477 Profeß
Prolog 478
glbd. lat. profãnus adj.(prô«vors, fänum n. «Heiligtum»). Dazu profanieren, v.: ent- weihen. 1571 bei Rot.
Proféß, m.(-fesses, Pl.-fesse): Ordens- gelübde. Im 16. Jh. aus nlat. proféssus m. von lat. profitéri«bekenneny. Professiön, f.(Pl.-en): Beruf, Handwerk;(noch spät im 18. Jh. auch) Professur. 1534 bei Franck Welt- buch 109 u. 1571 bei Rot. Aus glbd. frz. pro- fession f. von lat. professio f.«Bekenntnis, Er- klärung über sich, Gewerbe» von lat. profitéri cöffentlich bekennen, gestehen, sich wofür be- kennen»(pro«vor, für» u. fatéri«bekennen). 4BL. Professionist, m.: Handwerker. 1778 bei Möser Patr. Ph. 1, 184.
Proféssor, m.(-S, Pl.-en): öffentlicher Lehrer an einer höhern od. Hochschule, Titel; (übertr. in Zss. wie Küchen-, Spielprofessor) wer etwas von einer Sache gut versteht. Das lat. professor m. öffentlich vortragender Lehrer» von profitéri, s. Profession. 1571 b. Rot. Pro- fessur, f.(Pl.-en): Amt, Stelle eines Profes- sors. Im 17. Jh. Von einem nlat. professbra f.
Profil, n.(Aels, Pl.-e): Riß des Durch- schnitts, Aufriß, Querschnitt; Seitenansicht. 1716 bei Ludwig u. Wolff. Aus glbd. frz. profil m. u. dies aus ital. profilo m. Zgs. mit lat. filum n.«Faden, Gewebe».
Profit, m.(-Lels, Pl.-e): Nutzen, Gewinn. Bei Kirchhof mil. disc. 134 profit, im 16. Jh. b. Gobler Rechtsspiegel fol. 238(nach Frisch) Proveit, ndl.- mndl.-clev. 1477 profljt n. Aus glbd. frz. profit m. von lat. profectus m.«vor- teil, Erfolg» zu proficere«nützens(prô«vor», facere«machen»). 4BL. Profitchen, n.: kleiner Nutzen(1678 b. Krämer, 1546 b. Lilien- cron 4, 389 profitle); Lichtsparer(nach glbd. ndl. proſitje), im 17. Jh.— profftieren, v.: Nutzen haben. 1703 bei Wächtler. Aus frz. profiter. Ndl. im 16. Jh. proffijtéren, profitéren. profitlich, adj.: sparsam. 1605 bei Hollonius 753 nd. prafytlick, 1477 clev. proftjtlick.
Profös, m.(1ses,-gen, Pl.-seſn]), öst. auch Profoß: Gefängniswärter beim Heer. 1741 b. Frisch Provos, ebenso 1618 b. Schönsleder, 1504 b. Liliencron 2, 512 profos, 1507 b. Janssen 2, 738 profoß. Aus ndl. provoost(eig. preuoost), engl. provost, u. diese aus frz. prévost, jetzt prévõt m.«Ober-, Unter-, Feldrichtery aus lat. praepositus, s. Propst.
Prognöse, f.(Pl.-/): Vorhererkennung (des Krankheitsverlaufs). 1801 b. Campe. Aus gr. npö†vucic f.«Vorherwissen»( αvor», rvdcic f.«Kenntnis» von Trrvöbckxeiv cerkennen).
Progrämm, m.(-s, Pl.-e):(öffentl.) Ein- ladungsschrift; Ordnung, Festordnung; Plan; Darlegung der leitenden Grundsätze. 1703 bei Wuchtler, 1727 b. Sperander Programma, erst spät im 18. Jh. P. Das gr.-lat. progräãmma n., gr. pôrpanuo n. öffentliche schriftliche Be- kanntmachung» von povpdqetv«voraus(*) schreiben(Tpdqeiv)y.
Projékt, n.(Jels, Pl.-e): Entwurf, An- schlag. Im 17. Jh. Aus lat. proiectum n. von proicere«vor(nach vorn), hinwerfen» mit der Bed. des frz. daraus entstanden prajet m., engl. project. 4BL. projektieren, v.: planen. Im 17. Jh.
Projektil, n.(-Lels, Pl.-e): Geschoß. Das frz. projectile adj. Von projectus zu proicere (s. o.). In der 2. H. des 19. Jh.
Projektiön, f.(Pl.-en): Darstellung eines Körpers auf einer Fläche. Das glbd. frz. pro- jection f. von lat projectio f. zu proicere(wovon projizieren), s. Projekt. 1747 im math. Lex.
Proklamatiön, f.(Pl.-en): Verkündi- gung; Aufgebot. 1703 bei Wächtler. Das frz. proclamation f. von lat. prõclãmãtio f. von prõclãmãre cheftig rufen. Davon prokla- mieren, v.: verkünden. Im 17. Jh.
Proküra, f.(chne Pl.): Vollmacht; Recht für den Geschäftsinhaber zu unterzeichnen. 1791 bei Roth. Aus ital. proccära f.«Voll- macht»(lat. prõô vor, fürs, cära«Sorge, Ver- waltungs. 4L. Prokurist, m.(ten, Pl.-en): wer Prokura hat. Nicht bei Petri 1834.
Prokuräâtor, m.(-S, Pl.-en): Geschäfts- verwalter; Sachwalter. Schon im 14. Jh.(7), vgl. AfdA. 4, 182, Germ. 28, 396; 29, 391. Das glbd. lat. ꝓrõcarãtor von prõcürãre«besorgen, verwalten. Bereits spätmhd. procurdte.
Prolét, m.(en, Pl.-en): ungehobelter Ge- selle(wohl stud.). Kürzung des folgenden. Proletärier, m.: zur untersten(ärmsten) Klasse gehörig. Nach glbd. lat. prolétãrius m., von proles f.«Nachkommenschafty, also«der, der dem Staat nur mit seiner Nachkommen- schaft, nicht mit seinem Vermögen dientn. Schon im 18. Jh.; Schlagwort seit den 30 er Jahren des 19. Jh. nach frz. prolétaire, das von den Saint-Simonisten gebraucht wurde. Vgl. Ladendorf u. Zfd W. 8, 17. Dazu Proletariãt, n., nach frz. prolétariat. Bei Freytag Ges. Werke 15, 70. Auch übertr. Kanstproletariat, 1847 in den Grenzboten 2. Sem. 3, 345.
Prolög, m.(-Lels, Pl.-e): Einleitung, Er- öffnungsrede, gedicht. Md. prologe, mhd. prologus, aus gr. Jat. prologus m., gr. ν ⁸△̈Toc


