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Praktik 462
prägen, v.: Zeichen, ein Bild aufpressen (bes. von Münzen); fest ein-u. aufdrücken(z. B. ins Gedächtnis). 1562 bei Mathesius Sar. 228 ff. pregen, eig. u. bildl., im 17. Jh. auch präcken, außerdem im 16. u. 17. Jh. noch preckchen, bré- chen, bei Duez bregen u. pregen, 1722 b. Freyer pregen, mhd. brœchen, prœchen, md. bréchen, préchen, im 15. Jh. brégen, prégen, ahd. prdhhan, meist mit gi-«eingraben, eingrabend od. ein- u. aufpressend bilden, in erhabner Arbeit aus- führen, stempeln». Dazu ags. dbracian zein- graben». Die von Weigand aufgestellte Abl. von brechen scheint bedenklich. Eher zu dem unter Pracher behandelten ostfrs. pralclen«pressen?. 4B L. Präger, m., mhd. 1391 præcher, md. 1467 preger. Prägung, f., 1691 bei Stieler. ZUS. Prägeisen, n.: Münzstempel. Mhd. 1395 prœgisen. Prägstock, m.: Münzstempel. 1741 bei Frisch.
pragmätisch, adj.: gemeinnützlich, auf die Praxis berechnet u. anwendlich(pragmati- sche Sanktion), 1663 bei Schupp 676; im ur- sächlichen Zusammenhang der Begebenheiten dargestellt od. darstellend. Im 17. Jh. gebildet nach gr. at. pragmãticus, gr. poruœioc«ge- schäfts-, sachkundig»(von npdεοl n.«Tat, Ge- schäft, Sachey zu mpPdccetv«tun»), frz. prag- matique zauf die Praxis berechnet u. anwend- lich, gemeinnützlich».
prägnänt, adj.: kurz u. vielsagend, ge- dankenschwer, inhalts- u. bedeutungsvoll. 1703 bei Wächtler cwichtigy. Aus frz. prégnant von lat. prägnans«schwanger, woran strotzend. Dazu Prägnän, f.: gehaltvolle Kürze.
prähistörisch, adj. vorgeschichtlich. Zgs. mit prã«vor. Wohl erst in der 2. H. des 19. Jh.
prahlen, v.: großtun in Worten; stolz zur Schau in die Augen fallen od. fallen lassen. 1678 bei Krämer pralen, 1664 bei Duez u. bei Luther prallen(bis ins 18. Jh. bestehendu. noch mundartl.), 1540 bei Alberus dict. x 42 ich brall, md. prälen æschreiens(prälin n. clärmender Wortwechsel» bei Jeroschin 9958) u.*brallen (zuerschließen aus md. bral, Gen.-Mesm.«Lärm, Schall⸗, Elisabeth 4719); gegen 1500 md. prolen choffurtig, groß tun»(Alsfelder Passionssp. 53 a), ndl. pralen«großsprechen, tuny neben brallen «Staat machen. Dazu engl. braawl clärmen, zanken». Auch ins Nordische entl., vgl. dän. pral(e)«Prachty. Herkunft unsicher. Wohl richtig mit Weigand zu frz. brailler claut reden, schreien von volkslat.*bragulare, das viell. kelt. Urspr. ist, vgl. kymr. bragel«prahlen, lärmenꝰ. Doch kann daneben ein echt deutsches im Ab-
laut zu brüllen stehendes brallen bestanden haben. 4L. Prahler, m., b. Schweinichen 3, 111, 1664 b. Duez Praller. Davon Prahleréi, f., bei Grimmelshausen(um 1670) 4, 347 Kz. u. prahlerisch, adj., 1676 b. Butschky Pathmos 811(564). prahlhaft, adj., 1691 bei Stieler. ZUS. Prahlhans, m.: prahlerischer Hans, Aufschneider. 1650 b. Moscherosch Phil. 2, 725 Brahl-Hans, im Simpl. 2, 296, 23 Kz. prolhans. Prahm, m.(-els, Pl.-e u. mundartl. Prähme), auch Prahme, f.(Pl.-n): flaches Fährbootzum Ubersetzen. Md. präm m. ckleines weites Flußfahrzeug, mnd.-nd. prãm m.«Fähre zum Ubersetzeny, ndl. praam f.«flaches weites Fahrzeug zum Uberfahren, Ausladen größrer Schiffe, Fortschaffen von Erde etc.y, engl. prame, afrs. prãm m., spätanord. prãmr, schwed. pram, dän. pram. Aus alttschech. prämm.«Fahrzeug', das mit unserm fahren wurzelverw. ist. Offen- bar ist das Wort die Elbe heruntergewandert. Präjudiz, n.(-es, Pl.-e): frühere, maß- gebende Entscheidung, Vorentscheidung(bürg. Gesetzbuch); vorgefaßte Meinung; Nachteil durch Nichtbefolgung einer gesetzlichen od. richterlichen Bestimmung. Im 17. Jh. prae- juditz, aus lat. praeiudicium n.«vorläufiges Urteil(prae«vors, iudicium&Urteil). Praktik, f.: Ausübung wovon; aber auch (bes. der Pl. Praktiken) im Sinne von«un- erlaubte Kunstgriffe, Kniffe, Ränke». Ende des 15. Jh. aus mlat. practica f.«Ausübung, Voll- endung», dann«Verschwörung». Dazu mndl. practike«Rechtsübung». Die 2. Bed. stehbunter Einfluß des frz. pratigues Pl. Umtriebe, Ränke. Eine bes. Bed. bekam P. als«Ausübung der Stern- deutung»(1571 bei Rot),«Kalendermacherei». Noch heute bayr. Praktic«hundertjähriger Ka- lender». Praktikänt, m., einer der Praktiken treibt(1591 bei Fischart Bodinus 3202); einer dersichaufdie Praxis vorbereitet(Rechtsprakti- kant, medizinischer P, 1650 bei Moscherosch Phil. 1, 168). Von einem mlat. practicãre. Prak- tiker, m.(*, Pl. wie Sg.): ein mit Erfahrung ausübender Mann, Geschäftsmann im Gegen- satz zum Theoretiker. Auch noch häufig in lat. Form Praktikus,(Pl.-Kusse): wer etwas an- zufassen versteht. 1561 b. Maaler. Aus gr. lat. (6. Jh.) practicus adj.«tätig», gr. poxrixoc czum Tun geschickt, tätig, tatkräftig, wirksam (von dessen F. Praktik s. o.) zu pdcceiv tun. praktisch, adj.: pfiffig, schlau(Schade Sat. 2, 87, 15);(Gegensatz zu theoretisch) ausübend, werktätig(1759 b. Lessing 6, 185); geschickt; ausführbar, wirksam, bei Leibniz 1, 273. Nach


