Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
459-460
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459 Pottfisch

Präflx 460

Pottfisch, m.: Walfischart, wovon der Walrat kommt. 1776 bei Hübner. Dazu ndl. potvisch, 1598 bei Kilian potswal, dän. pothval, benannt nach dem dicken Kopf, 1598 bei Kilian potshoofd«Dickkopfs, vläm. potshoofd«Aal- quappe?. Vgl. Franck Etym. Wb. Weiter dazu viell. ags.&lepäta, engl. eel-pout«Aal- quappe», ndl. glbd. puitaal.

potz! Interj. der Verwundrung, fast immer mit einem zweiten Wort verbunden. Alternhd. meist botz, zuerst im 15. Jh. selten potz. Da- neben bocks, 1486 box, mhd. pocks, wohl eine Umgestaltung von Gottes. Mundartl. auch kotz. Vgl. Zfd W. 10, 154. potztausend, 1553 bei Probst 49, 202; 1575 im Garg. Botztausend Rasperment. Eig. Gotts sieben Salcrament (Nachweis von 1609 a. a. O.); 1563 b. Kirchhof Wendunmuth 1,(53) 64 gotts tausend sacrament. Dazu wirkte der Fluch potz kausend T'eufel ein(1575 im Garg. 381).

Poulärde,(spr. pu-), f.(Pl.-/): gemästetes Kapphuhn. Das glbd. frz. poularde von poule f.«Huhn» zu lat. pallus m. Tierjunges». 1739 bei Amaranthes.

poussieren(spr. pu) v.: vorwärtstreiben (1703 bei Wächtler, 1773 bei Goethe Br. 2, 92); den Hof machen(stud. Anfang des 19. Jh., vgl. Zfd W. 3, 100). Aus glbd. frz. pousser von lat. pulsdre«schlageny. Aus der Studentenspr. stammen auch die 4 B E. Poussäüde, f.: Lieb- schaft 1822 u. Pousséur(spr. pussör) 1813.

pover, adj.: ärmlich, armselig. Aus glbd. frz. pauvre von lat. pauper. Um 1769 bei Goethe Mitschuldigen 1, 1, 23 povern Stand für(später) Dürftigkeit(d. j. Goethe 1, 152).

prä in der RA. das Prä haben«im Vorteil sein, den Vorrang habens ist die lat. Präposition prae«vory. 1650 bei Moscherosch 1, 86.

Präämbel, f.(Pl.-n/), auch n.(*s, Pl.-n): einleitender od. entschuldigender Eingang einer Rede, Umschweif. Im 15. Jh. aus glbd. frz. préambule m., aus lat. praeambulzas«vorher- gehend». Vgl. Priamel.

Präbénde, f.(Pl.-n): Pfründe; Stiffsstelle; Leibrente. Im 16. Jh.(1572 bei Rot praebend) aus frz. prébende f. von mlat. praebénda, s. Pfründe. Schon and. preuenda f. Lebens- unterhalt der Geistlichen».

Pracher, m.(-s, Pl. wie Sg.):(zudring- licher) Bettler. Bei Ayrer 2922, 5 u. 1595 bei H. Jul. v. Braunschweig Ehebrecherin 414(Hol- land). Aus dem Núd., mnd. u. 1598 bei Kilian pracher. prachern, v.: unablässig bitten, zu-

1663 bei Schottel. Aus dem Ndd. prachern cbetteln», mndl. prachen, pracheren«kärglich lebeny, mnd. prachen. Dazu ofrs. Pralcken «pressen» mit urspr. Bed. Wegen des ch muß das Wort urspr. md. sein. Entl. dän. prakke ceinem etwas aufdringen», pralckcer«verschul- dete Person. Bei Falk-Torp ein Versuch weitrer Anknüpfung.

Pracht, f.(Pl. unüblich, bei Goethe 16, 312 Prachten): Glanzfülle, großartige Schönheit. Bei Luther stets Pracht, u. so fest im 17. Jh., während im 16. Jh. Schwanken zwischen P. u. Bracht herrscht. Urspr. M., u. so noch ver- einzelt im 18. Jh. bei Gellert 3, 334, Wieland, Göckingk 1, 44, im 17. Jh. bei Duez, Krämer, Schönsleder. Bei Luther Esth. 1, 4; Jes. 25, 12; Weish. 5, 8; 1. Makk. 10, 58(u. bei Alberus Fab. 13, 57) Mask.; Hiob 40, 8 u. a., u. bei Alberus Fab. 13, 11 F. Mhd. nur brahtm.«Lürm, Geschreiy, selten praht, erst im 14. Jh. md. F., ahd. praht m. Lärm»; dazu asächs. braht m. Lärmo,(entl.) mnd. pracht m. f.«Pracht, Herr- lichkeit», ndl. pracht f. Die Bedeutungsent- wicklung macht keine Schwierigkeiten, u. es ist daher unnötig, das nhd. Wort, von dem mhd.-ahd. zu trennen u. zu prangen zu stellen. Ahd. braht am einfachsten wohl zu brechen. Doch könnte man es auch mit lat. fragor m. «Krachen, Getösey, od. lett. bräst«sausen, brausen?, bräsét« tosen vergleichen. 43L. prächtig, adj., bei Luther prechtig, im 16. Jh. auch prachtig, urspr.«stolz, hochmütigy, 1664 bei Duez«stattlich». ZUS. prachtvoll, adj., herrlich. Im 18. Jh. In sonstigen 2Zss. vielfach nur steigernd wie Prachtkerl, m.

Prädikät, n.(Lels, Pl.-e): das vom Subjekt Ausgesagte, die Aussage(1741 bei Zedler); Ehrenbeiname, Titel(im 17. Jh., 1703 b. Wächtler u. im Zeit.-Lex.). Von lat. praedicãtum, Ntr. dês Part. Perf. Pass. von lat. praedicãre öffent- lich bekannt machen, verkündigen, laut sagen, aussagen», später«predigen»(2zgs. aus prae vor u. dicdãre«kundmachen⸗. Von diesem Verbprädizieren, v. behaupten; einem etwas (Titel, Eigenschaft) beilegen. 1727 b. Sperander.

Präfékt, m.(Jen, auch-els, Pl.-eln]): Bezirksvorsteher. Aus lat. praefectus m.«Vor- gesetzter, Vorsteher», Part. Perf. Pass. von prae- ficere«vorsetzenꝰ⸗(zgs. aus prae«vorꝰ u.-ficere für facere«machen»). 1727 bei Sperander; 1703 bei Wächtler Praefectas.

Präfix, n.(Jes, Pl.-e): Vorsilbe. Aus glbd.

fræ. préfiæe, eig. adj.(lat. prae«vors u. fixus von dringlich betteln(b. Bürger Kaiser u. Abt 102).

figere«heften»), also eig.«vorn angeheftet».