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Pathos 384
oder Fischspeise. 1537 b. Dasypodius Pasteten, mhd. pastéde, bastéde, bastét(im 15. Jh.). Aus mlat.*pastatum n. oder*pastata f., das von pasta«Teig»(s. Paste) stammt. Daher auch glbd. frz. pãté.
Pastille, f.(Pl.-n): Kügelchen, Plütz- chen. Aus glbd. lat. pastillus m. von pasla, s. Paste. Erst im 19. Jh.(eig. Apothekerwort).
Pastinäke, f.(Pl.-n),(bayr. auch) Pa- stinak, m.(-els, Pl.-e): die Doldenpflanze pastinaca mit eßbarer Wurzel. 1678 b. Kramer pastinacke, 1482 pasternag m., 1472 pastarnack, 1470 pasterneck, frühmbd. pastenej f., ahd. pestinac m., pestinaga f., pastirinach. Dazu mnd. paster-, palsternakce, nd. palsternackc. Alle aus lat. pastindca«Möhrey.
Pastor, m.(-s, Pl.-en, auch Gen.-en, Pl.-e, nordd. auch Pastre, Bürger 168): der Geistliche, eig. der Hirt(der Gemeinde), von lat. pastor m. Hirt», im Mlat. auch Geist- licher(Seelenhirt), Priester» zu pascere Vieh) weiden, füttern, nähren). Im 14. Jh. aufge- nommen, seit der Reformation im allgemeinen nur Bezeichnung der protestantischen Geist- lichen. Dazu nd. päãster, ndl. pastoor, 1477 clev. pastoir. In Nordtschld. auf der ersten betont, im Westen u. Nordwesten auf der zweiten Pastõr. pastorãl, adj.: seelsorgerisch; auch ländlich, in Pastoralsgmphonie. 1710 bei Nehring pastoralis, das mlat. pastoralis. Pa- störin, f. Im 19. Jh.— Pastorät, n.(dlels, Pl.-e): Amt, Wohnung eines Pastors. Aus mlat. pastoratus m.«Pfarramt». 1727 b. Sperander.
Patchouli, s. Patschuli.
Pate, m.(-n, Pl.-n): der Taufzeuge in Beziehung auf den Täufling,(bei den Katho- liken auch) der Firmpate; der Täufling in Be- ziehung auf den Taufzeugen. 1540 bei Alberus b 2 b patt, mhd. im 12. Jh. bate, pate der Tauf- zeuge?. Das mlat. pater«der Taufzeuge», eig. pater Spiritualis«der geistliche Vaters, mit Abfall des r u. Ubergang in die schwache Dekl. In der 2. Bed. erst im 18. Jh. Eig. nordd., wo es auch Pät heißt. Vgl. Petter. 4L. Paten- schaft, f., bei Luther 2, 2692 pattschaft. Patin, f.(Pl.-nen). 1663 bei Duez 15. Dafür im 18. Jh. Pate, f., 1598 b. Kilian pete. ZUS. Patengeschenk, n.: Geschenk des Paten an den Täufling. 1691 bei Stieler. Früher dafür Patengeld, 1595 bei Rollenhagen 1, 2, 18, 147. Patenstelle, f. 1809 bei Campe.
Paténe, f.(Pl.-n): das(zugleich als Kelch- deckelchen dienende) Brottellerchen beim Abendmahl. Mhd. patén(e) f. aus glbd. mlat.
patena u. dies auch gr.-lat. pãtena, eig. pãtina f. «Schlüssely, gr. œrdvn f. cflache Schüssel».
patént, adj. u. adv.: modisch, geschniegelt. Eig. studentisch(1813). Entwickelt aus den bei Campe 1801, 1813 verzeichneten Patént- strumpfe, Paténtlenöpfe«Strümpfe, Knöpfe, die kein andrer nachahmen und verkaufen darfy.
Patént, n.(-Ie]ls, Pl.-e):(eig.) offner, be- kanntgemachter landesherrlicher Brief, Befehl (1663 bei Schottel, noch bei Goethe 36, 69); Bestellungsurkunde, 1617 bei Wallhausen 8, 1617 im teutschen Michel 50; die einem Er- finder die ausschließliche Ausbeutung seiner Erfindung auf eine bestimmte Dauer zu- sichernde Urkunde, Freibrief(erst im 19. Jh.). Aus frz. patente f.(ital.-span. paténte f.) u. dies nach mlat. patens statt littera patens offner Briefy. Lat. patens«offeny, Part. Präs. von patére«offen stehen. 4L. patentieren, v.: bevorrechtigen. 1813 bei Campe.
Pater, m.(s, Pl. wie Sg. u.-tres): Ordens- geistlicher, Mönch. Das lat. pater m.«Vatery, in der Kirche frühe für pater monasterit, eig. cVater des Klosters, Abt», dann«Kloster- geistlichery.
Paternöster, n.(, Pl. wie Sg.): das Vaterunser; die größern(das Vaterunser be- zeichnenden) Kügelchen des Rosenkranzes, u. dieser selbst(mhd.). Mhd. päternoster m. n., auch als Ausruf. Der Name des Gebets nach dessen Anfang in der Vulgata. ZUS. Pater- nösterwerk, n.: in beständiger Bewegung befindlicher Aufzug; Wasserhebewerk; Bagger- maschine. Benannt nach dem Rosenkranz. 1726 bei Hübner.
pathétisch, adj. u. adv.: starke, hohe Emp- findung oder Gemütsbewegeng ausdrückend; kraft- u. würdevoll, feierlich. Im 17. Jh., vgl. Gombert 1877, S. 4. Aus gr. lat. pathéticus caffektvoll, gr. nabnrixôc cleidend, empfin- dend, gefühl-, affektvoll, mit leidenschaftlichem Ausdruck», von gr. nα⁴iv, Inf. d. Acrists zu ndcxeiv«erleiden». Vgl. Pathos.
Pathologie, f.(Pl;-n): Krankheitslehre. Zgs. aus gr. rdooc n. Leiden? u. einer Abl. von XG ſoc m.«Lehre». 1694 b. Nehring Patho- logia. patholgisch, adj.: krankhaft, mit Rücksicht auf die Krankheit(slehre). Aus gr. oßXoTiò«von d. Leidenschaften handelndy. 1801 bei Campe. Früher ein philosophischer Ausdruck durch sinnliche Antriebe bestimmts.
Pathos, n.: lebhafte Gemütsbewegung; leidenschaftliche Erhabenheit, eindringender Ausdruck. Im 18. Jh. aus gr. rdοο n.«Leiden,


