Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
473-474
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473 Prim

Pritsche 474

Prim, Prime, f.(Pl.-eln): erster Hieb, erste Stufe. Aus frz. prime f, von lat. prima «ersten, F. von primus erstery. Mhd. praime f. «die erste klösterliche Betstunde» direkt aus dem Lat. Primzahl, f.: nicht in Faktoren zerlegbare Zahl, Stammzahl. Nach nlat. Ne- merus primas, 1716 bei Wolff. Prima, f. (Pl.-men): die erste Klasse. Das lat. prima (s. 0). Davon Primäner, 1716 bei Ludwig. prima,(kaufm. z. B. prima Qualitãt): vor- züglich. Primadönna, f.(Pl.-s u.-donnen): erste Opernsängerin. Das ital. prima donna f. cerste Dame»(lat. domina). Ende des 18. Jh. (ZfdW. 8, 88). primär, adj.: die erste Grundlage bildend, unmittelbar aus den Quelle fließend. Das frz. primaire von lat. primãrius von primus«erster». Erst im 19. Jh. Pri- mas, m.(Gen. u. Pl. wie Nom. od. Pl.-aten): erster Bischof des Reichs. Mhd. primãte. Aus glbd. mlat. primas,(Gen.-atis) zu primus cerster». Primät, n. m.(-els, Pl.-e): erster Rang, das Oberbistum. Bei Luther. Aus mlat. primatus.

Primel, f.(Pl.-/): Schlüsselblume. Im 18. Jh. aus mlat. primaula von primus erster», eig.«die erste des Frühlings».

primitiv, adj.: ursprünglich, einfach. 1801 b. Campe. Urspr. von der Kirche, 1727 b. Spe- rander primiliva ecclesia. Aus lat. primitvus «der erste seiner Art» von primus cerster.

Primiz, f.(Pl.-en): die erste Messe eines neugeweihten Priesters. Erst im 19. Jh., aber sicher weit älter. Bayr.döst. Primizien, pl.: den Göttern dargebrachte Erstlinge d. Früchte. Aus glbd. lat. primitiae pl. von primas«erster?. Davon auch Primiz.

Primzahl, s. Prim.

Printen, pl.: Gebäck, Aachener Printen. Dasselbe wie Brente(s. d.).

Prinz, m.(-en, Pl.-en): Fürst, Fürstensohn. Mhd. prinze(noch bei Gryphius Trauersp. 54 Printze), auch prince m.«Fürsty aus frz. prince m.«Fürst» von lat. princeps m.(Gen.-Cipis) «der Erste, Vornehmste, Vorzüglichsten, 2gs. aus prim(us) cerster» u. einer Abl. von capere «pnehmen». Prinzéß, f.(Pl.-zessen), ge- wöhnlich(in Preuf., Bayr., Ost. nur) Prin- zéssin(Pl.-innen): Fürstin, Fürstentochter. Im 17. Jh. bei Weckherlin 1, 14 F., 1477 clev. princesse aus frz. princesse f. Prinzge- mahl, m.: Prinz als Gemahl der Regentin. Im 19. Jh. Prinzmetäll, n.: Mischung aus 3 Teilen Kupfer u. 1 Teil Zink, von dem pfaäl- zischen Prinzen Ruprecht( 1682) erfunden.

Um 1700. Prinzregént, m.: ein Prinz als stellvertretender Regent. Um 1858 vom spä- tern preuß. König Wilhelm I.

Prinzip, n.(Jels, Pl.-e u.-ien): Grund- ursache, regel, satz. Im 18. Jh. aus lat. prin- cipium n.(so 1727 bei Sperander)«Anfang, Ursprung, Grund wovon» von lat. princeps (K. Prin⸗). ZUS. Prinzipienreiter, m., Schlagwort seit 1844, vgl. Ladendorf. Prin- zipäl, m.(-Lels, Pl.-e): Lehr-, Brotherr, Ge- schäftsinhaber. 1534 bei Franck Weltbuch 230. 1536 in Ordn. 142 b«Anführer». Aus lat. prin- cipãlis«erster, vornehmster» von princeps, s. Prinz. prinzipiéll, adj.: grundsätz- lich, einem Prinzip gemäß. Erst 1834 b. Petri.

Prior, m.(-‧I, Pl.-en): Klosteroberer. Mhd. u. md. prior, gew. priol m.(auch«Aufseher»). Aus mlat. prior«Abt, der Obere im Kloster zunächst dem Abt), dem subst. lat. Komp. prior «der frühere, vorzüglichere. Priorität, f.: Vor(zugs)recht, Vorrang, Erfinderrecht. 1694 bei Nehring. Nach glbd. frz. priorité f. aus scholastisch-lat. prioritas f. von prior(s. o.). Mhd. priëritas f.«Reihe der Vorfahren, Erstig- keit»(im 15. Jh. érsticheit).

Prise, f.(Pl.-n): Fang, Beute(1716 bei Ludwig); soviel Schnupftabak als man mit Daumen, Zeige- u. Mittelfinger nimmt(1714 bei Wächtler). Aus frz. prise f., eig.«das Nehmen, Greifen», von prendyre, lat. pre(he)n- dere«nehmen, fassen, greifenꝰ.

Pris-ma, n.(-, Pl.-men): Art eines von gradlinigen Flächen u. Vielecken begrenzten Körpers. Das spätre gr.-lat. prisma n., gr. npicua n. cdas Zersägte», dann«die dreiseitige Säulen, von gr. rpietv«sägen». 1710 b. Nehring. pris-mätisch, adj.: kantförmig. Nach nlat. pr'ismaticus, frz. prismatique. Bei Goethe.

pritsch, Adv. u. Interj.: weg, fort; hin, ver- loren. Schon mhd. fprütsch(Minnes. 2, 232³), 1477 prutz«forty. Aus tschech. pryé, abg. pro«fernꝰ.

1Pritsche, Britsche, f.(Pl.-n): flaches, besonders in mehrere dünne Brettchen ge- spaltnes Werkzeug zu klappendem, klatschen- dem Schlage. 1664 bei Duez Britsche u. P, 1517 bei Trochus britzschen. Aus britze, noch 1575 im Garg. 6 Pritzenschlagen. Mhd. nur in britzelmeister m.«die Pritsche führende, lustige Person» u. britzelslahen n.«Schlag mit der Peitsche». Mit Grimm zu Brett, vgl. das folgende. 4L. pritschen, v.:(mit der Prit- sche) schlagen. Bei Luther. Dagegen pritschen in gepritscht«betrogen» gehört zu pritsch. Im