Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
463-464
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463 Prälat

Prärogativ 464

gr. Jat. practicus s. o. pPraktizieren, v.: den Beruf eines Arztes ausüben. 1469 im mrhein. voc. ex quo practicérn ausüben? von mlat. practicãre«mit der Hand tuns.

Prälaât(-en, Pl.-en): hoher Geistlicher. Mhd.-md. prélãt(e)(noch bei Goethe 1, 240 Prä- late), mndl. prelaet aus glbd. mlat. praelãtus, eig. der Vorgesetzte, Vorzügliche», dem subst. M. des Part. Perf. Pass. von lat. prae-ferre svorzieheny(prae«vor, ferre ctragen»).

Präliminäârien, Pl.: Vorverhandlungen, vorläufige Abmachungen. 1727 bei Sperander Prãäliminar«ein Zeitungswort»; 1703 im Zeit. Lex. Präliminaria. Nlat., 2gs. mit prae«vor u. lat. lminãris adj.«zur Schwelle(limen n.) gehörig?.

Pralinen, Pralinés, Pl.: gefüllte Schoko- ladenzeltchen. Von glbd. frz. praline f., nach dem Namen des Marschalls da Plessis-Braslin (r† 1675), dessen Koch sie erfunden hat.

Prall, m.(-Lels, Pl.-e): zurückwerfender Widerstoß. 1626 b. J. Vogel UngrischeSchlacht 65, 1663 bei Schottel 1004, 21, erst 1777 von Adelung verzeichnet. Aus glbd. nd. prall m. Vgl. prahlen. prall, adj.: spann.-, federkräftig, gedrungen, stramm. 1741 b. Frisch als ndsächs. Um 1770 aus nd. pral«spannkräftig, aus Fülle straffy, mnd. pral«schön u. herrlichs. prallen, v.: mit od. wie mit einem Prall aufstoßen od. zurückfahren(meistin Zss. ab-, an-, auf-, zurücke- prallen). Bei Liliencron 2, 480, 11(vom J. 1502). Mhd. prellen«abpralleny. Unbekannt. Herkunft.

Prälüdium, n.(⁸s, Pl.-dien): Vorspiel. Nlat. zgs. aus prae«vor» u. einer Abl. von lädus m.«Spiel». 1703 bei Wächtler.

Prämie, f.(Pl.-/): Versichrungsgebühr (1694 bei Nehring premie od. premia); Preis, Ehrenbelohnung(1727 b. Sperander praemium). Aus praemia, dem Pl. von lat. praemium n. «Vorteil, Vorrecht, Auszeichnung, Preis».

Prämisse, f.(Pl.-n): Vordersatz(eines Schlusses), Voraussetzung. 1801 bei Campe. Aus lat. praemissa n. pl.«das Vorausgeschicktes, Part. Perf. Pass. von prae-mittere«voraus- schicken.

prangen, v.: schautragend u. mit Über- hebung sich sehen lassen; schautragend in die Augen fallen. Bei Luther prangen, aber noch 1664 bei Duez brangen u. p., u. Selbst 1678 bei Krämer noch Verweis von brangen auf p. 1482 im voc. theut. 2 62 prangen«stolzieren, Hoffart treiben), mhd. brangen, prangen cprangen, prahlen, sich zieren», mnd. selten prangen. Btr. 20, 327 wird lit. brangus«teuer» dazugestellt.

Od. nasalierte Form zu mhd. brehen leuchtero, got. brav n. Blinken, Zwinkenn? Pranger, m.(s, Pl. wie Sg.): Schandpfahl. 1664 bei Duez mit p u. b. 1412 md. pranger m. Zwangsbehälter, in den der Verbrecher zu öffentl. schaustellender Strafe eingeschlossen wird», 1270 Pfahl, an den der Verbrecher zu schaustellender Strafe gefesselt wirdy. Dies bed. auch ndl. pranger m., sowie im 14. Jh. md. brang m., während ndl. prang m. Fessel, Gefüngnis». Zu nd.-ndl. prangen drücken, pressen», got. praggan(stark)«rängen», ana- praggan«bedrängen», mhd. pfrengen drücken, bedrücken, beschweren, durch Engespressen, in die Enge bringen», dessen Herkunft unsicher ist, vgl. Zupitza 25, KZ. 36,346, Uhlenb. Got. EWB. Pranke, öst. auch Branke, f.(Pl.-n): Vordertatze od. Arm des Bären; Vorderklaue des Wolfes; Klaue vierfüßiger Raubtiere. Jäger- ausdruck. Spätmhd. prankce, aus ital.-span.- mlat. branca f.«Klaue der vierfäßigen Raub- tiere u. der Raubvögel», woher auch frz. branche f.«Zweig»(gleichsam«Pflanzenarm»). Auch Brante, Prante, bes. weidmännisch von der Bärentatze(schon im 16. Jh.). pränumerändo, s. postnumerando. Präparänd, m.(en, Pl.-en): sich Vor- bereitender, Vorbereitungsschüler(bes. zu einem Lehrerseminar). 1801 bei Campe«wer sich zum Abendmahl vorbereitet». Das lat. praeparandas«einer, der sich vorbereiten soll» von praepãrãre«vorbereiten». ZUS. Präpa- rändenanstalt, schule: Vorschule zum Lehrerseminar. Auchgekürzt Präparände, f. (1834 bei Petri). Präparät, n.(‧lels, Pl.-e): kunstgemäß Zubereitetes, Vorlage(z. B. für das Mikroskop). Von lat. praeparãtum n., dem Ntr. des Part. Perf. Pass. von prae-parãre s. o. 1727 bei Sperander Präparate«in den Apo- theken». Präparatiön, f.(Pl.-en): Vorbe- reitung. 1572 bei Rot. Aus frz. préparation f. von lat. praepãrãtio f.«Vorbereitung». präpa- rieren, v.: vorbereiten. 1791 bei Roth. Aus frz. préparer von lat. praepãrdre(s. o.). Präpositiön, f.(Pl.-en), das lat. prae- positio f. eig. die Vorsetzungꝰ» von prae-ponere «Vor-setzeny. Von Schottel mit Vorzwort, von Campe(1801) mit Verhültnisewort verdeutscht. Prärie, f.(Pl.-n): große Grasebene. Das glbd. frz. prairie f. von pré«Wiese» aus glbd. lat. pratum n. Noch nicht bei Petri 1834. Prärogativ, n.(Jels, Pl.-e), Präro- gative, f.(Pl.-n): Vorrecht. Aus mlat. prae- rogativum n.«Vorteily u. praerogativa f. Vor-