Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
427-428
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427 Pikee

Pimpernell 428

eisen. Früher, im 17. Jh. Piexce, 1669 im Simpl. 161 Bique. Eig. ndl.(vgl. Teuerdank 31, 33.), clev. 1477 pyeck, mndâl. piec m., mnd. péklc m. n. Aus frz. pique f.«Spieß, das unsichrer Herkunft ist. RA. von der P. auf dienen«vom untersten Grad anfangen. Vom militärischen Leben her allgemein ge- worden. Eine P. auf jem. haben, älter einen Pik cheimlicher auf Vergeltung ausgehender Groll⸗, dies aus dem Nâd. u. weiter aus frz. avoir une pique. Im 17. Jh. entl. Bei Goethe Br. 7. 5. 1779 Picks.

Pikée, bayr. Piké, m.(-s, Pl.-s): dicker Baumwollstoff. Aus glbd. frz. piqué m., eig. «gesteppt, wie gesteppt aussehend», Part. von piguer(s. pikant). 1813 bei Campe.

Pikenier, m.(els, Pl.-e): Pikenträger. Früher auch Pixenierer(Piquenierer im Simpl. 3, 90, 25 Klr.); dazu mndl. pykenier u. Pygckier nach frz. piguier m.«᷑Pikenträgery.

1Pikétt, n.(Tels, Pl.-e), öst. auch Piquet: Feldwache,(beim Heere jetzt) Vorposten- eskadron. 1728 bei Apinus. Aus ndl. pircet n. u. dies aus frz. piquet m., eig.«Zelt-, Lager- pflock» von frz. piquer, S. picant.

2 Pikétt, n.(-Lels, Pl.-e), öst. auch Piquet: Kartenspiel. Im 17. Jh.(z. B. bei Abraham a. St. Cl., vgl. Zfd W. 8,259) aus glbd. frz. piguet m., das wohl von piguer(s. pikänt) stammt.

pikfein, adj.: sehr fein. Zgs. mit nd. piekx «vortrefflich, auserleseny(Brem. Wb. 3, 311). Dazu glbd. ndl. puic. Unerklärt. Vgl. aber Falk-Torp unter pigg. Bei Fontane Stechlin das Adj. piff u. Komp. piker.

pikieren, v.:(refl.) seine Ehre in etwas setzen. 1691 bei Stieler. Aus frz. se piquer csich anstacheln». Das Part. pikiert: leicht beleidigt, 1691 bei Stieler.

Pikkolo, m.(-, Pl.-s, bayr. auch Pikkoli): der jüngste Kellner. Aus ital. piccolo, S. Pickelflõte.

Piläster, m.(-s, Pl. wie Sg.): Wandpfeiler. In der 2. H. des 18. Jhs. aus glbd. ital. pilastro m., von lat. ptla f. Pfeilerꝰ.

Pilen, Pl., bes. in der Zss. Mohnpilen, 1781 bei Kindleben«in der Mark eine Mehlspeise, die aus geriebnem Mohn, Semmel u. Zucker bereitet wird». Im nördl. Teil der Grafschaft Ziegenhain Pille(Vilmar 302) Festkuchen für Weihnachten oder die Kirmes». Unerklärt.

Pilger, m.(-s, Pl. wie Sg.), veraltet Pil- gram, aber altertümlich edel Pilgrim(, Pl.-2): Waller nach einem Andachtsorte.

1642 bei Duez Bilger, Bilgram, im 15. Jh. Bibernell.

bilger, aus bilgere, 1440 bilgeri, im 14. Jh. bilgri, aus mhd. bilgerin, pilgerin, später bilgrin, äͤlter bilgerdm, pilg(e)rim, dann im 15. Jh. auch pilgerem, pilgeram, bilgram u. andre Formen, vgl. Zfd W. 11, 36, ahd. piligrin, piligrim. Aus ital. pellegrino m.,(frz. pélerin) von lat. pere- grinus, im 4. Jh. inschriftl. pelegrinus m.«der Fremde»(noch bei Luther Matth. 27, 7), im kirchl. Mittellat.«Wallfahrer». Das auslautende m durch Einfluß des p. 41. pilgern, v., erst 1787 bei Krämer. Pilgerschaft, f., 1678 bei Krämer auch Pilgramschafft, im 15. Jh. bilger(in)schaft. ZUS. Pilgerfahrt, f., 1520 bei Keisersberg Narrenschiff S4d bilgerfart. Pilgerstab, m., mhd. bilgerinstap, im 15. Jh. bilgerstap.

Pille, f.(Pl.-/): Arzneikügelchen. 1678 bei Krämer P., 1642 bei Duez Pillale, 1664 auch Pille, 1572 bei Rot Pi(l)lel, spätmhd. pillule aus lat. pilula f., von pila f. Ball, Knäul, Kügelchen». ZUS. Pillendreher, m., scherzhaft für Apotheker. 1809 bei Campe.

Pilöt, n.(en, Pl.-en): Steuermann, Lotse. 1562 bei Matthesius Sar. 98. Aus ndl. piloot, von frz. pilote u. dies aus ital. piloto, älter pedota. Nach Breusing Ndd. Jahrb. 5, 9, ab- geleitet von gr. undöv n.«Steuerrudery.

Pilz, m.(es, Pl.-e): eßbarer Schwamm; Hutschwamm. Noch bei Adelung 1777 Bilz (daneben Pilz), 1741 bei Frisch Bülz, Bilz, auch Pilz, 1722 bei Freyer Pältz, bei Logau Pilz; mhd. bile m., ahd. baliz m., aus gr. Jat. böletus m., gr. Bukirnc m.«eßbarer Schwammy. RA. in die Pilæe gehen: verloren gehen. Im 17. Jh.

Pimént, m. n.(lels, Pl.-e): Nelkenpfeffer, engl. Gewürz. Mhd. pigment(e), pimentle) n. f., ahd. piminta, pimenta, piminza f. dewürz, gewürzter Wein'», aus lat. pigmentum n., auch &Kräutersaft, Gewürzy». Vgl. Pigmént.

pimmeln, s. pimpeln. pimpeln, v.: weichmütig weinerlich, empfindelnd klagen, sich kränklich gehaben, über kleine Schmerzen klagen(1781 bei Kindleben); 1696 bei Reuter Schlampampe 119 pimmeln, 1678 bei Weise pol. Näscher 46 pümpeln, 1691 bei Stieler pimpeln«bimmeln». Wohl von den Lauten pimm u. pimp ausgegangen, eig.«wie eine Schelle fortwährend klingen». 4E. pim- melig u. pimpelig(1809 bei Campe).

Pimpernell, m.(-els, Pl.-s), Pimpi- nélle, f.(Pl.-n): die Pflanze pimpinella. Aus frz. pimprenelle f. mit eingeschobnem r, ital. u. mlat. pimpinella f. aus pipinella. Vgl. 1505 im voc. gemmagemm. t 30