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engl. prop«stützen. Die Herkunft aus dem folgenden ist nicht unmöglich, da dies sehr früh entl. worden ist. Deutsche Nebenformen wie pfrumpfen, bei Mathesius Syr. 2, 41 b, ndd. prumpsen, prammen, prampen dick stopfen, fressen?, schwed. dial. primpa«unmäßig essen od. trinken» legen einheimische Herkunft nahe. Dann ist das Wort unaufgeklärt. Pfropfen- zieher, m., bei Voß Ged. 1, 62.
pfropfen, v.: ein Zweiglein zum Ver- wachsen mit dem Stamm od. Ast, in diese fest schließend, einsetzen. Mhd. pfropfen, md. propfen, noch wetterau. proffe, 1540 b. Alberus dict. Ee 3 b u. a 1 b proffen u. 1642 bei Duez propffen. Von ahd. ꝓfrofa f.«Setzling, Senker⸗ aus glbd. lat. propãgo f. von lat. propdãgãre «fortpflanzen», eig.«erweitern, ausdehneny. 4B L. Pfropfer, m., spätmhd. proppher, aber 1420 fropfer«Propfreis». ZUS. Pfropfreis, n., mhd. pfropfris n., ahd. fropfyis, zgs. mit ahd. pfrofa(s. o.).
pfrumpfen, s. unter Pfropf.
Pfründe, f.(Pl.-n): Unterhalt aus einer Stiftung, aus einer solchen auf Lebenszeit zu beziehendes Einkommen; Stiftsstelle mit einem solchen Einkommen. Mhd. pfruonde, pfrante, pfrhnde, pfrüende, ahd.(p)fruonta, pruanta, pfründe, 1485 wetterau. in der Bed.«Jahr- lohn der Hirtenꝰ, gekürzt pfrun(Weist. 3, 457) u. jetzt noch Prin f. Daneben unverkürzt ahd. phrovinta, kölnisch im 15. Jh. provende f.; dazu and. pravendli, prevenda f.«Lebensunter- halt der Geistlichen, mnd. prouande f., afrs. pronda, anord. prõvenda, proventa f. Aus mlat. provénda u. dies aus mlat. praebenda f. (s. Präbende)«der dazu reichende Unterhalt, Stiftsstelley von praebére chin-, darreichen- unter Einwirkung von lat. providére«vorher- sehen, versorgen». Vgl. Zfd W. 1,361. Pfründ- ner, m., mhd. pfruondener, 1437 pfröntner, 1482 im voc. theut. y 8 b pfruntner oder pfrunt- nemer, ahd. pfründinari, eingetreten für mhd. pfruäendœre, md. pfrandére, spätahd. pfruntari m., aus mlat. prouendarius von provenda(s. o.).
Pfuhl, m.(-Lels, Pl.-e): Sumpf, Teich mit unreinem stinkenden Wasser. Mit Dehnungs-k, daher noch bei Steinbach, Frisch, Hagedorn Fab. 6, selbst bei. Lessing 11, 137 Pful. Mhd. pfuol m.(Pl. pfüele), md. pfal m., 1469 im mrhein. voc. ex quo Phalle m. u. gegen 1500 oberhess. pfüll(noch wetterau. Pull m.), ahd. pfuol; dazu mnd. pol, pal m., mndl.-ndl. poel m. (auch peel f.«morastiges Land» mit Ablaut?), ags. poôl m. Daneben in den Ma. weit ver-
5. Aufl. II. Bd.
Weigand, Deutsches Wörterbuch.
breitet pfudel m., rhein. pa(d)del, ostfrs. pudel, vgl. Pudel, so daß eine Grundform popla-, pudla- anzunehmen würe, vgl. Beil. Unerklärt. Nicht aus lat. palũs f. Auch die Verbindung mit abg. blato n., lit. baldâ f.«Sumpfꝰ(Kz. 36, 384) ist wegen Pfudlel nicht haltbar.
Pfühl, m. n.(-Lels, Pl.-e): mit Federn gefülltes Ruhekissen, bes. breites Bettkissen unter dem Kopfkissen. 1734 bei Steinbach Pfül. Schon md. pfual m. n., pfoil n.(auch bei Luther Hesek. 18, 18 pföl), mhd. pfülebe n., Pfülao, pfulave, ahd. pfial(a)ewi m. n., Pfüalievi, auch pfulzwo m. Noch 1556 bei Frisius, 1561 bei Maaler pfulaven, woraus schweiz. Pfulb(en), Pfulm(en) u. mit Umlaut Pfülmen(Keller Ges. W. 4, 245), auch Pfulf, 1540 bei Alberus dict. a 12 u. pp 3 b pfülff m., noch wetterau. Pilf m. Früh entl. aus lat. pulvinus m. Kopf-, Sitz- kissen, Pfühl», dann auch, wie noch Pfuúnl in der Baukunst(1716 bei Wolff Pfuhl)«kissen- artig erhabner hervorstechender Teil».
pfui! Interj. des Widerwillens, Abscheues, Ekels. 1482 im voc. theut. y 8 5b pfuy;, 1429 im lib. ord. rerum 31, auch bei Megenberg pfui dich, mhd. phui, pfi. Nachahmung des Ausspeiens, z. T. unter Einfluß von lat. phy.
Pfülbe, Pfülmen, s. Pfühl.
Pfund, n.(-els, Pl.-e, bei vorgesetzter Zahl unverändert): Gewicht, jetzt 500 gr., 1⁵10 Zentner; bestimmtes Geldmaß(weil das Geld gewogen wurde), bei Luther Matth. 18, 24, davon die RA. mit seinem Pfunde wuchern; Pfund Sterling(nach engl. pound), 1697 im Schelmuffsky 115; eine Anzahl von 240 Stück (bayr. u. sonst), nach mhd. u. frühnhd. Pfund Silber, das 240 Pfennig enthielt. Mhd.-ahd. pfunt n.; dazu and.-afrs.-ags.-anord.-schwed.- dän.-got. pund n., ndl. pond, engl. pound. Aus glbd. lat. pondo, dem Ablativ von pondum n. neben pondus n.«Gewicht, Pfundy. 48L. pfündig, adj., mhd.-md. pfundig, pfiindig cein Pfund schwer», auch«vollwichtig», mnd. pun- dich. Pfünder, in Ein-, Zweipfunder von Geschützen, benannt nach dem Gewicht der abzuschießenden Kugeln. 1716 bei Ludwig.
pfuschen, v.: unberechtigt geschäftlich arbeiten; aus Ungeschicklichkeit, unzureichen- der Kenntnis, Eilfertigkeit mangelhaft machen. Erst 1691 bei Stieler nachzuweisen, aber sicher älter. Entl. schwed. fuska, dän. fuske. Wäre der Anlaut f(pf wäre nach Falk-Torp durch die herabsetzende Bed. hervorgerufen», auch pfai könnte eingewirkt haben), so würde es zu fuscheln(s. d.) gehören Vgl. AfdA. 11, 24.
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