Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
415-416
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415 Pfnüsel

Pfropf 416

pfluoc(Pl. Pflüege, auch Pfluoge) m.,(auch Gewerb, Beruf, Geschäft, Lebensunterhalt»), ahd. plöh, phluog, pluag, fluoc, phluoch m., md. pflüg, pflüch, pläc(später auch noch wetterau.) plack m.; dazu mnd. ploch, plach f., selten m.(auch Erwerb, Lebensunterhalt), ndl. ploeg m., afrs. plöch«Pflug», ags. plög m. Landmaß»(engl. Plough), anord. plögr m., auch«Gewinnꝰ, schwed. plog, dän. plov, langob. (im 7. Jh.) plöbus od. plöwum, viell. schon bei Plinius hist. nat. 18, 172 in dem unklaren plaumorati. Ins Slav. entl. abg. plagi m., lit. plügas m.«Pflugy. Die Herkunft des Wortes ist dunkel. Da Pflug andre Worte verdrängt hat u. wahrscheinlich den Räderpflug gegenüber dem bloßen Haken bezeichnete, so wird das Wort aus der Sprache des Volkes stammen, das diese Erfindung gemacht hat. Vgl. Zupitza 25, Idg. Forsch. 16, 186; 18, 244; 23, 367. Altre Worte für Pflug sind got. hõha m., (ahd. huohali n.«Furche, Ackerbeet») zu lit. salkd f. Asty; ags. Salh zu lat. sulcus m. «Furche», anord. ardry m.(s. 2Art). 43L. pflügen, v., mhd. pflüegen, dafür ahd. eran, s. 2Adrt. Pflüger, m., 1691 bei Stieler. Dazu mnd. ploger m. Mhd. pfluoger, pflüeger m. Pflugmachery. ZUS. Pflugeisen, n., mhd. Pfluocisen, iser n. Pflugrad, n., mhd. Pfluoc- rat, mnd. plõchrat. Pflugschar, f.: das untre unter der Erde gehende Pflugeisen. Mhd. pfluocschar n., md. pflucschar n., ahd. plohscar. Pflugsterz, m., mhâ. pfluocsteræ m., im 12. Jh. nur sterz(s. d.).

Pfnüsel, m.(-s): Schnupfen. Obd. Els. Pflissel, Pfnissel, Pfniesel, schwäb. Pfnisel. 1663 b. Schottel Prüsel, 1575 im Garg. Pfhissel 105, 1537 b. Dasypodius pfnüsel. Dazu pfnause m.«Schnupfen»(tirol.). Von pfnausen«blasen, pusten», daneben Pfausen, das zu pusten(s. d.) gehört. Das a wohl durch Einfluß von niesen.

Pforte, f.(Pl.-n): Tor, Außentür; Eng- paß, Offnung. Mhd. pforte, ahd. pforta f., aus glbd. lat. porta f.«Torz, ohne Verschie- bung des t, daher im 8. Jh. entl., dagegen md. u. ndrhein., wo die Verschiebung später eintrat, porz(e); dazu asächs. porta, ndl. poort, mnd.- afrs. porte f., ags. port m., spätanord. port n., schwed.-dän. port. Die hohe Pforte, auch nur Pforte«die türkische Regierung», Über- setzung von bb i li«oberstes Bureau der ottomanischen Regierungy. 1694 bei Nehring; bei Abrah. a 8. Clara 3, 47(Strigl) Porte. Pförtner, m., 1420 phortener, mhd. portencre aus mlat. portenarius Torhüter».

Pfoste, f.(Pl.-n), jetzt gew. Pfosten, m.(-§, Pl. wie Sg.): senkrecht stehendes Tragholz; unverarbeitete dicke Bohle. Das F. erst bei Luther. Mhd. pfost(e) m., md. poste m.(noch wetterau.). Nhd. bei Serranus 14 b u. sonst pfost m., md. pfost m.«Stützbalken, Stützey. Aus lat. postis m.(Tür)pfosten».

Pfote, f.(Pl.-n): in Zehen gespaltner Fuß von Tieren; verächtlich auch mensch- liche Hände u. Füße; schlechte Handschrift. Bei Luther Pfote, 1569 im Amadis 15 Pfaate, bei Hulsius Schiff. 3, 6 Pfate, bei Harsdörfer Gesprechsp. 2, 130 Pfatte. Ndrhein. im 14. Jh. u. mnd. pote f., thür.(bei Stieler) Pfute,(auch 1664 bei Rachel 1, 40), mndl. poöte m., ndl. poot m. Wohl aus einer Grundform paulta, worauf auch afrz. poe u. prov. pauta weisen. Dunkler Herkunft. Früher nahm man Entl. aus glbd. frz. patte an, doch kann dies Wort die deutschen Ausdrücke nur beeinflußt haben. Vgl. Johansson KZ. 36, 350.

Pfragner, s. Fragner.

1Pfriem,(-els, Pl.-e), öst.-bayr. auch Pfriemen, daneben Pfrieme, f.(Pl.-n): an einem Hefte befestigte eiserne Spitze zum Bohren. Bei Luther Pfrieme f., mhd. pfriem(e) m., md. prieme m., mnd. préme, prén(e) m., ags. préon m.(Heftel, Heftstachel), engl. preen (eisernes W9erkzeug zum Entfernen der Tuch- flocken), isl. prjonn«Stricknadel», norw.(dial.) pr'jjona, entl. dän. pren. Germ. Grdf.*preuma-, preuna-. Unerklärt. Vgl. Arkiv 22, 127.

²Pfriem, m.(-els, Pl.-e), Pfrieme, f. (Pl.-en): die Pflanzen spartium u. genista, das Pfriemenlcraut. Im 16. Jh. Pfrimmen f., mhd. im 12. Jh. Primme f., ahd. pfrimma, primma, brima(vgl. Zfd W. 2, 273); dazu mndl. bremme, brimme, ndl. brem f. Unerklärt. Viell. zu dem Stamme von Brombeere unter Anlehnung an Pfriem.

Pfrille, f.(Pl.-n); kleiner Süßwasserfisch, bes. die Elritze, aspratilis pelanus. Spätmhd. pfrille m., daneben als Variante bei Freidank perille, berille. Noch schwuäb.-tirol. Unerklärt.

Pfropf, m.(-els, Pl.-e u. löst.-bayr. nur] Pfrõpfe), Pfropfen, m.(-s, Pl. wie Sg.): eine Offnung fest verschließende Masse, Stöpsel. Erst im 18. Jh., z. B. 1716 bei Ludwig, 1722 bei Hübner«Stöpsel, den man in ein Loch od. Wand macht». 1617 bei Wallhausen corp. mil. 53 Prop. Entl. aus dem Ndd., mnd. proppe m.; dazu ndl. prop f., mengl. proppe«Stütze). Dazu pfropfen, v.: vollstopfen. Bei H. Sachs 5, 174, 5. Dazu mnd.-ndl. proppen«stopfen,