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schwed. plundra. Die ursprüngl. Bed. noch in schweiz. plünderen«Hausrat aus einem Hause (in ein andres) tragen; umziehen?. Davon Plünderer, m., 1618 b. Schönsleder. Plün- derung, f., 1647 bei Schönsleder.
Plunze, f.(Pl.-n):(Blut)wurst. Im 16. Jh. Noch obd.-schwäb. Viell. zu spätmhd. erblansen caufgebläht», schweiz. blunsch dicke, unbehülf- liche Weibspersom. Vgl. Schwäb. WB. 1, 1226.
Plural, m.(-Lels, Pl. Se): Mehrzahl. Aus lat.(numerus) plärdlis m. von plus«mehr».
Plüsch, m.(¹es, Pl.-e): Halbsammet. 1678 bei Krämer. Aus fra. peluche f.«zeug von Leinen u. Kamelhaars, von lat. pilas m. Haar?.
Plusmacher, m.: Ausbeuter, schwindel- hafter Unternehmer. Um die Mitte des 18. Jh. aufgekommen. Vgl. Ladendorf. Zgs. mit lat. plus«mehr». 4.3 L. Plusmacheréi, f., auch schon im 18. Jh.
Plusquamperfekt, n.(-Le)s, Pl.-e), auch Plusquamperféktum, v.: die Vorvergan- genheit. Das lat.(tempus praeteritum) plus- gquamper fectum, eig.«die mehr als vollendete Vergangenheit».
plustern(mit), auch plaustern, v. (meist refl.): die Federn sträuben. Aus dem Nd., mnd. plasteren. Zu nd. plasen«zupfen, mnd. pluysen, ndl. pluisen, vgl. Franck; dazu dän. pluske«zausen, zerzausen» u. a. Vgl. Falk-Torp. Unerklärt. Davon Plüster, m plusterig, plüsterig.
Plutz, s. Plotz.
Pneumätik, f.: Lehre von der Bewegung der Luft; mit Luft gefüllter Gummireifen am Fahrrad u. Automobil, Luftreifen. Von gr. nveuudτνic adj.«zum Winde, Hauch, Atem gehörigo, von rveòho n.«Hauch, Wind, Luft.
Pöbel, m.(—s, ohne Pl.): das gemeine Volk, bes. das rche. Bei Luther P, sonst böbel, bübell, böfel, pöfel, 1618 bei Schönsleder Pöfl, 1678 bei Krämer Pöfel, Pövel, 1482 im voc. theut. e 1 bovel, povel m. n., später auch pavel, põvel«Volk, Leutey. Zuerst Parzival 350, 29. Dazu mnd. popel m., wovon das nd. vulgäre poplig«gewöõhnlich, nicht elegant, nicht den zustellenden Anforderungen entsprechend». Aus prov. poble, frz. peuple m. u. dies aus lat. populus m.«Volk. 4L. pöbelhaft, adj., 1741 bei Frisch.
poch! Interj., eig. Imp. von pochen. Bei Schiller Macb. 2, 5, aber schon bei Keisers- berg Evangelibuch(1515) 984. pochen, v.: mit lautem Ton auf einen Fleck hart auf- treffend schlagen od. auch(bei Erz in Berg-
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werken) stampfen; laut auftreffend wider- schlagen; unterdrückend bedrängen; trotzig (gleichsam aufschlagend) hoffärtig tun(Schiller Räuber 5, 2); sich worauf stützen, verlassen. Bei Luther p. u.(Jer. 4, 19) puchen, sonst älternhd. bochen, buchen, noch 1678 bei Krämer bochen u. p., mhd.(im 13. Jh.) bochen auf- treffend schlagen, anklopfen». Dazu mud. puchen, puggen, nd. pufcken, ndl. poghen, pochen u. beuken, engl. polce. Entl. dun. pulcke, schwed. pocka ætrotzen auf». UÜber andre nordische Wörter s. Falk-Torp. Verw. könnten sein air. bãalaim«schlagen, russ. buchalt«stoßen, schlagen, daß es schallty u. a. bei Berneker. 4B2L. Pocher, m., 1678 bei Krämer Eisen- fresser, Großsprecher». ZUS. Pochbrett, n.: Brett für das Pochspiel. 1741 bei Zedler. Pocherz, n.: geringhaltiges Erz, das zuerst im Pochzwerk zerstampft wird. 1741 bei Frisch. Pochspiel, n.: Name eines Kartenspiels, bei dem man herausfordert, mit einem Brett (Pochbrett). Pochwerk, n.: Stampfmaschine (u. dazu gehöriges Gebäude) zum Zerkleinern der Erze. Bei Bechius Agricola 340.
Pocke, f.(Pl.-n): Blatter, Kinderblatter (früher auch die Lustseuche). Aus dem Nd.; mnd. pocke, poche, nd. polke, mndl. pocke, ndl. pox(ke) f., ags. pocc m., engl. pock, ulter- dän. pol Blase». Obd. mit Verschiebung auch Pfoche. Das Wort dringt im 16. Jh. vor, 1517 bei Trochus O 1; 1611 bei Helvig als sächsisch bezeichnet. Herkunft ist un- sicher. Abl. von einer Wurzel schwellen» besagt nichts. 4L. pockig, adj., 1582 im Garg. 301 pockecht.
Pockel, f., 1. Kön. 7, 31 gleich Buckel.
Pödagra, n.(-s, ohne Pl.): Fußgicht, Zipperlein. Mhd.(sehr selten) pödägra n., um 1500 bodegra, 1482 im voc. ex quo podegram, im 16. u. 17. Jh. gew. podagram n. Mannig- fach umgedeutet zu pfotengram, pfotenlerampf u. a. Aus gr.-lat. pödagra f. Fußgicht», gr. moddpau f.«Fußschlinges, dann die(läh- mende) Fußgicht⸗, zgs. aus gr. rouc(Gen. odéc) m.«Fußy u. ärpa f.«Fangy. podä- grisch, adj., bei H. Sachs 4, 402, 9, von gr. ſodo†icòc fußkrank». Dafür früher im 16. u. 17. Jh. podagrämisch, podagrämisch. Podagrist, m.(-en, Pl.-en), aus einem nlat. podagrista m. Bei Voß.
Podést, Pedést, m. n.(tes, Pl.-e): Ab- satz, bes. Treppenabsatz. Ein Wort der Bau- leute, das in frührer Zeit nicht verzeichnet wird. Eine nlat. Abl. von lat. pes(Gen. pedis) m.«Fußy.


