Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
469-470
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469 Preiskurant

Prestige 470

Preiskurant, preislich, s. 1Preis.

preismachen, v.: einen dem Gelächter, dem Spotte preisgeben, ihn herunterreißen. Nordd. Aus nd. eim pris mälten; preis ist das- selbe Wort wie in preisgeben. Urspr. zur Beute machen», mndl. prys maecken. Auch bei Goethe 26, 325.

Preißelbeere, s. Preiselbeere.

prekär, adj.: unsicher. Aus frz. précaire «nur auf Widerruf gewährt, unsicher», von glbd. lat. precãrius zu pre(Gen.-cis) f. Bittey. Ende des 18. Jh.; 1791 bei Roth precarisch, 1727 bei Sperander precario.

prellen, v.: gleich prallen(selten, noch b. Fleming u. Lohenstein;(auf prallen machen (urspr. den Menschen, 1530 bei Luther 5, 141 ² Jen., dann den Fuchs), mit dem Prellnetz in die Höhe schnellen, eine alte Jägerbelustigung (1676 bei Krämer Ital.-deutsch. Wb. 1, 198²); (daraus dann wohl) betrügen, 1739 stud. die Füchse prellen, 1742 bei Hagedorn Od. prellen cpetrügen» u. um diese Zeit in der Allgemein- sprache geläufig. Vgl. ZfdW. 6, 102 ff. Md. prellen(Prät. pralte)«heftig fortstoßen, dann sich schnell hervorbewegen, hervorstürzen, widerstoßend zurückfahren». Eins mit prallen. 4BL. Preller, m., jetzt nur von prellen in 3. Bed.(bes. Zechpreller), früher auch von den andern Bed. Davon Prelleréi, f., bei Goethe 26, 232. ZUS. Prellnetz, n.: Netz zum Fuchs- prellen. 1763 b. Heppe. Prellschuß, m.: ein Schuß, bei dem die Kugel auf hartem Boden mehrere Male aufschlagen soll(bei Goethe 33, 291, 1757 b. Egger Kriegs-Lex.). Prellstein, m.: Eck-, Schutzstein vor einem Hause.

Premiér(spr. n)é), m.(*s, Pl.-s), das frz. premier æerster» von lat. primãrius. Abkür- zung für Premiérminister(1703 b. Wächt- ler), Premiérleutnant, m.(jetzt Oberleut- nant). Premiére, f.(Pl.-n/): Erstaufführung. Nach glbd. frz. premiere f., F. von premier.

Presbyter, m.(-S, Pl. wie Sg.): Altester, Gemeindevorsteher. 1727 bei Sperander. Das gr. npecßrepoc, s. Priester.

preschen, v.: rennen, eilen, jagen(nament- lich zu Wagen). Nordd. volkstümlich(preuß., posensch, schles., mecklenb.), auch obsächs. Wohl aus dem Ndd. Mnd. bersen cjagen», gleich birschen(s. d.). Vgl. Corresp. Bl. 26, 78.

Presenning, Persenning, f.(Pl.-en): geteertes Segeltuch zum Schutz gegen Nässe. Seemänn. aus ndl. presenning u. dies von ält. frz. préceinte f.«Bekleidung, Schutz»(von lat. praecingere«umgürten).

pressänt, adj.: dringend, unaufschiebbar. 1703 bei Wächtler u. im Zeit.-Lex. Aus frz. pressant, Part. Präs. von presser(s. pressieren).

Presse, f.(Pl.-n): bedrängende Gewalt, Zwang(jetzt ziemlich veraltet, aber noch bayr.- öst. in der Preß sein«im Gedränge sein»); Werkzeug zum Pressen(Wein-, Buchdrucker- presse); durch die Presse Hervorgebrachtes; Lehranstalt zur schnellen Vorbereitung aufs Examen(im 19. Jh., vgl. Ladendorf). Mhd. presse f. cSchar, gedrängter Haufe, Gedränge;

Presse, bes. Weinpresse», ahd.(bei Notker)

fressa zur Verdeutschung von lat. pressüra f. Pressungy. Aus mlat. pressa f.-bedrängende Gewalt, Zwang», dem subst. F. des Part. Perf. Pass. lat. pressus von premere drücken. Für die Bedeutungsentwicklung wirkt auch frz. presse f.«Menschengedränge, Druckwerkzeugy, u. ital. pressa f.«Gedränge, Eiley ein. Die Bed.«Druckerpressey um 1500 preß, breß, nd. pParse, die von«Zeitschriften» 1754 bei Lessing 4, 452. ZUS. Preßbengel, m.: Hebel zum Anziehen der Schraube einer Presse(1716 bei Ludwig);(jetzt nur noch verächtlich für) Jour- nalist(im 19. Jh.). Preßbureau, n.: ein Bureau der Presse. Preßfrechheit, f., 1788 von König Friedrich Wilhelm II von Preußen gebraucht. Seitdem Schlagwort. Vgl. Laden- dorf. Preßfreiheit, f.: die Freiheit der Presse im Gegensatz zur Zensur. In der 2. H. des 18. Jh. Preßvergehen, n.: ein durch die Presse begangnes Vergehen.

pressen, v.: mit Gewalt drücken, zusam- mendrücken; in einen Dienst zwingen(1757 in Eggers Kriegslex. 2, 480). Mhd. pressen, ahd. pressõn(auch chart bedrücken), aus lat. pressãre«drücken», von pressus, s. Presse. 4BL. Presser, m.: gewaltsamer Dränger (1691 bei Stieler u. bei Schiller Räub. 4, 3), Davon Presserin, f., 1691 bei Stieler u. bei Schiller Wall. Tod 1, 7.

preßhaft, dasselbe wie bresthaft, unüblich, aber noch bei Goethe 38, 170, Liscow, Seume, Matthison, J. Paul. 1605 bei Hulsius breßhafft.

pressieren, v.: dringend sein, Eile haben. 1703 bei Wächtler. Aus glbd. frz. presser von lat. pressäre, s. pressen. Das Part. dazu als Adj. pressiert, bei Lenz 2, 117.

Preßkopf, m.: das vom Rinds- u. Schweins- kopf abgelöste, gehackte, gekochte u. dann ge- preßte Fleisch. 1711 bei Amaranthes. Ahnlich Preßwurst, f.

Prestige(spr.-stize): Zauber; vorwiegen- des Ansehen. Das frz. prestige m. von lat.

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