Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
397-398
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397 permanent

Perücke 398

Perl f.: die zweite Größe der Buchdrucker- schrift. Perlsucht, f.: Krankheit der Kühe, benannt nach den dabei auftretenden Knötchen. Suchi ist«Krankheito, s. Schawindsucht. Perl- zwiebel, f.: die Pflanze allium sativum.

permanént, adj.: dauernd, ständig. Im,

17. Jh. Aus glbd. frz. permanent von lat. perma- nens, Part. Präs. von permanére candauern».

Perpendikel, m. n.(, Pl. wieSg.): Richt-, Senkblei(1710 bei Nehring Perpendiculum); schwingende Rute mit Gewicht an der Uhr (1703 b. Wächtler perpendicul, von Konstantin Huygens 1677 erfunden). Aus lat. perpendi- culum n. cRichtblei, Bleilot» von lat. perpendere genau abwägemw. perpendikulär, perpen- dikulär, adj.: senkrecht. Aus lat. perpendi- culãris u. perpendiculãrius adj.: senkrecht». 1703 bei Wächtler perpendicular.

perpetuierlich, adj.: beständig, fort- während. Im 17. Jh. Von perpetuieren v.«be- ständig fortsetzen, in etwas verharren»(1710 bei Nehring), das auf glbd. frz. perpétuer zu- rückgeht. Von glbd. lat. perpetudre.

perpléx, adj. u. adv.: verwirrt, verblüfft. 1669 im Simpl. 446. Ndl. 1632 bei Kilian. Aus mlat. perplewus«verworren, bekümmert, niedergeschlagen, verblüffty, im klass. Lat. cverflochten, verworren, unverständlichs, dem Part. Perf. Pass. von lat.*perplectere«um- flechteny.

Perrön(spr.-ro), m.(*s, Pl. s): Bahn- steig. Mit dem Eisenbahnwesen verbreitet, aber schon früher üblich. 1834 bei Petri«Auftritt, Freitreppe». Nicht bei Campe, aber schon 1727 bei Sperander«Altan, Freitreppes. Aus frz. perron m.«Freitreppe». Abgel. von pierre f.«Stein» von glbd. lat. petra f.

Persenning, f.(Pl.-en), s. Presenning.

persiflieren, v.: verspotten, hohnecken. Im 18. Jh. aus frz. persifler, eig.«auspfeifen?, zgs. mit per, lat. per u. siffler, lat. sibiläre czischen, pfeifen. Persifläge(spr.-dꝛο), f. Aus frz. persiflage m. 1786 b. Wieland Horaz Sat. 2, 148 N.

Persön, f.(Pl.-en): das in seiner Eigen- tümlichkeit erscheinende geistige Wesen; die äußre Erscheinung des Menschen(jem. von Person kennen); das selbstbewußte Einzel- wesen; ein weibliches Wesen(im 17. Jh.), viel- fach verächtlich;(in der Rechtssprache) ein gewisser Rechte fähiger Mensch oder eine Körperschaft(juristische Person). Mhd.(be- reits früh im 13. Jh.) u. md. persön(e) f. in 1. Bed., vornehmlich aber von jeder der 3 Per-

sonen der Gottheit, dann auch«Gestalt, Aus- sehen». Entl. wie auch mndl. persoon aus lat. persöna f.«Rolle, Charakter einer Person; Larve, Maske des Schauspielers, Person», im Mlat. auch«Mensch von Bedeutung od. An- sehen». Im 16. Jh. wurde das Wort durch die Ubersetzung lateinischer Komödien in der Bed. Rolle des Schauspielers, Maske noch einmal aufgenommen. 1572 bei Rot ein ge- machis angsicht, ein schempart, Butæn Antlitz. Daher noch die Personen auf dem Theater- zettel, die lustige Person bei Goethe Faust. Personäl, n.(els, Pl.-e): Gesamtheit zu- sammengehöriger Personen, die Angestellten, der Lehrkörper. 1811 bei Goethe 26, 19. 1791 bei Roth noch Personale. Das subst. N. des nlat. Adj. personalis«persönlichy von persöng. Personälien, pl.: Lebensumstände, persön- liche Verhältnisse. 1691 bei Stieler. Das N. Plur. des Adj. personalis(s. o.). Personi- fikatiön, f.: Ubertragung einer Person auf eine Sache, Verkörperung. Im 18. Jh. bei Herder«Personendichtungy. Aus frz. personni- fication f. von personnifter, wonach personi- flzieren(bei Herder ebr. Poes. 1, 114) unter Einwirkung eines mlat. personificare«zu einer Person machen(facere)». persönlich, adj. u. adv.: in eigner Person, die Person angehend. Mhd. persönlich, im 15. Jh. auch perscnlich. Davon Persönlichkeit, f.(Pl.-en), im 15. Jh. persnlicheit, persõnlichkeit(Myst. 1, 150, 37).

Perspektiv, n.(-Lels, Pl.-e): Fernrohr. 1624 bei Zincgref Auserles. Ged. 26(Ndr.) perspectieff. Aus dem subst. N. des nlat. Adj. perspectivus von lat. perspectus, dem Part. Perf. Pass. von lat. perspicere«durchsehen, deutlich sehen(zgs. aus per«durch» u. spicere «sehen». Perspektive, f.(Pl.-n): Fernsicht, Ferndarstellung; Aussichten(für die Zukunft). Aus frz. perspective f.-Sehkunst, Fernsicht, dem Fem. jenes nlat. Adj. Im 16. Jh. entl. 1531 bei Franck Chron. 258; 1575 im Garg. 195 perspectiff, wie auch noch im 18. Jh. Perspektiv. Im 18. Jh. auch N., so bei Brockes 4, 287. perspektivisch, adj.: aus der Ferne gesehen, verkürzt. 1644 bei Harsdörfer Gespr. 4, 164.

Perücke, f.(Pl.-n): künstliche Haarbe- deckung des Kopfes; Perückenträger(Goethe, Schiller). Noch bei Weigand4 Perrücke. Im 17. u. 18. Jh. u. noch mundartl. Parucke, Paruücke (bei Lessing 4, 396, 1678 bei Krämer Parucke neben Perrucque). 1650 bei Moscherosch 1, 271 perucque. Aus glbd. frz. perruque f. u. dies aus ital. perruca, parruca(aus letzterm die