Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
441-442
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441 pletzen

Plunder 442

Plerrauge, n.: mit dem Plerr behaftetes Auge. Im 16. Jh. plerr, blerr u. plär-, pleyr-, plaraugen; dazu nd. bleerõge«rotes, triefen- des Auge»(Brem. Wb.), engl. bleureyed«trief- äugig», blear«triefůugig machenꝰ, schott. blear cetwas, was das Sehen verdunkelts, dän. Pliröiet, schwed. pliröged. Formen mit i sind mir auch aus Norddtschld. geläufig, z. B. Plierauge, auch pli(e)ren«mit kranken Augen schlecht sehen»; dazu dän. plire«mit den Augen blin- zeln, schwed. plira. Vielleicht zu plärren «weineny. Das 1 unter Einfluß des Wortes piren«mit den Augen blinzelny». Vgl. Falk- Torp unter plire. Gegen Umgestaltung aus frz. berlue f.«Augenfehler» spricht die weite Verbreitung des Wortes.

pletzen, s. bletzen.

Pli, m.(-s): Gewandtheit im Benehmen, Feinheit, namentlich in der RA. der höhere Pli. Aus frz. pli m. Falten von plier«falten aus lat. plicäre«falten». 1801 bei Campe, 1778 bei Hermes Reise 4, 309 N.

plieren, s. Perrauge.

Plinse, f.(Pl.-n): ein dünner Pfann- od. Eierkuchen. 1562 bei Matthesius Sar. blinze- backerin, 1664 b. Duez Plintzen oder öhlkuchen. Omd., preuß. Flinze, Flinse. Wohl aus dem Slav., russ. blinéc m. Pfannkucheny.

plinsen, v.: weinen. Mundartl. in Nord- dtschld. Altmärk. plinsen, flinsen. Unerklärt.

pliren, s. Plerrauge.

Plissée, n.(*, Pl.-s): Faltenbesatz. Aus frz. plissé«gefaltet», Part. von plisser«falten» u. dies von pli«Falte?, s. Pli. Junge Entlehnung.

Plombe, f.(Pl.-n): Bleiverschluß(1801 bei Campe); Zahnfüllung. Ziemlich junge Bil- dung von plombieren, v.: mit einem Blei- siegel verschließen; einen hohlen Zahn mit Blei (od. anderm) ausfüllen. Aus glbd. frz. plomber zu lat. pPlumbum n. Blei». 1791 bei Roth.

Plotz, m.:(geschwinder) mit Schlag auf- fallender Fall. Veraltet, nur in Formeln wie auf den Potz auf Knall u. Fall(1691 bei Stieler), caußer aller Vermutung in größter Geschwindigkeit», bei Heynatz Putz, u. so nordd. Im 17. Jh. wird plotz auch adj. u. adv. gebraucht. Wohl lautnachahmend. 43L. plötzlich, adj. u. adv. Bei Luther(Hiob 18, 11) 1517 platzlich, im 16. Jh. plützlich, um 1320 md. unplotzlich allzu plötzlich». Da- neben auch unter Anlehnung von Blitz blitz- lich, 1537 bei Dasypodius urblitzlich.

Plötze, f.(Pl.-n): karpfenartiges Fischlein mit roten Flossen. Im 15. Jh. plötze, plactze,

plosse, plotz(1482 im voc. theut. 2 3 b), blotz, pletzgen. Omd. Aus dem Slav., kaschubisch ptotlca, ploc, plodieska, ptocica.

Pluderhosen, Pl.: überaus weite faltige Beinkleider. Im 16. u. 17. Jh. Blauder-, Bloder- hosen, aber schon 1536 bei Liliencron 4, 146 Pl. Im 15. Jh. in der Limburger Chron. 40, 41 ploderhosen. Zgs. mit blader, bloder, ploder cblasebalgartig aufgeblähte Weite»(Schottel, Stieler), von mhd. blodern, s. plaudern, eig. «schlagartiges Rauschen von sich geben».

Plumeâãu(Spr. pläümb), n.(-s, Pl.-s): Federdeckbett. Aus glbd. frz. plumeau m. von plume f.«Feder»(lat. plama). Neu.

plump! Interj. zur Bezeichnung eines dumpfen Schalles od. Falles. Aus nd.-mnd. plump, plomp. Obd. pflumpf, b. Schiller 2, 34 (Räuber 1, 2) u. Blumauer An. 1, 169 u. schon 1553 b. H. Sachs Fastn. 46, 161. Plump, m. (Aels, Pl.-e): schwerer Fall. Aus mnd. plump, bayr. Plumpf, schweiz. Pflumpf. plump, adj. u. adv.: roh ungefüge, roh ungeschickt; stark massenhaft, eig.«mit einem Pump auftretend). Aus mnd.-nd. plamp, auch plomp, 1477 clev. plamp, plomp, 1578 b. Fischart Flöhh. 1801 u. ö. plumpen, v.: dumpf schallend fallen, schwer aufschlagend fallen. Aus nd. plampen, plompen. In den Fastn. d. 15. Jh. 117, 1 plampfen. plump ist wohl lautnachahmend.

Plumpe, f., plumpen: Wasser schöpfen, s. Pumpe, pumpen.

plumps! Interj. wie plamp mit s unter Ein- wirkung von plampsen. Bei Luther. Plumps, m., plumpsen, v. Erst jung belegt(hinein pl. 1778 bei Hermes 1, 598). Plumpsack, m:: schwerer mit Wucht niederfallender Mensch; plumper Mensch(1739 b. Liscow); mit einem Knoten versehenes Taschentuch bei einem bekannten Spiel.

Plunder, m.(ss): allerlei nichts wertes Gerät u. Zeug. Alternhd. auch Blander. Urspr. ohne den herabsetzenden Nebensinn. 1556 bei Frisius«Hausgerät», 1482 im voc. theut. 2 Plunder oder neabe kleyder, zuerst mhd.(1383) plunder m. Bettzeug», dann«Wäsche, Klei- dery; dazu 1598 ndl. plunder, plonder m. zu mnd. plande m. f.«allerlei kleines Hausgerät», nd. plunne, daraus ndl. plunje. Unerklärt. 4B2. plündern, v.: allerlei Gerät usw., über- haupt Sachen als Beute gewaltsam wegnehmen u. fortbringen. 1642 bei Duez pl. u. blündern, bei Luther stets pl., spätmhd. plundern; dazu mnd. planderen, plonderen, ndl. plundern, engl. Plunder. Auch ins Nordische entl., dän. plyndyre,