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wahl, Vorzug, Vorrechto zu lat. praerogãtivus, adj.«vor andern um seine Meinung od. Stimme gefragt, zuerst seine Stimme abgebend»(von prae-rõgãre«vorher-fragen»). 1572 bei Rot Prurogaliv.
Prasem, Praser, m.(-s, Pl. wie Sg.): fettig glänzender, lauchgrüner Bergkristall. Mhd.-md. prasem m., brasime, auch brasin, aus gr. lat. prãsinus, gr. apdcivoc dauchgrüm, von gr. npdcov n.«Lauch), also«der Lauchgrüne». Der eig. Name des Edelsteins ist aber gr.-lat. prasius, gr. npdcioc, ebenfalls Adj. von npdcov. Daraus im 16. Jh. Pras m.(noch b. Lessing 8, 77), woraus dann Praser erwachsen zu sein scheint.
Präsens, n.(Gen. wie Nom., Pl.-entia): die Dauer in der Gegenwart bezeichnende Zeitwortform. Das lat.(tempus) praesens n. sgegenwärtige Zeit».
Präsént, n.(-els, Pl.-e): Geschenk. Mhd. présent m., présant, öfter noch prisent, prasant m., auch présenk n.(Pl.-ter) u. présent(e) f., prasente«aus Ehrerbietung dargebrachte Gabe', mndl. present n. aus frz. présent m.(ital.-span. presénte m.)«Geschenk». Von présenter u. dies von lat. praesentäre«gegenwärtig machen⸗, im Mlat.«über-, darreichen, darbieten». Prä- sentieren, v.: dar-, über-, einreichen, dar- bieten; vor-, darstellen;(militär.) das Gewehr vorstrecken als militärische Ehrenbezeugung (1697 im Schelmuffsky 64). Mhd. présentieren (ein caplän æihn vorschlagen»), spätmd. am Rhein présentéren, mndl. presenteren(can- bieten»). Aus frz. présenter(s. o.) mit ae unter Einfluß des lat. praesentare. ZUS. Präsen- tierteller, m.: größrer Teller zum Anbieten von Speisen, Getränken. Ende des 18. Jh. RA. wie auf dem Prdsentierteller sitzen cöffentlich, allen zur Schau.
Präsénz, f.(ohne Pl.): Anwesenheit. Das frz. présence f. von lat. praesentia f. zu prae- sens da seiend». 1801 bei Campe Präsentia, Präsenz. 1634 bei Seb. Bürster 86. ZUS. Präsénzliste, f.
Praser, s. Prasem.
Präses, m.(Pl. wie Sg. u.-siden): Vor- sitzender. 1703 bei Wächtler(Vorsitzender einer Disputation). Das glbd. lat. praeses(Gen. sidis) m.(prae«vor, u.-ses zu sedére«sitzen»). Präsidént, m.(-en, Pl.-en): Vorsitzender, Vorsitzer(meist dauernder). Früher President aus frz. président m. von lat. praesidens«vor- sitzend». Im 16. Jh. Vgl. Germ. 29, 390. präsi- dieren, v.: vorsitzen. Aus frz. présider von lat. praesidére. Im 16. Jh. Vgl. Germ. 28, 396.
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
Praß, s. Braß.
prasseln, v.: rasseln, krachen, knistern, rauschen usw. Bei Luther brasseln(Jer. 46, 22). Im 15. Jh. in der Stuttgarter Hschr. bei Megen- berg 93, 2 braßeln als Variante zu brasteln u. wohl daraus entstanden. Auch noch älternhd. prastlen(H. Sachs[3, 1, 171]), 1468 prastlen, mhd. brasteln, prasteln, md. prasteln; dazu ags. brastlian. Abg. von ahd. brastõn, mhd. brasten, wovon auch prast m.«lautes Kracheny 1482 im voc. theut. 2 5 b. Zu bersten.
prassen, v.: in Essen u. Trinken verschwen- drisch leben. Bei Luther p. neben brassen, u. so auch noch bei Duez u. Krämer, 1540 bei Alberus dict. ee 4b u. ee 3 b ich braß. Vom Niederrhein her eingedrungen, wo 1477 glbd. clev. brassen; dazu ndl. brassen, mnd. brassen (Reineke Vos 5862)«Aufwand macheny. Un- sichrer Herkunft. Vgl. Franck u. Falk-Torp unter brase. 4BL. Prasser, m., bei Luther P u. Brasser, bei Keisersberg bilg. 162 bras- ser, 1494 bei Brant 72, 46 prasser. Dazu ndl. brasser m. Davon Prasseréi, f. Im 16. Jh.
Prätendént, m.(-en, Pl.-en): wer An- sprüche worauf vorgibt; Kronbewerber. 1703 bei Wächtler; bei Lichtwer Fab. 3, 15 Präten- dente. Von glbd. frz. prétendant m., Part. Präs. des folg. Vbs. prätendieren, v.: Ansprüche worauf erheben. 1703 bei Wächtler. Aus glbd. frz. prétendre, von lat. praetendere«nach vorn strecken», mlat. auch«verlangen, haben wollem (zgs. aus prae«vor» u. tendere streckenv. Prätensiön, f.(öst. nur so), Prätentiön (bayr. nur so): Anspruch, Anmaßung. Aus glbd. frz. prétention f. von prétendre. 1703 bei Wächtler. prätentiös, adj. anmaßend. Nach glbd. frz. prétentieuæ. 1834 bei Petri.
Prätéritum, n.(‧s, Pl.-ta): die Vergangen- heit ausdrückende Zeitwortform. Nach lat. (tempus ueit) praeteritum cvorübergegangen, Ntr. des Part. Perf. von praeter-ire«vorüber- gehen.
pratschen(mit d), v., thür., namentlich in sich hinpratschen sich breit hinsetzen. Von einer wohl lautnachahmenden Interj. pratsch, bratsch, schweiz. Bratsch m. cheftiger Knall, klatschender Schlagy, schweiz. prätschen «schlagen». 4BL. pratschig, adj.: plump, breit, eig. cbreitgeschlagen». Schweiz.-schwäb., aber auch nordd.
Pratze, f.(Pl.-n), amtlich nur Bratze: Tatze(vom Bären u. a. Tieren),(verächtlich für) Menschenhand. 1601 b. Albertinus Kriegsl. Weck. 1, 93². Bei Goethe 5, 1, 171 im Reim
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