Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
431-432
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431 Pionier

Placken 432

Pionier, m.(-s, Pl.-e): besondre Truppen- gattung, die Wege u. andre technische Dinge herzustellen hat;(übertragen) Bahnbrecher. 1694 bei Nehring«Schantzgräber». Aus glbd. frz. pionnier m., von pion«Fußsoldate, von lat. pes m. ußy.

Pipe, f.(Pl.-n): Flüssigkeitsmaß von etwa 550 1, in Hamburg u. andern Orten; Faßhahn. Aus dem Ndd., wo 1755 hamb. pipe f., eig. Röhre»,(lautlich unser«Pfeife) u. dann, wie auch ndl. pifp f.«langes schmales Wein- od. Olfaßy. Ebenso frz. pipe f., span. pipa f., 1482 im voc. theut. z 22 pippe f.«Zapfröhre».

Pipétte, f.(Pl.-/): Saugröhre, Stechheber. Aus glbd. frz. pipette f. von pipe(s. o.).

Pips, m.(-es): Schnupfen, d. h. Ver- stopfung der Nase mit verhärteter Zungen- spitze bei dem Federvieh. Ndâd. Form. 1642 bei Duez piptz, pips, pippis, im 15. Jh. pippys, bipße, pippuß, 1420 auch pip, nnd. u. nndl. pip f. Die eig. hochd. Form Pfipfs, Pfips, nach Adelung Pfipps, im 15. Jh. pPflppfeß (ahd. phiphig, Pfipfis, phepis, fiffiz) ist außer Gebrauch. Früh aus vulgärlat. pfpita für lat. pituãta f.«Schleimy unter Einfluß von pipäre cpiepeny. Aus einem weiter umgestalteten tippita entsprang dial. zipf m., 1482 im voc. theut. pp 8 ³ 2ν☚[, bald nach 1400 2ipph, 1470 md. cæuνp, um 1500 auch zipfs, spätahd. zipf.

Pirät, m.(-en, Pl.-en): Seeräuber. Aus glbd. lat. prrdta m., gr. neiparic, von reipdv «versuchen, abenteuern». 1478 b. Wyle 307, 17, im 16. Jh. in der Zimm. Chron. ² 1, 141, 9.

Pirol, m.(-els,-e ſu.s-): Goldamsel, Kirschvogel. Bei Adelung Pirolt, um 1600 byrolt, mhd. bruoder piro(bei Megenberg). Wahrscheinlich nach dem Rufe des Vogels. Umgedeutet in Bierhold, md. 1470 birholt, 1686 Piroler, was man nach dem Lockrufe, in dem man«Bier hol» zu hören glaubte, in Bierholer auslegte. Alternhd. außerdem bierolfy, gerolff, tyrolt, nhd. dann auch Bülau, Bülow, Schul= von Thierau, Koch von Kielau, vgl. Suolahti Vogeln. 172.

Pirsch, s. Birsch.

Pirutsch, s. Barutsche.

pisacken, s. Piesacken.

pisch, Interj. zur Bezeichnung eineszischen- den Tones; Aufforderung zum Schweigen. pischen, v.: die Kinder(mit pisch, pisch) einschläfern. Mundartl.

pispern, v.: bis zur Unverständlichkeit heimlich u. leise sprechen(Goethe 1, 180). Mrhein. im 15. Jh.(Diefenb. gl. 570 2). Da-

neben bispern, bispeln, ispern, wispeln, fis- pern(s. d.), wohl alle lautnachahmend.

Pisse, f.: Harn. Aus nd. pisse, 1477 clev. Pyss, 1482 im voc. theut. z 2 b pysse f., mndl. pis f. Bei Luther 8, 135²a. Alternhd. auch piss m. Von pissen, v.: harnen, 1482 im voc. theut. z 2 b, 1477 clev. yssen, 1414 pissen, afrs. pissia, mndl. pissen. Ebenso engl. piss, frz. pisser. Unbekannter Herkunft. Pissoir (spr.-o-ar), n.(-s, Pl.-e): Bedürfnisanstalt. Aus glbd. frz. pissoir m. von pisser.

Pistäzie, f.(Pl. ·/): Der Baum pistacia vers u. dessen Frucht. 1546 bei Bock 360 b. Aus lat. pistacia, von gr. ricxdxαν f., ticrdxiov n. u. dies aus pers. pistah«Frucht der Pistazie.

Pistill, n.(-Lels, Pl.-e): Stempel, Staub- weg der Blüten. Aus glbd. lat. pistillum von pinsere«stampfen». 1813 bei Campe.

Pistöl, n.(-els, Pl.-en),(preuß. öst.- bayr. nur) ¹Pistõle, f.(Pl.-n): kurze Feuer- waffe nur zum Handgebrauch. 1617 bei Wall- hausen corp. mil. 3. Das Ntr. bei Fleming 110, Logau 3, 4, 26, 1664 bei Duez Pisktohl n., aber 1664 in der Nomenclatura 227 F. Nach Weigand (ohne Beleg) in der 2. H. des 15. Jh. Bistolle(2). Aus glbd. frz. pistole(jetzt nur pistolet), ital. pistola, viell. benannt nach der Stadt Pistoja, wo diese Waffe hergestellt wurde.

² Pistöle, f.(Pl.-n): ein Goldstück urspr. im Wert von 15 M. 1669 im Simpl. 295, 1575 im Garg. 420 Pistolet. Aus glbd. frz. pistole f. Unerklärt.

pittorésk, adj.: malerisch. 1791 bei Roth pittoresgue. Vgl. Zfd W. 2, 268. Uber glbd. frz. pittoresque aus ital. pittoresco zu lat. pictor m. Maler.

Plache,= Blahe(s. d.), 1556 bei Frisius segestre plachen.

placieren(spr. plaß-): auf-, anstellen, anterbringen. Aus glbd. frz. placer von placef., s. Patz. 1727 bei Sperander.

Plack, m.: Mühe, Arbeit, Plackerei. Ndd. sehr gebräuchlich, in der Schriftspr. erst im 19. Jh. Von placken, v.: luästig, kleinlich plagen. 1691 bei Stieler. Germ. 28, 395 Nach- weis von 1422. Eine Neubildung zu plagen, wie büclcen zu biegen, nichen zu neigen. 4 BL. Placker, m., 1691 bei Stieler, im 15. Jh. md. plecker m.«Straßenräuber?. Plackeréi, f., 1531 bei Franck Chron. 128 b placarey. Md. nach 1450 pleckerei f.«Straßenraub», auch schon 1422 plackarie(Germ. a. a. 0.). Die Worte sind obd. fremd u. eig. ndd. od. md.

Placken, m.(-S, Pl. wie Sg.): Flecken,