Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
487-488
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487 pseudonym

Puder 488

magen der wiederkäuenden Tiere(nach den Blättern des Psalters, 1683 b. Widerhold, frz. psautier). Mhd.(p)salter, ahd. psalteri, saltari m., aus lat. psaltérium n. charfenähnl. Tonwerk- zeug;(kirchl.) das biblische Psalmbuch von gr. uXépiov n. in 1. Bed.(zu usd Merv, s. Psalm). pseudonym, adj.: unter falschem ange- nommnen Namen auftretend. 1727 bei Spe- rander der Pseudonymus. Das glbd. gr. peudd- vuuoc, zgs. mit uevdo-erlogen, falsch» u. einer Abl. von 6vouo n. Namey. Dazu Pseudo- nym, n.: falscher, angenommner Name.

Psittich, s. Sittich.

pst! dasselbe was bst(s. d.).

Psyche, f.(Pl.-n): Seele. Das glbd. gr. wöxmf. Dazu Psychiäter, m.(s, Pl. wie Sg.): Irrenarzt. Zgs. aus gr. Wuxn(s. o.) u. icrpôc m. Arzty. 1834 b. Petri. Dazu Psychiatrie, f.: Seelenheilkunde. A. a. 0O. Ppsychisch, adj.: seelisch. Nach gr. woxixéc adj.«zur Seele ge- hörig». 1813 bei Campe. Psycholõg(e), m. (-eln, Pl. eln): Seelenkenner, Untersucher des Seelenlebens. 1813 bei Campe. Von dem folgenden gebildet. Psychologie, f.: Lehre von der Seele. 1791 b. Roth. Nach frz. psyho- logie, 2gs. mit gr. ²uxn(s. o.) u. einer Abl. von Aéroc m. Rede». Davon Ppsycholégisch, adj., 1801 bei Campe.

publik, adj.: öffentlich, offenkundig. Das frz. public von lat. puüblicus cöffentlich». 1703 bei Wächtler. Publikatiön, f.(Pl.-en): öffentliche Bekanntmachung. 1557 bei Slei- danus 46 b u. 1536 in den Ordn. 153 b. Aus glbd. frz. publication f. von lat. paüblicãtio f. zu pa- blicus. Publikum, n.(-s, ohne Pl.): Zu- hörer-, Zuschauer-, Lesewelt, die Leute, bunte Menge(Goethe), Offentlichkeit. 1727 bei Spe- rander, wird um die Mitte des 18. Jh.(von Berlin aus?) geläufig. Vgl. noch Zfd W. 8, 90. Nach mlat. publicun(nämlich walgus) n.«ge- mein Volk» bei Diefenb. gl. 470° u. unter Ein- wirkung des frz. public m. publizieren, v.: veröffentlichen. 1474 bei Janssen 2, 320. Aus glbd. lat. päblicãre von Publicus(s. o.). Publizist, m.(-en, Pl.-en): Kenner des öffent- lichen Rechts(lat. ius publicum). 1694 b. Neh- ring. Nach nlat. publicista m. Publizität, f., Schlagwort vom Ende des 18. Jh., jetzt ver- altet. Vgl. Ladendorf u. Zfd W. 9, 290.

Puck, m.: schelmisch neckender Nacht- geist. Bei Goethe Faust 4235 u. ö., bei Voß u. Matthison aber Pux. Aus dem engl. puck (vgl. Shakespeare Sommernacht. 2, 1).

Puckel, s. ²Buckel.

pucken, v., nd. Form für hochd. pachen, pochen. Nordd.«vom Blut od. Eiter, der in einem Geschwüre packt». 1809 bei Campe. Puddel- in Puddelofen, m.: Stahlberei- tungsofen, ist das engl. puddle, eig. cumrührem, dann«Roheisen geschmeidig machen»; dazu älterndl. poderen, pöderen«wühlen in etwas, stechen», nndl. peuren, poeren«Aale stecheny, engl. pudder, pother«verwirren», nd. herum- pötern«in etwas herumwühlen». Pudding, m.(-els, Pl.-e u.-):(eng- lischer) Serviettenkloß, Mehlspeise. 1720 im Robinson 1, 174, vgl. ZfdW. 9, 158 u. auch schon 1694 als Bodeng. Aus engl. pudding, eig. «Wursty, woraus auch frz. boudin m. Blut- wursty. Weiter dazu viell. nd. puddig, mnd. buddich«angeschwollen?, engl. poddy&«rund u. dick», ags. puduc«Geschwulsty. Vgl. Pottfisch. 1Pudel(-s, Pl. wie Sg.): kraushaarige, ge- lehrige, leicht zur Wasserjagd abzurichtende Hundeart. 1678 b. Krämer u. 1711 b. Rädlein Pudelhund, erst Anfang des 18. Jh. auch Pudel, woneben Budel(bei Rabener 1, 143, Lessing 1, 137. 520. 522, Schiller Räuber 2, 3). Wohl zu dem unter Pfuhl behandelten Padel«Sumpf, obd. Pfudel. ZUS. pudelnackt, adj.: nackt wie ein geschorner Pudel. Anders Zfd W. 4, 316. pudelnärrisch, adj.: närrisch wie ein Pudel. 1781 bei Kindleben. pudelnaß, adj., bei Schiller 1, 349; b. Fischart Barf. 354 pfudelnaß. ²Pudel, m.: zottige Pelzmütze(nach den krausen Haaren des Pudels). Hauptsächlich in der ZUS. Pudelmütze, f., 1783 b. Jacobsson. 3 Pudel, m.(-S, Pl. wie Sg.): Fehlwurf im Kegelspiel; Verstoß aus Unkenntnis, Un. geschick od. Unaufmerksamkeit, nd. u. obd. Bei Müller Siegfr. v. L. 3, 177 u. 1755 bei Richey. Viell. aus Prudel(s. d.) entstanden. lpudeln, v.: schüttelnd u. plaätschernd schwemmen od. waschen. Schles.«schlecht schwimmen», rhein.«mit den Händen im Wasser herumfahren» u. a. 1605 b. Hollonius 1353. Zu 1Pudlel(s. d.)«Sumpf,. ²zpudeln, v.: einen Pudel(s. 3Pudel) ma- chen; beim Schuß fehlen(bei Goethe 18, 41, Voß 1, 350). pudelnärrisch,-naß, s. ¹Pudel. Puder, m.(-s): feines Mehl auf die Haare zur Zier. 1669 im Simpl. 52 Puder, 1582 nd. puder u. 1477 clev. puder, poider«fein gestoßnes Gewürzy. Aus frz. poudre f. ceig. Staub» von lat. pulverem(Akk.)«Staube. 4B L. pudern, v., zugleich unter Einfluß des fra. poudrer«mit Haarmehl bestäubenꝰ. Im 17.Jh.