45⁵ Pose
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2Pose, f.(Pl. n): Stellung, bes. künst- liche, affektierte. Aus glbd. frz. pose f. von poser zu lat. ponere setzen, stellen, legen. Eig. ein Künstlerwort«Stellung eines Modellsy. Erst später im 19. Jh.
Positiön, f.(Pl.-en): Stellung, Lage(1727 bei Sperander); philosophischer u. grammati- scher Gegensatz zu Negation(1831 bei Grimm Gram. 3, 708 ff.); die Verlängerung einer Silbe durch zwei darauf folgende Konsonannten(bei Grimm Gram. 12, 14 f.). Aus glbd. frz. posi- kion f. von lat. positio f.(zu ponere setzen), woraus schon 1571 bei Rot posita.
positiv, adj.: festgesetzt, bestimmt, sicher, gewiß, bejahend. 1703 bei Wächtler. Aus glbd. frz. positif von lat. positivus«gesetzt, gegeben»(zu pönere«setzens). Pösitiv, m. (Aels, Pl.-e): Grundstufe des Adjektivums. 1703 bei Waächtler. Aus lat. gradus(Stufe) positzvus. Positiv, n.:(in der Photographie) der Abdruck vom Negativ(s. d.), der alles richtig zeigt. In neurer Zeit. Bis zum 18. Jh. ceine Stell-, Stubenorgel»(schon im 14. Jh.). Eig. organum n.(Werk) positzwum chinge- stelltes Instruments.
Positür, f.(Pl.-en): Stellung, bes. zur Verteidigung(sich in P. setzen). 1572 bei Rot. Im 17. Jh. u. noch mundartl. Postar. Aus lat. positũra f.«Stellung(zu ponere«stellen»).
Posse, f.(Pl.-/n): spaßhaft Belustigendes (1767 bei Lessing 7, 96); niedrig komisches Schauspiel. Statt des ältern Schimpf-, Possen- spiel(im 18. Jh.). Aus dem folg. entwickelt. Possen, m.(-s, Pl. wie Sg.): neckischer Streich, Schelmenstreich. In der 1. H. des 16. Jh. bosse m.(bei Dasypodius u. Serranus nur in bossentreiber,-übung, dwerke), posse, auch possz callerlei Geberde, alberne Dinge in Handlung u. Wort, belustigende Witzrede, belustigende Handlung, Schelmenstreich», 1540 bei Alberus dict. Qq 4 bossen pl.«lächerliche Geberden», a 2 b u. kk 1 5 m.«jWitzwort (spätmhd. posse«belustigendes Tunv ist zwei- felhaft), 1556 bei Frisius 991 b der Pl. Possen «wasserausspeiende, überhaupt es von sich gebende menschliche Brunnengestalten», so- wie Possenwerke«Nebenwerk als Zierrat», u. im 16. Jh. auch sonst bosse, posse m. cerhabne Figur, Beiwerk als Zierrat, Entwurf des Bild- ners»(vgl. DW. 2, 262),«Liniengrundlage zur Aufzeichnung einer menschlichen Figur im richtigen Verhältnis ihrer Glieder»(1562 bei Mathesius Sar. 247 b). Also ein altes Gewerks- wort aus frz. bosse f. Beule, Erhabenheit»
(ouvrage d bosse«erhabne Bildarbeits, ital. bozzo m. grob bearbeiteter Stein». Vgl. bos- sieren. Daraus wohl nd. putze m., ndl. po(e)ts f., früher boetse f.«Posse, Schelmenstreich), 1477 clev. boits«Bildy. Die ältre Bed. schimmert noch in Possen reißen, schneiden durch. Die Schreibung mit P steht erst 1734 bei Stein- bach entschieden fest. 4L. possenhaft, adj., 1716 bei Ludwig bossenhaft. possig, adj.: Scherzhaft, närrisch. 1537 bei Dasypodius bossig. ZUS. Possenmacher, m., ndl. poetse- malcer, nd. puatsenmaler. 1648 bei Weckherlin 2, 265 F. Possenreißer, m., 1556 bei Frisius 1179 b Possz oder possenreysser(Ssannio), aber schon 1540 bei Alberus dict. a 2 b bossen reissen (8. o.). Possenspiel, n., bei Ayrer. possierlich, adj.: in Gebärde od. Wort zum Lachen reizend, spaßhaft lücherlich, drollig-komisch. 1571 bei Fischart Dominic. 1652(Kz. 1, 174) bossierlich, b. Ayrer posirlich, von possieren«durch Geberde u. Wort zum Lachen reizen»(bei H. Sachs 5, 237, 9). Von Possen. Seit 1734(bei Steinbach) mit p. Post, f.(Pl.-en): Anstalt zur regelmäßigen, möglichst schnellen Fortschaffung von Briefen, Paketen, Personen; Posthaus; Nachricht(eig. durch die Post erhalten). Anfang des 16. Jh. geläufig, 1509 bei Janssen 2, 767, 1510 bei Liliencron 3, 37, 1512 ebd. 74, dann 1537 bei Dasypodius u. 1539 bei Serranus Pottbott u. Postro. Aus ital. posta f.(frz. poste f., span.-port. posta f.), mlat. posta f.«Standort, Poststandort», aus posita von lat. positus«ge- stellte von pönere«stelleny. Die Benennung stammt davon, daß zur Beförderung u. Weiter- beförderung der Post an bestimmten Stand- orten Pferde aufgestellt wurden(a positis equis Frisch). Zuerst bei den alten Persern, dann in der römischen Kaiserzeit weiter entwickelt; im 15. Jh. aus Italien nach Frankreich u. Deutschld. vordringend, wo 1516 Franz von Taxis die erste regelmäßige Postverbindung zwischen Wien u. Brüssel geschaffen hat. ZUS. Postamt, n., 1691 bei Stieler. Postan- weisung, f.: eine Anweisung auf Geld, das der Post eingezahlt u. dem Empfänger aus- gezahlt wird, 1879. Postauftrag, m.: ein der Post gegebner Auftrag, Gelder von dem Schuldner einzuziehen. Postbote, 1537 bei Dasypodius Postbott. Postdampfer, m.: Dampfer zur Beförderung der Seepost, 1878. Posthalter, m.: der auf den Poststationen die Pferde hält. 1727 b. Aler, 1728 b. Apinus. Posthorn, n.: Horn des Postillons. Bei


