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Pendel 392
dafür untersuchen od. messen», aus glbd. ndl. peghelen(1598 b. Kilian), ins Md. vorgedrungen, 1482 im voc. theut. z 8 baygeln neben prufen, fihiern(visieren)«schätzen(taxieren), nach (Maß u.) Wert prüfen, berechnen». Selbst ins Schweiz. gekommen, schweiz. beilen«mit dem Visierstab amtlich messenꝰ, beile f. Kerbholzy. Pein, f.(ohne Pl.): empfindlich beun- ruhigendes Ubel, beunruhigender, bedrängen- der Schmerz. Bei Luther Pein. Mhd. pön(e) f., pin m. Strafe, Leibesstrafe, Qual, Pein, Anstrengung, Eifer», ahd. pina, auch bina f. «Mühseligkeit, Drangsal, empfindlich beun- ruhigendes u. bedrängendes Ubel, Marter; dazu asächs. pind f.«Qualꝰ, ndl. pijn, afrs. pine, ags. pin, engl. pine, anord. pina f., schwed. pina, dän. pine. Durch das Christentum aus lat. poena f.«Strafen(gespr. péna) gekommen. Eine nochmalige Entlehnung s. unter Pön. 4BL. peinigen, v., mhd. u. bes. md. p'negen, pinigen, pingen«strafen, quälenꝰ, eingetreten statt des ältern mhd. u. md. ponen, ahd. pinön. Dazu mnd. pinigen, afrs. pinig(i)a u. punighia. Davon Peiniger, m.(s, Pl. wie Sg.), spät- mhd., u. Peinigung, f., im 15. Jh. pinigunge, peynigung, pingung f.; dafür mhd. pinunge f., ahd. pinunga, phinunga f. peinlich, adj., mhd. u. md. pinlich«qualvoll, schmerzlichy, später auch«straffälligy, wovon das md. Adv. pinliche, unser Adv. peinlich. Vgl. Meyer 400 Schlagworte 85. Davon Peinlichkeit, f., mhd. p'nlöcheit. Peitsche, f.(Pl.-n): schwankes, in eine Schnur, einen Riemen usw. endendes Werk- zeug zum Schlagen. 1616 bei Henisch peitsche, beilsche, peutsche, Beutsch, bei Luther(1. Kön. 12, 11 u. 14) Peitzsche f., 1482 im voc. theut. y 5 à peitsch, schles. im 15. Jh. peytsche, am ültesten im 15. Jh. picze(bei Diefenb.-Wülcker 796). Aus poln. bid m., tschech. bie m. von poln. bic, tschech. biti«schlagen»y. 4 BL. peitschen, v., 1642 bei Duez. Pekésche, f.(Pl.-n): Oberrock mit Schnüren u. Quasten. Bei Goethe 27, 372.50, 190. 1791 b. Roth. Aus poln. bekiesa«Pelzoberrock. pekuniür, adj. u. adv.: die Vermögenslage betreffend, in Geld bestehend. Aus glbd. frz. pécuniaire von lat. pecanidrius zu pecänia f. Geld, Vermögen». 1813 bei Campe. pekzieren, v.: sich vergehen, etwas ver- sehen. 1572 bei Rot. Aus glbd. lat. peccdre. pelemele(spr. pälmäl), adv.: durcheinan- der. Aus glbd. frz. péle-méle, unbekannter Her- kunft. 1694 bei Nehring. 1652 bei Laurem- berg 3, 337 pesle-mesle.
Pélikan, n.(-els, Pl.-e): Der Vogel pelecanus onocratalus. Mhd. im 14. Jh. pellican aus lat.-gr. pellicanus, gr. neXekdäv m.
Pelle, f.(-n): dünne Haut. Nd. 1741 bei Frisch. Aus lat. pellis f.«Fell, Haut, Ledery, woher auch ndl. pel, engl. peel. 4 L. pellen, v., 1781 bei Kindleben. Damit 2gs. Pell- kartoffel, f.: Kartoffel in der Schale.
Pelotön(spr. plotg), n.(*s, Pl. ·s): Rotte, d. h. Abteilung von 20— 40 Fußsoldaten, bes. dazu, daß sie zugleich abfeuern. 1710 bei Nehring der Pl. Pelotons. Aus glbd. frz.-span. peloton m. von frz. pelote f.«Ball, Knäuel», span.-port.-prov. pelota f.«Ballꝰ, ital. pillõta f. ckleiner Balleny, abgel. von lat. pila f.«Bally.
Pelötte, f.(Pl.-n): Ball, Knäuel. 1728 bei Apinus. Aus fra. pelote f., s. Peloton.
Pelz, m.: Haarfell, weich behaarte Tier- haut, auch zu einem Kleidungsstück bereitet; (bildl.) dichte weiche Decke von Pflanzenwuchs usw. Bei Luther(Hebr. 11, 37) peltz, üblicher älternhd. beltz(noch tief im 18. Jh. Beltz neben Peltz, 1741 bei Frisch nur Belz, während Ade- lung Pelz verlangt). Mhd. belliz, belliz, bellez, selten pellez, auch belz, pelz m., ahd. Pelliz, belliz Pelzkleidungsstück, Pelzfutter» aus mlat. pel- licia f.(zu ergänzen vestis f.«Kleid»), dem subst. Fem. des lat. Adj. pellicius, pelliceus«aus Fellen gemachty, von pellis f.«Fell). 4 B L. pelzen, v.: des Pelzes u. dgl. durch Abziehen benehmen(schweiz. els.); durch Schlagen auf den Pelz(die Haut) züchtigen(in obd. u. md. Ma.). pelzicht, pelzig, adj., 1691 bei Stieler pelzicht, 1678 b. Krämer pelzig«holzigy. ZUS. Pelzwerk, n: die für den Handel zubereiteten Felle(Pelze). 1356 mhd. belzwerc n.
pelzen, v.: pfropfen, besonders zwischen Rinde u. Holz. Bis in die neuste Zeit meist belzen geschrieben. Mhd. belzen(auch«pflanzen, pflegen»), ahd. pelzöun. Aus einem vulgärlat. rimpellitäre(zgs. aus in chinein» u. einer Abl. von pellis f.«Haut, Rinde»), also eig.«in die Rinde einsenken», woher prov. empeltar.
Pendänt(spr. pedos), n.(*s, Pl.-s): Gegen-, Seitenstück. Das frz. pendant m.—Ohr)Ge- hänge, Gegenüberhängendes, Gegenstück», das subst. Part. Präs. von frz. pendre changen, hängen», aus lat. pendére, s. Pendel. 1703 bei Wächtler Pendanten Ohrgehängey.
Pendel, m. n., öst. nur n., bayr. nur m. (‧, Pl. wie Sg.): das Schwinggewicht, bes. an einer Uhr. 1716 bei Wolff noch pendulam n., das mlat. pendulum«&Schwinggewicht, Perpen- dikel(noch engl. pendulum in dieser Bed.),


