Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
393-394
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393 penetrant

perfekt 394

das subst. N. von lat. pendulus adj. cherab- hangend, schwebend», von pendére changen, herabhangen, schwebeny».(Daher auch frz. pendule m.«Uhrs, d. Pendüle, f.[Pl.-/].) 1747 im Math. Lex. Pendul u. noch 1801 bei Campe Pendul(man spricht Pendel»). 4BL. pendeln, v.: hin- u. herschwingen. Ganz junge Bildung. ZUS. Pendeluhr, f.: Uhr mit Perpendikel. 1716 bei Wolff Penduluhr.

penetränt, adj.: durchdringend. 1703 bei Wächtler. Aus frz. pénétrant, adj., dem Part. Präs. zu pénétrer u. dies von lat. peneträre «durchdringen».

penibel, adj.: peinlich, mühsam, sorgfältig. 1727 b. Sperander. Aus frz. pénible, abgel. von peine f.«Mühes, also«wer sich Mühe macht».

1Pennäl, m.(Jels, Pl.-e u.[bayr. nur) Pennãäler): Gymnasiast. Im 17. Jh. Pennal Student im 1. Semester», vgl. Meier Studenten- spr. 90. Urspr. das Pennal, eins mit dem folg., also Federbüchse, wie um 1600 auf deutschen Universitäten von den ältern Studenten als den Herrn u. Meistern(den Schoristen) spottend u. verächtlich der Student in den ersten Se- mestern benannt wurde, wahrscheinlich weil dieser noch gewissenhafter die Vorlesungen besuchte u. also die Federbüchse mit sich führte. Nach dem jetzt weitverbreiteten Pl. Pennäler hat man auch einen Sg. Pennäler gebildet, der üblicher ist als Pennal.

² Pennäl, n.(-els, Pl.-e): Federbüchse; (jetzt auch übertragen unter Einfluß d. vorigen) Gymnasium. 1482 im voc. theut. y 5 b penndl aus mlat. pennale«Federköchery, dem subst. N. des mlat. pennalis adj., von lat. penna f. Feder», im 6. Jh.«Schreibfeder».

Penne, f.(Pl.-/): Herberge;(in d. Schüler- sprache) Schule. Aus der Gaunersprache, wo 1750 Benne«Herbergen, 1687 ein gescheide Bonne ein Hauß da die Spitzbuben aus- u. eingehen»(Kluge 167, 79). ZUS. Pennbru- der, m.: Landstreicher, Bettler.

Pensin(spr. pqæiõn od. penziön), f.(Pl. -en): Ruhegehalt(im 18. Jh. 1727 b. Sperander «Gnadengeld»); Kostgeld in einer Erziehungs- anstalt(1710 bei Nehring); diese selbst(Goethe 26, 189. 20, 29). Zuerst 1445(s. Germ. 28, 395) cjährliche Bezüge an Naturalien oder Geld, 1540 b. Alberus dict. O0 4* αWucher, foenus, 1571 bei Rot Zins, Gülty. Aus frz. pension f. «Bezahlung» von glbd. lat. pensio f., eigentl. «Wägung», dann«Zahlung, Mietzins», im Mlat. auch Jahrzins, lohn, Lohn), zu lat. pendere cabwägen». Pensionär, m.(-S, Pl.-e): Kost-

gänger, Zögling; Ruhegehalt Beziehender. 1727 bei Sperander Pensionaire«ein Kostgänger», 1572 bei Roth Pensionarius«ein Verzinser, der die Gült gibt». Aber schon im 16. Jh. (Basler Chron. 1, 95 vom J. 1529) dienstman oder pensioner, auch 1561 bei Maaler. Aus frz. pensionnaire m. in beiden Bed. von mlat. pensionarius. Pensionãät, n.(-Lels, Pl.-e), aus frz. pensionnat m. Erziehungsanstalt». pensionieren, v. in den Ruhestand versetzen. 1694 bei Nehring«verzinseny, 1642 bei Duez cRente tragen». Davon Pensionierung, f.

Pensum, n.(-s, Pl.-sen,-s): Aufgabe. Das lat. pensum, N. des Part. Perf. pensus von pendere«wägen», also das Abgewogne». Öfter bei Goethe, 1703 bei Wächtler.

Pentagramm, n.(-els, Pl.-e): Fünf- winkelzeichen M⁴ϑ, Drudenfuß. Bei Goethe Faust 1396 Pentagramma. Zsg. aus gr. nevre (in Zss. mevra-)«fünf» u. Tpduua Zeichen.

Pentämeter, m.(*I, Pl. wie Sg.): der fünf- füßige Vers BAAS AS GE. Aus lat.(versus) pentameter m.«der fünffüßige Verss, gr. wevrd-uerpoc, zgs. aus revre«fünf» u. dem von uérpov n. Maßy gebildeten Adj. Herpoc«messend». 1703 bei Wächtler.

per, Präp.: durch, mit, gegen. Aus glbd. lat. per. In der Kaufmanns-, aber auch in der Umgangssprache in Verbindungen wie per Dampf, per Kassa sbaars(1694 bei Nehring), per express(per ecpressum durch einen be- sondern Botenꝰ, 1727 b. Sperander), per majora durch die Mehrheit»(a. a. O.), per Post(1728 bei Apinus per posta), per Renommée bekannt (ebd.). Es stand also zunächst in lateinischen Redewendungen u. wurde dann mit deutschen Wörtern verbunden. Vgl. noch Zfd W. 4, 310.

Percheron(spr. perscherg), m.(-s, Pl.-s): normännisches, jetzt schweres Pferd. Benannt nach der franz. Provinz Perche.

Pereat, n.(-S, Pl.-s): der Ruf Nieder mit ihm». Das lat. pereat, 3. Pers. Konj. von perire«zugrunde gehen. Aus d. Studentenspr.

peremtörisch, adj.: zwingend; endgültig. 1579 in Scr. rer. Sil. 4, 251. Nach lat. peremp- törius adj.«tötend, tödlich», dann unver- meidlich» von per-imere«vernichten?.

perfékt, adj.: vollkommen, abgeschlossen, gültig. 1558 bei H. Sachs 13, 473. Aus lat. perfectus, dem Part. Perf. Pass. von perficere c«fertigmachen, vollenden, ausführen». Per- fekt, n.(-els, Pl.-e), unverkürzt Perfék- tum: die Zeitform der Vergangenheit. Das subst. N. des lat. perfectus.