 13. Jh. rota f.«Reihen, Tanzlied, bei dem ein Chorführer voranschritt(vgl. engl. ring- leader«Reigenführer, Rädelsführer»).

Rademacher, s. Rad. Raden, s. Rade.

Räder, m.: Sieb, s. Rätter. rädern, s. Rad.

radieren, v.: auskratzen; mit der Radier- nadel reißen u. dann ätzen(als Kupferstecher- wort 1712 b. Hübner). In der 1. Bed. im 15. Jh. (Reichsordn. 82 b vom J. 1512) als Schreiber- wort entl. aus lat. rãdére aschaben, ab-, aus- kratzen». ZUS. Radiermesser, n., 1482 im Voc. theut. aa. Radiernadel, f., 1741 bei Frisch.

Radies, m.(-es, Pl.-e), gew. im Dim. Radies-chen, n.(-S, Pl. wie Sg.): der kleine, nicht scharfe Monatsrettich. 1687 b. Hohberg 1, 629 b u. 1716 bei Ludwig Radis, 1711 bei Rädlein Radisgen, ndl. 1598 bei Kilian radijs, aus glbd. frz. radis m.(16. Jh. in Nordfrank- reich), von lat. rãdiæ f.(Gen.-cis)«Wurzel».

radikäl, adj.: von der Wurzel oder von Grund aus, gründlich, eingewurzelt. 1728 bei Sperander, aus dem mlat. Adj. radicalis, frz. radical, von lat. rãdiæ f.«Wurzel. Radi- kalismus, m.: rücksichtslos, bis zum Außer- sten gehende politische, religiöse, wissenschaft- liche Richtung.

Radium, n.(-s): ein vom Ehepaar Curie in Paris neu entdecktes Element.

Radius, m.(Gen. wie Nom., Pl.-dien): Strahl, Halbmesser. Aus lat. radius m.«Stab, Stecken» u. dann«Halbmesser». In der Mathe- matik heimisch.

Radotge(spr.-a⁷⁹), f.(Pl.-n): leeres Geschwätz, Faselei. Aus glbd. frz. radotage m. radotieren, v.: faseln. Aus glbd. frz. radoter, das aus dem Germ. stammen soll. Beide im 18. Jh.(vgl. Zfd W. 8, 90).

Radscha, m.(-, Pl.-s): indischer Fürst. Das aind.*ã m.«König', urverw. mit lat. reæ, ir. ri m.«Königꝰ, s. Reich. 1710 bei Nehring.

Raffel, f.: Klapper(schweiz.); Klapper- maul, geschwätziges zänkisches Weib(obd.); Werkzeug zum Raffen(1741 b. Prisch). Spät- mhd. raffel«Getöse, Lärm. Von raffeln, v.: rasch zusammenraffen; klappern; schwatzen, schelten. In der 1. Bed. mhd. im 13. Jh. ravelen, raflen; in der 2. Bed. 1508 in der Straßburger

Gemma X 2 b raffelen, daher schweiz. u. danach b. Goethe 16, 62 räffeln cheimlich schwatzen, flästern, rauneny. In der 3. Bed.(Luther Apostelg. 28, 3) Intensivum zu raffen(s. d.). Vgl. die nd. Formen rabbeln u. rappeln.

raffen, v.: geschwind ergreifend fort- u. an sich nehmen. Mhd. raffen(auch craufen), mnd. rapen, mndl. raepen; dazu anord. hrapa «stürzen, niederfallen, eilfertig sein, beeilen?, engl. rap«raffen» u. das mnd. Adj. rapp ceilig, schnell, geschwind», schwed. rapp, dän. rap cschnell, hurtig». Vgl. rapsen. Aus dem Germ. entl. frz. rafler, afrz. raffer«wegraffenꝰ(daher engl. raff«wegraffen»), ital. arrafftlare«mit Gewalt reißen».

Raffinäde, f.(Pl.-n): feinster weißer Zucker, Hutzucker. Aus glbd. frz. raffinade f. 1791 bei Roth. raffinieren, v.: läutern, ver- feinern(1712 b. Hübner); auf etw. raffinieren: darauf fein u. listig sinnen, worüber grübeln (Schiller Räuber 1, 2). Aus frz. raffiner in beiden Bed., ital. raffinare«läutern», gebildet aus lat. re-«wieders, ad zu» u. einer Abl. von frz. fin, ital. fino«fein». Das Part. Prät. raffiniert: geläutert, dann fein listig, ver- schmitzt, durchtrieben(1703 bei Wächtler u. im Zeit.-Lex.), nach glbd. frz. raffiné.

Raffzahn, m.: Schneidezahn. Bei Goethe Faust 80238. Mhd. reffzan m.

Rage(spr. raze) f.: Wut. Aus glbd. frz. rage. 1728 bei Sperander.

ragen, v.: hervorstehen. Mhd. ragen starr, hervorstehen» neben starkem regen(Prät. rac) cemporragen», ahd. hragen nach Weigand in dem Part. Prät. pirakét, pihrogét«schimmlig, gleichsam überall hervorgestanden, mit her- vorstehenden Pilzen bedeckt»(ahd. Gl. 1, 62, 23), was zweifelhaft ist; dazu ags. ofer-hragian cüberragen». Von Zupitza 122 zu gr. xpccar f. ZLinnenꝰ», poln. Krokoa«Dachsparren» gestellt. Gleichen Stammes wie das Adj. rack(s. d.) u. älternhd. rähe, räch, mhd. rœhe starr, steifs.

Ragöut(Spr. ragt), n.(*s, Pl.-s): ein aus Fleischstücken usw. mit würziger Brühe be- reitetes Gericht, dann Mischgericht, Misch- masch. 1715 b. Amaranthes; 1650 b. Moscherosch Phil. 2, 107 Ragoust, aus glbd. frz. ragoht m., älter ragoust, von frz. ragoter«den Appetit reizen», gebildet aus lat. re-«wieder?, ad zu? u. gustäre«kosten, schmecken, genießen.

Rahe, f.(Pl.-n): Segelstange. Mhd. rahe f. «Stange, Segelstangen(noch bayr. Rache f. Querstange eines Floßes»), 1716 bei Ludwig Raa f.; dazu mnd., nnd.-ndl. raa, anord.

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