42⁵ Pickelhering
Pike 426
Pickelhering, m.: im Pökel liegender od. gelegner Hering(1582 bei Golius Onom. 322, mnd. pickel-, pekelherinc, Weist. 3, 15); Lustig- macher auf der Schaubühne. Mit dem engl. Schauspiel im ersten Viertel des 17. Jh. ge- kommen aus engl. pickleherring, zgs. mit engl. pickle«Salzbrühey, s. Pokel. Bei Schiller Räuber Mannheim. Theaterausg. 1, 3 das Geld verrostet in den Kisten ausgedérrter Pickelhäringe.
picken, v. mit der Schnabelspitzezufahrend stoßen od. aufnehmen; mit einer Spitze haken; dem ähnlich tönen. Bei Adelung bicken. Mhd. bicken u. becken; dazu nd. picken, ndl. pilckcen«picken⸗, mudl. picken«einhacken, graben». Vielleicht von kelt.-lat. beccus «Schnabel» abgel. Vgl. auch frz. piquer u. dessen weit verbreitete Verwandte. 48 L. Picker, m., in Vogelnamen wie Nuß-, Feigen-, Fliegenpicher, 1716 bei Ludwig. 1691 bei Stieler«Steinhauer», 1477 clev. steinbycker. pickern, v.: wiederholt leise pochen. Die Uhr pickert, bei Voß Luise 2, 350 u. 352. Im 18. Jh. aus nd. pickern, bilckern, pilckern.
Pick(e)nick, n.(-S, Pl.-e u.-s): Schmaus aus Speisebeiträgen der Teilnehmer. Wohl aus glbd. frz. pique-nique m. Unbekannter Her- kunft. Um die Mitte des 18. Jh.(vgl. Zfd W. 7, 48) entl. 1781 bei Kindleben Pikenilkc.
Piedestàl(spr. pi-e-), n.(-Lels, Pl.-e): Säulenfuß, Fußgestell. 1703 bei Wächtler. Aus frz. piédestal m. u. dies aus ital. piede- stallo m., zgs. aus ital. piédde(von lat. pes) m. & ußy u. stallo m.«Standort» aus ahd. stal m. «Standort, Gestells.
piep, Interj. zur Bezeichnung eines piepen- den Tones. 1691 beiStieler. Lautnachahmend. RA. nicht piep sagen können. piepe(nur in der RA. das ist mir piepe«gleichgültig») ist das nd. pipe Pfeifen; es bed. eig.«ich pfeife darauf». Vgl. Zfd W. 1, 280. piepen, v.: einen kurzen schwachen feinen Ton hören lassen; klagen, winseln. 1420 in Schröers Voc. S. 40, 3279 md. pppen. Lautnachahmend, wie engl. to peep, gr. nirniketv, port. pipilar, lit. plpti. 43L. piepig, adj.: von feiner klagender Stimme. Nordthüring. Auch s. v. w.«piepe? (Magdeburg). piepsen, v., 1691 bei Stieler. Bei Abraham a S. Cl. Judas 4, 290 pipitzen, von Heine 3, 226 gebraucht. ZUS. Piep- hahn, m.: männliches Glied. Anfang des 17. Jh. belegt. Piepvogel, m., spöttische Bezeichnung für den roten Adlerorden.
Pieraas, m.: Regenwurm als Köder an der Angel. 1640 bei Colerus Hausbuch 497.
Aus mnd. Fräs, zgs. aus ndl. pier f., 1477 clev. pyr, mnd.(15. u. 16. Jh.) pyr, pyer f. «Regenwurm, Wurm» u. Aas(s. d. ¹). Vgl. norw. piraal«Wurmfischꝰ, schw. piral«schma- ler, dünner Aal». Dazu auch pieren, ostfrs. «mit Würmer fischen», in Magdeburg stumm aber gierig betteln» von Kindern. Dazu 1768 brem. piren«genau suchen, sorgfältig sammelno, norw.-dial. pira«mit den Augen blinzeln?.
piesacken, bayr. pisacken, v.: durch empfindliches Zusetzen quälen, plagen. Ndd. allgemein. Schon bei Richey. 1781 bei Kind- leben. Unerklärt.
Pietät, f. Frömmigkeit(1703 b. Wächtler); ehrerbietige Rücksicht(1824 b. Goethe 41, 2, 133 als«jungfräulich keusches Wort» bezeichnet). Schon 1572 bei Rot in beiden Bedd. Von lat. pietas f.«Frömmigkeitz. Pietismus, m:: bestimmte(oft krankhafte) Richtung der Frömmigkeit; Frömmelei, Muckertum. Zu- nächst von den Gegnern Ph. J. Speners ge- braucht, um die von ihm seit 1670 vertretne u. in den collegia pietatis(gottesdienstliche Hausandachten) geübte kirchliche Richtung spöttisch zu bezeichnen. Nlat. Abl. von pietas. Pietist, m.(-en, Pl.-en): Frömmeler, Mucker. 1674 in Frankfurt a. M. aufgekommen. Der Name wurde spottend bes. einigen jungen Uni- versitätslehrern in Leipzig gegeben, als sie 1689 im Geiste Speners collegia pietatis zu halten begannen. Vgl. Kirn, die Leipziger Theol. Fakultät(1909) 98. Aus nlat. pietista, daher noch jetzt Pietiste, 1703 bei Wächtler.
piff, s. paff.
Pigmént, n.(-Lels, Pl.-e): Farbstoff, Aufstrich, Schminke. Aus glbd. lat. pigmen- kum n., 1813 bei Campe.
¹Pik, n.(Gen. wie Nom. u.-s, Pl.-s): eine der 4 Farben im Kartenspiel, Schüppen. 1741 bei Frisch. Aus glbd. frz. pique f. m.
2 Pik, m., s. Pike.
pikänt, adj.:(von Speisen), starkreizend (im 17. Jh.);(übertragen auf das Geistige) spitzigtreffend, prickelnd(im 18. Jh., vgl. ZfdW. 2, 267, 8, 86). Aus frz. piquant, Part. Präs. von piquer stechen, scharf berühren, einem empfindlich sein». Vgl. Pifte. 4 BL. Pikanterie, f.(Pl.-/),«ein in Deutschld. gemachtes franz. sein sollendes Wort, das Personen von Handwerksburschengeschmack häufig zur Feindschaft, oft auch zur Stichelei gebrauchen», Heynatz 2, 322. 1703 bei Wächtler «Feindschaft, Groll». Schon im 17. Jh.
Pike, f.(Pl.-n): Stange mit spitzem Stech-


