429 Pimpernuß
Pinzette 430
pimpinelle f., um 1500 pimpinel, bympinel; 1716 bei Ludwig Pimpernelle f.
Pimpernuß, f.(Pl.-niusse): die Frucht der Pistazie, dann die von staphylea. 1546 bei Bock in 1. Bed. Eig.«Klappernuß», von mhd. pümpern, pumpern, bayr. pPampern, pem- pern, pümpern«klappern», 1691 bei Stieler pimpern æklappern.
Pimpinelle, s. Pimpernell.
Pinässe, f.(Pl.-n/): kleines schmales langes 2 mastiges Schnellschiff. Um 1600 bei Hulsius Schiff. 3, 16. 1716 bei Ludwig Pinnas n. Ndd. pinass f., ndl. pinas. Aus glbd. fraz. pinasse f., abgel. von lat. pinus f.«Fichte?, also Fichtenschiff?.
Pincenéz(spr. peßné), n.(unveränderlich): Klemmer, Kneifer. Aus frz. pince-nez m., 2gs. aus pince, Imp. von pincer«klemmen» u. nez«Nase». Junge Entlehnung.
Pinge, Binge, f.(Pl.-n): durch Einsturz entstandne trichterförmige Vertiefung, bes. in Bergwerken; auch künstliche Vertiefung, alter verlaßner Schacht. Bei Matth. Sar. Binge, Pinge, mhd. binge(Weist. 4, 157). Dazu dän. bing«große Kiste, Kasten, Kornkistes, schwed. dial. bing«Korn-od. Mehlkiste, anord. bingr m. cabgeteilter Raum». Wohl zu ahd. bungo &Haufen», s. Bachbunge. Dazu noch lit. pra- bangä f.«Menge», bingus æstattlich?.
Pinguin, m.(-Lels, Pl.-e): Fettgans. Aus frz. pinguin m., von lat. pinguis«fett. Im 18. Jh. entl.
Pinie(dreisilbig), f. Pl.-/): der Samenkern von pinus pinea, dann der Pinienbaum. 1715 bei Amaranthes Pinge u. Pinie. Aus lat. pinea f. «Fichtennuß,-kern», von Pinas f.«Fichtes.
Pinke, f.(Pl.-n/): plattes, 3 mastiges, hinten hohes Lastschiff. Bei Wieland Ob. 9, 3; 1703 im Zeit. Lex. Pinck. Aus nd. 1582 pinke f. «Schnellschiffy, ndl. pinkc. Aus dem Nall. auch wohl frz.-portug. pinque m. Unerklärt.
Pinkeln, v.: harnen. Bei Luther Tischr. 106 b. Ndd. Dazu glbd. dän. pinke, schwed. pinkca. Zu ostfrs. pinke«penis» auch«kleiner Finger». Weitre Anknüpfungen bei Falk-Torp.
pinken, v.: Funken schlagen. Lautnach- ahmend, vom Anschlagen des Feuerstahls am Stein. Vgl. pinkepank, vom Schlagen des Schmiedes auf den Amboß. Im Nd., wo auch Pinkebank, wie sonst im 17. Jh. Pinke- winlc u. noch in der Wetterau Binklebank cein gewisses Kinderspiel».
Pinne, f.(Pl.-n): Kleiner spitziger Nagel; Schusterzwecke, 1716 bei Ludwig; kKleiner
spitzer Stab beim Feldmessen(1747 im Math.
Lex.). Aus nd. pinn() f., auch m., ndl. pin(ne) f., 1413 mrhein. pinne«Pfriemen»(Diefenb. gloss. 562), aber mhd. pfinne(woher ³Finne). Aus lat. pinna f.«Feder, Schwung-, Floßfeder, Mauer-, Helmspitze», im Mlat. auch Nagel». Pinscher, öst. auch Pintscher, m.(-s, Pl. wie Sg.): Hundeart, bes. Affen-, Ratten- pinscher. Erst Ende des 18. Jh. Eig.«gestutzter Hund» von engl. pinch cabkneifen, stutzeny. ¹Pinsel, m.(-S, Pl. wie Sg.): Haarbüschel an einem Stiel, um Flüssiges aufzutragen(weid- männisch) die Brunftrute beim größern Wilde. Erst bei Adelung Pinsel, bei Frisch, Rädlein, Stieler, Alberus. Daneben Pensel, 1642 bei Duez allein Pensel. Md. pinsel, mhd. pensel, bensel, im 12. Jh. pensil«Haarbüschel, womit gemalt wird», aus afrz. pincel m., lat. péni- cillus m., pénicillum n. Pinsel, Schwamm zum Abwischeny. 4BL. pinseln, v.:(im verächtl. Sinne) schlecht malen. Mhd. pinseln. ² Pinsel, m.(-*s, Pl. wie Sg.): unselbständiger Mensch, Einfaltspinsel. Im 18. Jh. studentisch, 1795 bei Augustin. Ganz verschieden vom vorigen. 1663 bei Schottel pinsule«-homo tenacissimus», aus dem Nâd., wo im Brem. Wb. 3, 319 Pinnsoul«ein Schusterpfriemen, ein karger Filz», auch schon 1755 bei Richey Pinn-Suhl«Schusterpfriem, Knauser», also 2gs. aus Pinne u. Soul, s. 2Sdäule. Dazu preuß. pinseln«geizen, knickern, knausern, engherzig handeln, kleinlich um eine Sache dingen, feil- schen»,(auch 1776 bei Hermes Reise 2, 177; 3, 208), gött. pinseln«zusammengeizenꝰ, 1755 obersächs. pinseln«genau u. karg sein»(bei Richey). Wie die Bedeutungsübertragung zu- stande gekommen, ist unklar. Pinsel im Hochd. 1735 bei Günther 941. Nach Heyne Wb. pinseln, v.: weichmütig weinerlich tun, weinerlich klagen. Bei Mathesius Syr. 1, 128². Auch bei Seume Spaaierg. 1, 128(Hempel). In ndd. Ma. Von pinsen(im Brem. Wb.), 1477 clev. pnsen, peynsen«wehklagen)». Pint, m.(els, Pl.-e): das männliche Glied. Nd.-schles. Im 15. Jh. pint, pinde m. Unerklärt. Pinte, f.(Pl.-n): ein Flüssigkeitsmaß in Frankreich, den Niederlanden;(schweiz. auch) Wirtshaus. 1482 im voc. theut. z22 pindt, in der Zimm. Chron. ²3, 247, 27 pinten, 1477 clev. pynta, ndl. pint f. aus frz. pinte f. Unbekannter Her- Pintscher, s. Pinscher.[kunft. Pinzétte, f.(Pl.-n): kleine Zange. Aus glbd. frz. pincette f. von pincer«kneifen, mit der Zange fassen». 1791 bei Roth.


