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pausen». ZUS. Paus-, Bauspapier, n.: dün- nes Papier, durch das man durchpausen kann. pausten, b. Luther Hiob 6, 26 statt pusten.
Pavian, m.(Jels, Pl.-e): Affenart mit hundskopfähnlichem Kopf, cynocephalus. 1620 bei C. Gesner richtig beschrieben. Altester Beleg im Hochd. 1551 bei Scheidt Grob. 374 Bauian. 1586 b. Lonicerus 321 ²2 Pafyon, sonst Pauion. Entl. aus dem Ndl.(1598 bei Kilian baviaen) u. dies aus frz. babouin(13.—14. Jh.) von baboue«Mauly. Nicht aus mlat. papio m. &Waldhund).
Pavillon(spr.-ilje), m.(*8, Pl. s): Zelt- haus, Flügel eines Palastes; Sommer-, Garten- haus mit rundem Dache. Erst Anfang des 18. Jh. entl. aus glbd. frz. pavillon m. von lat. pdpilio m.«Schmetterling», im 3. Jh. n. Chr. cein(dem fliegenden Schmetterling ähnlich ausgespanntes) Zelt, Lustzelt». 1710 b. Nehring P. als neu, nicht bei Wächtler 1703. Ein Beleg (paviglion) von 1610— 1619 bei Hechtenberg. Aber schon früher einmal entl., mhd. pavilên, paveldên, poulun, md. paulũn n. u. mhd. pavilne, pavelune, pabelune, md. auch pautwelũne, z98. mhd. poulüne f.«LZelty; 1477 clev. pauaelioen.
Pech, n.(Jels, Pl.[Pecharten]-e): dick eingesottnes u. geläutertes Harz von Nadel- holz. Mhd. bech, pech n.(u. so noch älternhd., z. B. 1664 bei Duez u. Schottel), ganz selten pfich, ahd. peh, pech n.«Hölle, Pechhölle, Pech; dazu and. pife n.«Pech», ags. pic n. Aus lat. picem, dem Akk. von piæ f. RA. Pech haben: Unglück haben, vom Vogel, der an der Pech- rute hängen geblieben ist. Zum Teil mag das alte höllisches Pech=«Hölley mitgewirkt haben, wie bei Rollenh. 3, 1, 11, 132 Pech«Un- glücke. 4BL. pechig, pechicht, adj., 1687 bei Kramer pechigt, 1741 bei Frisch pechig. 2ZUS. Pechblende, f.: Eisenpecherz. 1778 im Chemn. Bergm. WB. 96. Pechdraht, m., 1678 bei Krämer Pechdratt. Pechhütte, f.: Hütte, in der Pech gesotten wird. 1691 bei Stieler. RA. bis in die Pechhütte: unendlich lang, weit. Pechkranz, m., 1547 bei Soltau Volksl. 385 bechlräntz. Pechnelke, f.: die nelkenähnl. blühende Pflanze lychnis viscaria. 1801 bei Voß Ged. 2, 302. Pechpfanne, f.: eiserne Pfanne mit Pech. Bei Lohenstein Arm.(2, 835 ²2). pechschwarz, schon mhd. bechswarz, älter swarz als ein béch, schon bei Ovid Metam. 12, 402 pice nigrior atra. Auch pechkohlrabenschwarz, vgl. Zfd W. 3, 247. Pechstein, m.: silex piceus. 1807 bei Goethe Nat. S. 9, 29, 7. Pechstiefel, in der RA.
in Pechstiefeln fangen, vgl. Zfd W. 3, 324. Pechvogel, m.: Mensch, der Unglück hat. Als student. bei Schmeller ² 2, 522. Vgl. oben.
Pedäl, n.(-Lels, Pl.-e): die beim Spielen der Orgel zu tretenden Tasten; die zu treten- den Züge am Klavier;(scherzhaft) Fuß(1727 bei Aler). In 1. Bed. 1572 bei Roth. Aus nlat. pedale, dem N. zu dem Adj. pedalis u den Füßen gehörig», von lat. pes, pedlis«Fußy.
Pedänt, m.(-en, Pl.-en): Schulfuchs, Kleinigkeitskrämer. 1616 bei Albertinus Lu- cifer 150 L. 1639 b. Zinegref 1, 83 petant. Aus glbd. frz. pedant m. u. dies aus ital. pedäãnte m., das im 15. Jh. wie noch im Piemontesischen einen«Hofmeister» bedeutet. Die Ableitung von einem nach gr. raideneiv erziehen, unter- richten» umgebildeten ital.*pedare ist nicht sicher. Pedanterie, f.(Pl.-n): Kleinigkeits- krämerei, peinliche Sorgfalt. 1716 bei Ludwig; 1663 bei Schupp 5 pedantereyfh. Aus frz. pédan- terie f., ital. pedanteria. pedãntisch, adj. 1663 bei Schupp. Aus frz. pédantesque, ital. pedantésco.
Pedéll, m.(-Lels,-en, Pl.-Teln); Gerichts- bote, Schuldiener, bes. Universitätsdiener. Im 15. Jh. pedél(), bedéll, auch pedélle m. Ge- richtsbote, Universitätsdiener», 1477 clev. be- delle m. aus mlat. pedellus, bedellus, früher bidellus u. dies von ahd. bital, bitel m., mhd. bitel«Freier, Brautwerber, Diener, Ausspäher u. dann Häscher» zu bitten ceinladen?.
Pedést, s. Podést.
Pegel, m.(-e, Pl. wie Sg.): Maßstab, um die Höhe der Flüsse zu messen. Aus dem Nd., mnd. pegel m.«ein Merk oder Zeichen in Gefäßen für Flüssigkeiten zur Bestimmung ihres Inhaltes(Ring, Knopf usw.), dann die dadurch bezeichnete Teilung(Hälfte, Viertel); dann überhaupt ein Maß zum Abmessen des Wasserstandes»; dazu ndl. pegel m. Aich-, Visierstab bei geistigen Getränken» u. daraus peil f.«Messung mit dem Visierstabe, Aiche, Zeichen am Wein- u. Biermaß, Merkzeichen als Maß der Höhe u. Tiefe des Wasserstandes», ags. pœgel, engl. pail«Weingefäß. Aus dem Mnd., dän. pägl Nössel», schwed. dial. pel. Vielleicht zu mengl. pegge, engl. peg Pflock, Pinne», die vielleicht zu lat. baculum n., gr. Bdxrpov Stock, Staby gehören. Vgl. Walde. Vgl. peilen.
peilen, v.: mit dem Senkblei Tiefe und Grund des Wassers messen. Aus glbd. ndl. peilen, zuerst«visiereny, d. h.«den körper- lichen Raum eines Gefäßes mit dem Maßstab
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