Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
387-388
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387 Patschuli

Pause 388

Dazu patscheln, v., Iterativ zu patschen, auch vom Rudern u. da meist pätscheln. Patschuli, n.(-*J): die Pflanze pogostémon patchouly Pellet u. daraus gewonnener stark riechender Saft. Aus glbd. frz. patchouli m., das entl. zu sein scheint aus engl. patch-leuf,

2gs. aus patch, dem einheimischen Namen der

Pflanze in Indien u. engl. leaf ᷣBlatt)?.

patt: eine Stellung im Schach, bei der man nur den König ziehen kann, dieser aber dann in Schach kommt. Aus glbd. frz. pat. Un- bekannter Herkunft.

Patte, f.(-n): Aufschlag an der Uniform. Aus glhd. frz. patte f., eig.«Pfötchen». 1813 bei Campe.

patzig, adj. u. adv.: aufgeblasen, über-

mütig, grob. In der Umgangssprache. In den Ma. fast überall. Im 18. Jh. 1711 bei

Rädlein sich pätzig machen(noch els. bätzig), 1575 im Garg. batzig 312, 1539 bei H. Sachs Fastn. 12, 46 pazet(sich pazet machn und plehen cblähen»), wie bayr. batzet«derb, massiv, dick-, großtuerisch» aus batzicht. Zu 2 Batzen.

Paukänt, m.(-en, Pl.-en): Teilnehmer an einer Mensur. Studentisch im 19. Jh. Gleich- sam das Part. Präs. lat.*paucans(Gen.-kis) von einem stud.*pauscare«pauken?(s. d.).

Pauke, f.(Pl.-en): kesselförmiges oder trommelartiges, mit einem Felle bespanntes, mit einem Schlegel geschlagnes Tonwerkzeug; (stud.) lauter Vortrag, Strafpredigt(im 19. Jh.). Bei Luther paucke f., sonst älternhd. auch baucke, 1482 im voc. theut. pückc, paucke, paabgh, mhd. u. md. pxle, auch büke. Nach Weigand entl. aus lat. bãcina, baccina, was aber«Signal- horny bedeutet. Nach andern aus lat. sambuca f.«ein dreieckiges Saiteninstrument». Beides wenig wahrscheinlich. Falls echt deutsch, wie schon Grimm annahm, vielleicht zu Bauch u. bauchen(s. d. u. vgl. ndl. buil auch«Bienen- korb»), wenn man von einer Bed.«Holzklotz» ausgeht. 4L. pauken, v.: die Pauke schla- gen; schlagen überhaupt(1673 bei Weise Erzn. 147);(refl.) sich auf der Mensur schlagen(stud. 1795); unterrichten(1781 bei Kindleben weil es dabeys ohne Schläge nicht abgeht); predigen (stud.). In 1. Bed. mhd. pken, baxcen. Pauker, m.: Paukenschläger; Lehrer(Arschpauker). Mhd. pückœre, pulceer. Paukeréi, f., stud. für Mensur. Im 19. Jh.

Paul, Mannsname, aus gr. Jat. Paulas, gr. TaòXoc.

Pausback, m.((Iels, Pl.-e): Wesen mit auf- geblasnen od. wie aufgebläht dicken strotzen-

den Backen. Bei Luther W. 8, 148. Früher auch Bausback. Das Wort hat aber altes p, wie die ältermbd. Form Pfausbach beweist (1537 b. Dasypodius u. noch 1616 b. Henisch). Es ist unter Bewahrung des alten männlichen Geschlechts von Backe eins mit dem folgen- den. Pausbacken, m. u. Pausbacke, f., gewöhnlich nur im Pl. Pausbacken: recht dicke Backen. Zgs. mit einem jetzt verlornen Verb pauasen, 1716 bei Ludwig baußen, paußen «pausten, schnaubenꝰ?, 1711 bei Rädlein pausen dick angeschwollen sein», 1512 pfaußen«keu- chen», 1482 im voc. theut. y 4b pauwsen auf- geblasen sein, strotzen, lat. furgére»(ebd. pauwsenfaß«sehr bauchiges Faß), Anfang des 15. Jh. püssen, 1469 im mrhein. voc. ex quo bässen«schwellen», spätmhd. pffsen«blasend oder schnaubend atmen, sich aufblähend stark atmeny. Daneben steht spätmhd. phnüsen, Pfndsen, mhd. sich phnüsen«sich aufblähen», noch tirol. pfnausen«schwer atmen», woraus es nach Weigand enistanden sein soll, was lautlich indes nicht möglich, höchstens unter Einwirkung sinnverwandter Wörter, die unter pusten besprochen sind. Vgl. KZ. 36, 357. 4[B L. pausbackig,-bäckig, adj.

Pauschäle, n.(-J), s. d. folg. Pausch- quantum(preuß. nur so), n.(*I, Pl.-ten,-ka), Bauschquantum(bayr. nur so, öst. beides): die an Stelle von Einzelgebühren tretende Ge- samtabfindung. Zgs. mit Pausch,(dasselbe wie Bausch in der RA. in Bausch und Bogen) u. uantun(s. d.). Erst im 19. Jh. nachweisbar. Von Pausch wird dann ein nlat. Adj. pauschalis abgeleitet, dessen N. Pauschale ist.

Pauschen, Pl.: Wülste am Sattel, dasselbe wie Bausch. Schon mhd. b0sch m.«Wulst am Sattel.

¹1 Pause, f.(Pl.-n): Ruhepunkt, Stillstand einer wieder fortgesetzten Handlung; Inne- halten in der Musik, dann das Zeichen dafür. Mhd. pse f.«Innehalten in der Handlungy. Mit ndl. poos, engl. pause aus lat. pausa f. (gespr. pösa)«Aufhören», von gr. mobcic f. «Aufhören», einer Abl. von gr. rabetv dab- lassen, aufhören machen». pausieren, v., im 16. Jh. aus frz. pauser, lat. pausãre. Schon mhd. pdsen rasten.

2Pause, f.(Pl.-n), öst. auch Bause: Ent- wurf, Umriß, Durchzeichnung. Von pausen, v., namentlich in durchpausen«durchzeichneny. Im 18. Jh.; auch baasen, bauschen, pauschen. Vermischung aus frz. ébazcher«aus dem Rohen arbeiten, flüchtig entwerfen? u. poncer«durch-