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perfid, ad-.: treulos, tückisch. 1795 bei Gocthe 22, 234 erklärt als ctreulos mit Genuß, mit UÜbermut u. Schadenfreude». Aus frz. per- ficdle von lat. perfidus.
Pergamént, n.([els, Pl.-e):zum Schreiben hergerichtete Tierhaut; eine Urkunde darauf. Bei Luther 2. Tim. 4, 13; ohne t Pergamén noch bei Goethe Faust 1108. 6611. Doch be- reits mhd. u. nd. pergamente, pergement(e) n. u. perment, perminte), pirment, permit, perg- mit, ahd. periment, ursprünglicher ohne t perga- min, pergimin aus mlat. pergaménum, eig.«das pergamenische», von gr. TIéprauov«Stadt in Mysien). 43L. pergaménten, adj., mhd. u. md. pergamentin, permiten, birmitin. ZUS. Pergaméntband, m.: in Pergament ge- bundnes Buch. 1741 bei Zedler.
perhorreszieren(öst.-schweiz. mit rund s): verabscheuen, als parteiisch verwerfen. Im 17. Jh., aus lat. perhorrescere«durch u. durch schaudern, sich heftig entsetzen⸗, zgs. aus lat. per«durch» u. horrescere crauh werden».
Periöde, f.(Pl.-n): Kreislauf in der Zeit, regelmäßig wiederkehrendes Ereignis, Zeitab- schnitt; Satzgefüge(um 1530 bei Ickelsamer 45 Periodus). Aus gr.-lat. periodus f.«Glieder- satzy, gr. nepiodoc f.«Um- oder Kreislauf', 288. aus gr. nepi«um, herumꝰ u. d6c f.«Weg, Gang»). Früher auch M.(Herder über die neu- deutsch. Litt. 1, 123. 3, 34; Goethe Natw. S. 4, 123; Schiller Xen. 280), Perioden M.(Goethe 19, 91, wo der Akk. Sg. Perioden), gekürzt Periöd, m.(en, Pl. en), bei Gellert Briefe (1758) S. 8. u. 17, der Akk. Sg. 76, auch stark (tes, Pl.-e), im Leben der schwed. Gräfin von G...(1747) 1, 132(Akk. Sg.) u. 2, 69(Dat. Sg. Periode). pPeriõdisch, adj., von gr. mepio- ducòc. ZUS. Periödenbau, m.: der Bau, die Gliederung einer Periode. Im 18. Jh.
Peripherie, f.(Pl.-n): Kreisumfang, Um- kreis. 1727 bei Sperander. Aus gr. Jat. peri- pheria f., gr. eεpiꝙερεα f.«Umlauf, Kreisum- fangy von gr. nepiqpépecéch«sich herumbe- wegen», zgs. aus nepi umy u. dem Medium von Oépéeiv tragenv.
Perle, f.(Pl.-/): in einer Muschel er- zeugtes zum Schmuck dienendes Kügelchen u. ühnliches; der(ihm ähnliche) helle Tropfen, Träne;(bildl.) Vorzüglichstes, Edelstes seiner Art(bei Luther Matth. 7, 6). Bei Schottel, Steinbach, Frisch entschieden mit P, aber 1691 bei Stieler Berl neben Perl, bei Luther Perle, einmal(Hiob 28, 18) Berle, 1537 b. Dasypodius 130 b bärle; mhd. berle f., md. perle, ahd. perula,
perala, per(e)la, ber(a)la, berle, and. perula f. (calculus). Aus frühmlat. perula f.(im 9. Jh. auch perulus m.), woraus port. pérola, selten perla, ital.-span.-prov. perla, frz. perle f. Wahr- scheinlich auf ein volkslat. pirula f.«kleine Birnes, b. Isidor«Nasentropfen» zurückgehend; nach andern aus*pernula von lat. perna f. «Muschely». Durch Anlehnung an Beere ent- stand mhd. berlin n., noch 1741 bei Frisch Perlein. Eine ältre Bezeichnung der Perle ist got. marikreitus m. aus gr. lopropirnc f., umgedeutet zu«Meergries⸗ in ahd. mericreoz, marigreoz, merigrioz m., mhd. mergrieze m., asächs. merigriota, meregrita m., ags. mere- gréot n. 4BL. perlen, v.: tropfen, perlartig glänzen. Bei Voß Ged. 6, 210. Schon mhd. berlen, perlen aber in der Bed.«mit Perlen schmücken, schmücken», bei Frauenlob auch ctropfenweise gießem». perlicht, perlig, adj.: der Perle ähnlich(1741 b. Frisch perlicht). Mhd. berleht«mit Perlen besetzt». ZUS.(mit Per!) Perldruck, m.: Druck mit der Perlschrift (E. d.). 1741 b. Frisch. Perleule, f.: Schleier- eule mit perlartigen Flecken auf den Flügeln. 1763 bei Frisch Vorstellung der Vögel 7, C 2². Perlgerste, f.: die runden feinen Gersten- graupen, die wie die Perlen gleichmäßig sind. 1672 bei Grimmelshausen 3, 368, 12 Kz. Perle- gerstsuppgen. Perlgras, n.: die Pfanzen melica nutans u. uniflora. Die Benennung daher, daß am abgebrochnen Fruchthalm sich beim Streifen mit dem Nagel ein einer Perle äahnlicher Tropfen bildet. Perlhuhn, n.: eine Unterfamilie d. Fasanvögel, numida meleagris L. benannt nach der lichten Perlfleckung. 1750 bei Klein hist. avium prodr. 111; 1772 im Forstlex. Perlinen. Perlmuschel, f.: concha perlarum. 1563 b. Forer Fischbuch 132 b. 1342 perlinmuschel, 1678 bei Krämer Perlenmuschel, also 288. mit Perlein, s. o. Perlmutter, f., bei Goethe Natw. S. 1, 256, Kleist, Tieck u. a. auch N.(ohne Pl.): innre Schicht der Schale der echten Perlmuschel. Gekürzt aus Perle- mutter(1561 bei Maaler) u. dies aus Perlen- matter, 1587 bei Lonicerus 367 b. 357 b in der Bed.«Muschel, in der man Perlen findets. Man sah jene Muschel als Erzeugerin(Matter) der Perle an(daher ital. madrepérla, frz. mere perle). Noch älter Perlinmutter, 2gs. mit perlin (s. o.), wie noch 1663 bei Schönsleder. Schon 1428 ganz in heutiger Bed. Davon perl- muttern, adj., spätmhd. berlönmuoterdn. Bei Voß Id. 13, 104(1801 Werke 2, 219) gekürzt perlenmatten. Perlschrift, f., auch gekürzt


