Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
475-476
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475 Pritsche

profan 476

Simpl. 2, 95, 11 Klr. ZUS. Pritschmeister, m.: die mit der Pritsche die Ordnung auf dem Schießplatz d. Schützen(Goethe Egmont 1, 1), bei Gauklerspielen usw. handhabende lustige Person. 1618 bei Schönsleder pritschenmeister, bei Nas Esel 6 mit b. UÜber die Pritschmeister des 16. u. 17. Jh., eine besondere Art von Dichtern, vgl. Goedeke Grd.² 2, 321. 2Pritsche, Britsche, f.(Pl.-/): erhöhte nölzerne(bretterne) Lagerstätte; Sitzbrett hinten am Rennschlitten. Nachweis von 1535 Germ. 29, 391. Eins mit dem vorigen. Zu Brett. Ahd. britissa«canciley(Zfd W. 1, 341). privãt, adj.: amtlos, besonder, nicht öffent- lich. Seit der Mitte des 16. Jh. in Zss. Aus lat. pripdtus adj.«vom Staate abgesondert, amtlos, für sich alleiny, eig. Part. Perf. Pass. von lat. priuãre«absondern, berauben). ZU8. Privätdozent, m.: Lehrer an Universitäten ohne amtliche Stellung. Nach dem lat. priuã- tim docens«für sich allein lehrend». Privat- leute, pl., 1676 bei Butschky Pathmos 686 (471). Privätmann, m., im 18. Jh. Privat- person, f., 1601 b. Albertinus Kriegsl. 1, 103 b. Privätschule, f., Privätstunde, f., 1741 bei Frisch. Privatiér(spr.-tje), m.(-S, Pl.-s): wer sich von den Geschäften zurückgezogen hat. Gebildet nach Rentier, Partikculier. Ein frz. privatier gibt es nicht. Noch nicht bei Petri 1834. privatisieren, v.: als Privat- mann leben. 1664 b. Duez. Nach frz. privatiser.

Privé, n.(-s, Pl.-s): Abort. 1642 b. Duez Profey, 1482 im voc. theut. z 7° u. cc 32 pryfet, prifet, 1420 privéte, noch früher md. privêt, 1477 clev. privait. Aus afrz. priveit(jetzt priué) von lat. priuãtus(s. privat), also«heimliches Gemachp.

Privilég(ium), n.(*I, Pl. en): Vorrecht, Sonderrecht(ahd. suntaréwa f.); Frei-, Gnaden-, Schutzbrief. Schon mhd. prowilégjum, privi- légje, privilei(g)e, prowilei, aber später wieder in lat. Form. Aus lat. prwilégium n.«Aus- nahmegesetz», zgs. mit priwus adj.«für sich be- stehend u. einer Abl. von ler«Gesetzy. Davon mlat. privilegiare, woher privilegieren, v. 1571 bei Rot. Spätmhd. schon priwilégen.

probät, adj.: erprobt, bewährt. 1703 bei Wächtler. Nach glbd. lat. probãtus, Part. Perf. Pass. von probdre, s. Probe.

Probe, f.(Pl.-n): auf einen Gegenstand verwandte Tätigkeit, um zu erkennen, wie er sich bewährt; Warenteilchen zum Erkennen von Gehalt u. Güte der Ware. Zuerst 1434 md. pröbe(Münzprobe), ndrhein. im 15. Jh.

prove; dazu mndl. proeue, ndl. proeve, proef, nd. prove. Aus ital. prova, mlat. proba f.«Be- währungs-, Erfahrungsversuch» zu lat. probãre cals tüchtig, bewährt erkennen, untersuchen, dartun, beweisen». 4BL. proben, v., md. prõben, präben, aber erst im 18. Jh. geläuflg geworden. ZUS. Probedruck, m.: die ersten versuchsweise gemachten Abzüge von einer Kupferplatte usw. 1719 bei Kramer, ndl. proef- druch. probehaltig, adj.: die Probe aus- haltend. Im 18. Jh. Probejahr, n., 1711 bei Rädlein Probjahr«Noviziats. Probenacht, f., im 18. Jh. Probestück, n., im Simpl. 2, 178, 25 Klr. probieren, v.: versuchen, proben; den wahren Gehalt eines Erzes untersuchen u. be- stimmen. Mhd. u. md. probieren. Aus lat. probãre, s. Probe. ZUS. Probierstein, m.: schwarzer Kieselschiefer zum Probieren der Gold- u. Silberlegierungen. 1513 Murmelius 107. Problém, n.(s, Pl.-e): zum Lösen vor- liegende Aufgabe. 1716 bei Wolff Problema u. so noch 1727 bei Sperander. Aus gr. at. probléma n., gr. tpoßXnua n.«das Vorgelegte, die vorgelegte Streitfrage?, zgs. aus ο αvor? u. BXFud n. zu SäMlXewv«werfen». problemä- tisch, adj.:(zur Lösung) zweifelhaft, 1692 bei Thomasius Einl. in die Sittenl. 299. Nach gr.- lat. problémãticus«fraglichy, gr.«nuorixòc. Prodükt, n.(-els, Pl.-e): Erzeugnis, bes. landwirtschaftliches(erst im 18. Jh.); aus Ver- vielfältigung hervorgegangne Zahl(ZfdW. 10, 203 Beleg von 1540), 1572 bei Rot«Quotient». In der frühern Schulsprache(16. Jh.)«ein Schlag auf den entblößten Hintern»; im 18. Jh. noch geläufig; ein scherzhafter Euphemismus für Schilling(noch 1713 bei Wächtler Produkt «Schillings), das die Bedeutung 12(Schläge) bekommen hatte; vgl. Zfd W. 10, 203. Aus lat. productum n. das Hervorgebrachte?, Ntr. des Part. Perf. Pass. zu prodäcere«vor-, vorwärts- führen»(pro«vor, dücere«führen». Pro- duktion, f.(Pl.-en): Erzeugung, Erzeugnis. Aus frz. production f. von lat. prõductio f. Bei Goethe 18, 297. produktiv, adj.: erzeugend, schöpferisch, fruchtbar, ergiebig. Spät i. 18. Jh. aus frz. prodactif vom scholast.-lat. prõductivus. Davon Produktivität, f.: Fruchtbarkeit. Produzént, m.(-en, Pl.-en): Erzeuger, Feld- bauer. Beleg von 1559 Germ. 28, 397. Von prö- dicens, dem Part. Präs. von prõdäcere(s. o.). Daraus produzieren, v., 1571 bei Rot. profãân, adj.: unheilig; ungeistlich, unge- weiht, gemein. 1634 bei S. Bürster 43. Aus