Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
439-440
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439 Platz

Plerr 440

platéa«Straßen, um 300 n. Chr. auch«Hofraum, Hausflur, im Mlat. noch«Raumpunkt, be- festigter Orty(plãtea fortis), von gr. oreia f. Straße», eig. die breites(näml. dd6c«Straße») von Maröc cbreit». ZUS. Platzmajor, m., nach frz. major de place«Offizier einer Festungs. 1727 bei Sperander.

² Platz, m.: flacher dünner Kuchen. Jetzt gewöhnlich nur im Dim. Plätzchen, n.(-s, Pl. wie Sg.): Zuckerplätzchen. Im 15. Jh. blacæ, placz, im 14. Jh. md. platzhelce«Bäcker dün- ner Kuchen». Wohl nichts andres als Pletz Flicken, Lappenꝰ, s. bletzen, auch Platz. Poln. placek m.«flacher Kuchen» stammt wohl aus dem Deutschen.

platzen, v.: einen Schall geben(Goethe 12, 99), auch vom Schall der, Feuerwaffen, Patzen eines kleinen Gewehrfeuers Goethe 33, 277; mit Schall auftretend fallen(ins Wasser hineinplatzen bei Alberus Fab. 21, 325); mit Schall bersten. Wetterau. auch«mit der Peit- sche knallen. Mhd. u. md. blatzen, platzen «mit(Schall u.) Schlag plötzlich worauf hin- stürmen, losbrechen, schallend schlagen, laut aufschlagend niederfallen. Wohl lautnach- ahmend u. stammverwandt mit platschen, plad- dern(s. d.). ZUS. Platzpatröne, f.: nur knal- lende, nicht scharfe Patrone. Platzregen, m:: plötzlich niederfallender, schallender Regen. 1482 im voc. theut. 2; ndl. plasregen ist ver- schieden davon, 2gs. mit plassen, engl. io plash, eine etwas andre Bildung als platschen.

plaudern, v.: gesprächig, traulich schwat- zen; ausschwatzen. Bei Luthern Ps. 59, 8; Sir. 20, 8; W. 6, 240. Dagegen im 15. Jh. Zimm. Chron. ² 3, 215, 19 pPlädern, pomm.-köln. pla- dern. Dasselbe Wort in ältrer Form ist wohl bloder(e)n, 1537 b. Dasypodius 19°, 306 u. 1539 Serranus dict. c4 b, noch im 17. Jh. plodern, im 15. Jh. md. vorwiegend Ploderen, 1486 in den Fastnachtssp. 256, 3 schwatzen», im 13. Jh. blodern«schlagend rauschen». Daneben Formen mit a, die aber wohl zum Stamm platzen gehören. Wohl lautnachahmend. 4L. Plauderéi, f., 1691 b. Stieler. Plauderer, m., bei Luther W. 6, 70 Pleuderer, in den Fastn. d. 15. Jh. 254, 23 blodrer. plauderhaft, adj., 1678 b. Krämer. ZUS. Plaudermaul, n., nd. plidermãl. Im 18. Jh. Plaudertasche, f.: Schwätzer. 1678 b. Krämer, nd. pladertasche. Schon spätmhd. Conrad Plodertasch.

Plaue, f.(Pl.-n): gleich Plahe. Bei Grim- melshausen Blaue. Noch schles. Bei Freytag W. 1, 77. 78.

plauschen, v.:(bayr. öst.) schwatzen, plau- dern, Unsinn reden, auch lügen. Erst um die Mitte des 19. Jh. weiter verbreitet, vgl. AfdA. 15, 13. Auch preuß. pluschen, was aber wohl lit. plaskéti«schwätzen» ist. Stammverwandt mit plaudern.

plausibel, adj.: wahrscheinlich, annehm- bar. Aus frz. plausible, lat. plausibilis«Beifall verdienend» von plaudere Beifall klatschen. 1703 bei Wächtler.

plaustern, s. plustern.

plauz! Interj., den Fall bezeichnend, wie bauz, pardauæz. Davon plauzen, v.: hin- plauzen, hinfallen.

Plauze, f.(Pl.-n): Eingeweide, nament- lich die Lunge. Omd.-preuß. Aus poln. placa f.«Lunge». Bei Schweinichen 1, 136. 1781 bei Kindleben alt u. gemein für Leber».

Plebéjer, m.(*, Pl. wie Sg.): nicht Ade- liger; der gemeine Mann. Von lat. plébéiu⁸ cbürgerlich, niedrig, gemein?, von Plebs f. «Bürgerstand, Volk, der gemeine Haufe. Noch 1727 bei Sperander in lat. Form.

Pleite, f.(Pl.-n): Bankrott. Aus dem Jüd. S. Hlöten.

Plempe, f.(Pl.-n): Seitengewehr mit kurzer, breiter Klinge;(scherzhaft) Seitenge- wehr überhaupt. 1664 bei Duez. Nd. plampe. Von plampen, v.,(schweiz.) s. v. w. bammeln (s. d.), 1561 bei Maaler. Davon plempern in verplempern(s. d.). Dazu auch Plempel, m.: schales, schlechtes Getränk. Obd. Eig. chin- u. hergeschwapptes u. daher schlechtes Getränks.

Plente, f.(Pl.-n), auch Plenten, m. (, Pl. wie Sg.): Gericht aus Mais- od. Buch- weizenmehl. Bayr. Aus glbd. ital. polenta.

plentern, v.: gemischten Waldbestand durch Aushauen einzelner Bäume lichten. Eig. blendern die Blender, d. h. die das Licht be- nehmenden Bäume aushauen. 1774 im Forst- lex. 1, 1008. ZUS. Plenterbetrieb, m., -wald, m.,-wirtschaft, f.

Plenum, n.(-s): die volle Versammlung der Berechtigten. Alter Versammlung in pleno cim vollen» von lat. plenus«voll».

Pleonâãsmus, m.(Gen. wie Nom., Pl.-as- men): Uberfülle des Ausdrucks. Das später gr. Jat. pleonasmus m., gr. eovacuòc m., eig. Uberflußy, von gr. Xeovdzetv«mehr als nötig sein» zu Xéov«mehr». 1728 b. Apinus. Dazu pleonästisch, adj., von griech. Xeovacruc cüberflüssigy.

Plerr, n:(veraltet) Augenkrankheit. ZUOS.