Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
457-458
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457 Postament

Pott 458

Ayrer 1767, 7. Postkarte, f.: offne Karte in Briefform. Seit 1870. Postknecht, m., 1691 bei Stieler. Postkutsche, f., a. a. O. postlagernd, Verdeutschung des frz. poste restante. Postmeister, m.:(früher) Vor- gesetzter des Postwesens eines Landes. 1618 bei Schönsleder. Postpakét, n., im 17. Jh. Postpapier, n.: feines Schreibpapier, Brief- papier. Im 17. Jh., z. B. 1678 bei Krämer. Posttag, m.: Tag, an dem die Post abgeht od. ankommt. Im 17. Jh. Postwagen, m., 1691 bei Stieler. postwendend, mit Um- kehr der Post, umgehend.

Postamént, n.(-*els, Pl.-e): Untergestell. Im 16. Jh. Aus einem nlat. postanentum n., von frz. poster, s. postieren.

1Posten, m.(-s, Pl. wie Sg.): Stehplatz, Stand; Aufstellungsplatz einer Wache; auf-

gestellte Wache; Anstellung, übernommene od. amtliche Stelle. Erst 1734 bei Steinbach Posten m., 1711 bei Rädlein Poste m., im 17. Jh. Post(e) m., noch 1735 bei Günther 60 Tost, 1678 bei Krümer Post f.«Standort»,(auch Posto), militärisch 1650 bei Moscherosch Phil. 1, 531 Posten Pl. Desselben Urspr. wie Post. ²Posten, m.(-v, Pl. wie Sg.): in Rechnung gebrachter Betrag. Alter, jetzt aber veraltet Post f., noch bei Lessing Nathan 3, 7. Im 16. Jh. (Germ. 28, 396). Aus ital. posta f. cwozu be- stimmter Geldbetrag, Spieleinsatzy, eig. adie gesetzte Summe»(lat. posita), von positus cgesetzt, Part. Pass. von pônere csetzen.

3 Posten, m.(-S, Pl. wie Sg.): Stück einer Bleikugel zum Schießen; Mittelding zwischen Schrot u. Kugel(Rehposten). 1694 bei Nehring Post f.«Musketenkugel». Aus glbd. frz. poste f., unbekannter Herkunft.

poste restante, frz.,«postlagernd.

posthüm, adj. nachgeboren, nachgelassen. Noch 1820 bei Heinsius Posthamus. Das glbd. lat. post(h)umus.

postieren, v.: hinstellen. 1575 im Garg. 17. Vgl. Germ. 28, 396. Sonst im 16. Jh.«mit der Post reisen, eilen, laufens. Aus glbd. frz. poster von frz. poste m. Posteny.

Postille, f.(Pl.-n): Predigtbuch über die Sonn- u. Festtagsevangelien u.-episteln. 1522 bei Keisersberg Postill. Aus glbd. mlat. postilla f., hervorgegangen aus post illa verha sacrae scripturae«nach diesen Worten der hl. Schrifto, dem altüblichen Anfang der Predigt im Anschluß an den eben verlesnen Text.

Postillion, bayr. auch Postillon, m. (Aels, Pl.-e): Postknecht. 1572 bei Fischart

Prakt. 15; 1615 bei Schönsleder Postilian. Aus glbd. frz. postillon, ital. postiglione m. von ital. posta, frz. poste f.«Post.

postnumerando: mit Nachzahlung; nach- her zahlbar, nachträglich. Zgs. aus lat. post «nach, nachhery u. numerando von lat. nume- rãre«zählen⸗; postnumerieren 1801 bei Campe. Entsprechend praenumerando, zgs. mit prae c«mit Vorzahlung.

Posto, nur in der RA. P. fassen(Goethe Faust 6685): Stellung nehmen. Das ital. posto, s. 1 Posten.

Postskript, n.(Lels, Pl.-e), auch Post- skriptum(-s, Pl.-ta): Nachschrift. Abge- kürzt P. S. Im 17. Jh. Das lat. postscriptum, Ntr. des Part. Perf. Pass. von lat. postscribere cnach(hinter) etwas schreibeny.

Postulät, n.(-els, Pl.-): Forderung. Aus glbd. lat. postulätum n. von lat. postulãre fordern». Schon 1513 postelat(bei Schmeller 1, 413). Bes. dann durch Kant eingeführt.

Potentät, m.(Pl.-en): Machthaber, Lan- desherr. Bei Janssen 2, 998(vom Jahre 1518). Aus glbd. frz. potentat m., ital. potentãto m., u. dies aus lat. potentäãtus m.« Macht, Herr- schaft, Oberherrschaft»(von potens«mächtig»).

¹1 Poténz, f.(Pl.-en): Macht; Zeugungs- kraft. Aus glbd. lat. potentia von potens «mächtigy. Im Anfang des 18. Jh. der Pl. (1703 im Zeit. Lex.) Potentzien die großen Potentaten u. Herrschaften in der Welta.

2 Poténz, f.(Pl.-en): Zahlstufe, Produkt aus gleichen Faktoren(1716 bei Wolff Math. Lex.);(in der Schülerspr.) weibliche Brust. Aus frz. potence f.«Maßstock, Höhenmaßy von lat. potentia s. ¹Potenz.

Potpourri(spr. purrl) n.(1s, Pl.-s): Allerlei. 1741 bei Hübner. Aus frz. potpourri m. Mischung von allerhand Speisen, musi- kalisches Allerlei?. Zgs. aus frz. pot m.«Topf u. pourri, Part. von frz. pourrir, eig.«in Fäul- nis bringen», dann auch zerkleinerny. Das frz. Wort übersetzt das span. olla(Topf) podrida(= pourri)(1739 bei Amaranthes).

Pott, m.(Jels, Pl.-e, Pötte): Topf. Aus dem Nd., mnd. pot, puaf; dazu mndl.-ndl.- afrs.-engl. pot m., mengl. pott,(entl.) spätanord. pottr, schwed. potta«Nachttopf», dän. pot Hohlmaß⸗, potte«Tongefäß». Das Wort ist auch rom.(frz. pot m.) u. kelt.(kymr. pot); früh vulgärlat. pottum. Ursprung unsicher. Hochd. 1575 im Garg. 123, bei Heinrich Julius v. Braunschweig 365. ZUS. Pottasche, f.: Laugensalz, in Töpfenhergestellt. 1716 Ludwig.