Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
379-380
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379 paschen

Passagier 380

Titel. Aus türk. pascha u. dies aus pers. pãd(i)sah«Oberkönig». 1791 b. Roth. Früher Bassa(1706 bei Wächtler). Anfang des 19. Jh. eine Art Schlagwort, vgl. Zfd W. 3, 324.

paschen, v.: verbotner Weise über die Grenze bringen, schmuggeln. 1777 b. Adelung als obd. Aus der Gaunersprache 1755 paßen «kaufen), aber durch die Studentensprache gegangen(Meier 13). Nach Adelung aus frz. passer, ital. passare«überschreiten», nämlich die Landesgrenze. Nach Weigand viell. von hebr. pescha f.«Ubertretung, Missetat». 4 BL. Pascher. m.(-v, Pl. wie Sg.). 1851 gaunerisch Passer«Hehlery.

paschöll, interj.: pack dich! vorwärts. Aus russ. posélä, dem als Imp. gebrauchten Part. von poiti«gehen. Freytag Ahnen 6, 293.

Paspel, m.(-S, Pl. wie Sg.), f.(Pl.-n), (öst.) Passepoil, m.(s, Pl.-s): Litze, Vor- stoß. Aus glbd. frz. passepoil m., zgs. aus passe, Imp. von passer«durchzieheny u. poil m. Haarꝰ, also durchziehe das(Tuch)haar.

Pas-quill, n.(-els, Pl.-e): Schmäh- schrift, Spottschrift. Aus ital. pasguillo m. «Spottschrift», u. dies aus Pasquino, einem Namen, den etwa um 1500 das Volk zu Rom der an der Ecke des Palastes der Orsini(Ursini) stehenden verstümmelten Bildsäule eines alt- römischen Fechters beigelegt hatte, an die man Spottschriften anzuheften pflegte. Daher einerseits Paßquin«Spottschrifty 1618 bei Schönsleder u. 1598 ndl. bei Kilian pasquil, pasquin u. andrerseits 1580 bei Fischart Binen- korb 212(1588 S. 234 b) Pasquill m.«von dem Pasquino zu Rom. Im 16. Jh. entl. 1544 bei Schade Sat. 2, 10 Anm., 1564 in der Zimm. Chr. ² 3, 339 pasgquilus, 1598(1585) bei Ringwaldt laut. Wahrh. 250 Pasquillgesang, 350 Pasgquill. Das M. noch bei Wagner Kinderm. 62, das F. 1663 bei Schupp 254 u. noch bei Hebel. Pas-quillänt, m.(en, Pl.-en): Schmäh- schriftenschreiber, Ehrabschneider. 1663 bei Schupp 624. 629, 1664 bei Rachel 10, 75.

1 Paß, m.(-Sses): Schritt, Gang, bes. wie- gender Gang des Pferdes durch gleichzeitiges Heben u. Niedersetzen beider Füße einer Seite. 1575 im Garg. 203. Aus frz. pas, ital. passo m. «Schritt, Gangy und dies aus lat. passus m. «Schritty. ZUS. Paßgang, m.: Gang eines Pferdes im Paß. 1716 bei Ludwig. Davon Paßgänger, m.: ein im Paß gehendes Pferd. Im 17. Jh. 1642 bei Duez, 1639 bei Comenius § 453. Dazu ndl. pasganger. Alter ist dafür Zelter, u. für Paß Zelt(s. d.).

2Paß, m.(-Sses, Pl. Pässe): Durchgang; zum Durchgange dienender enger Weg; die niedrigste Stelle in einer Bergkette, die zum Ubergang dient. UÜberkommen vom Nieder- rhein, wo im 13. Jh. pas«Schritt, Gang, Weg» aus frz. pas, auch cenger Durchgang?, s. 1Paß. 1507 bei Janssen Reichscorr. 2, 699. Schon mlat. passas.

3 Paß, m.(-Sses, Pl. Pässe): obrigkeitlicher Freibrief zu ungehindertem Fortkommen. Nach ital. passo m. Erlaubnis zum Durchgange», engl. pass, ndl. pas, die desselben Ursprungs sind wie 1aß. 1617 bei Hulsius Schiff. 15, 49. Alter ist die ZUS. Paßbrief, m. Im 16. Jh. Paßkarte, f.: Ersatz eines Passes. 1850 eingeführt. Paßport, m.(Jels, Pl.-e), mit mnd. paßbort, mndl. pas(sepoorte, ndl. pas- poort entl. aus frz. passeport Geleitsbrief, Reisepaßy. Im 16. Jh.

¹ Paß, m.: das Maß, das zutreffende Maß; Angemessenheit; die rechte, die gelegne Zeit. Nur noch in RA. wie von Paß, von Passe, nd. neben to passe, bayr. u. sonst zu Passe, mnd. van od. to pas(se); zu paß, zu passe sein«wohl, gesund sein», mnd. to passe sin, mndl. te pas zyn(Kilian 1598), ubel zu paß oder Krank 1618 bei Schönsleder; zu paß, zu paße kommen zu rechter Zeit, zu Nutz, zu statten kommen, passeny». Schon im 16. Jh. Zugrunde liegt mhd. im 13. Jh.,(vom Niederrhein ausgehend) pas n. c(rechtes) Maß, mnd. pas n., nd. pas(se) f. «Maß, rechte gelegne Zeit» aus mndl. pas m. cangemeßner Zustand, Angemessenheit, rechte Zeity. Desselben Ursprungs wie 1Paß.

b Paß, m. in Paßgeben(nd.), keinen Paß darauf haben(wetterau.). Die Bed. entwickelt sich aus der von 4aß.

Paß, m.(-Sses, Pl. Pässe), üblicher Paß- glas, n.: hohes weites Trinkgefäß mit Pässen Maßstrichen» inwendig. Die Bed. nach 4aß. 1691 bei Stieler Paßglas.

passãbel, adj. u. adv.: erträglich, leidlich. 1694 bei Nehring, 1598 bei Kilian. Aus glbd. frz. passable von passer«angehenꝰ, s. 2passen.

Passäge(spr.-aze), f.(Pl.-n): Durch- gang, fahrt, Uberfahrt; Verzierung in Musik u. Gesang im Schnellgang. In 1. Bed. schon mhd.(13. Jh.) passäsche f.-Durchgang, Weg, Furty, dann erst wieder im 16. Jh. aus frz. passage m.«Durchgang» von passer«gehen), s. passieren. In 2. Bed. erst im 18. Jh.

Passagier(spr.-Zir), m.(JLels, Pl.-e, im 18. Jh.-S, bei Schiller Räuber 2, 3): Reisen- der, Fahrgast. Im 16. Jh. entl. aus glbd. ital.