Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
377-378
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377 Partie

Pascha 378

Partie, f.(Pl.-n), dasselbe Wort wie Partei u. erst im 18. Jh. durch engern Anschluß an das französische von ihm geschieden; in der Bed. wurde es auf Teil von Dingeny be- schränkt, aber noch«Abteilung von Personen als Gesellschaft) in Jagd-, Spielpartie; ge- meinsame Lustbarkeit in Spiel, Jagd, Gang, Fahrt usw., sowie diese selbst; beabsichtigte Heirat u. diese selbst(im 17. Jh. bei Elisabeth Charl. v. Orl. 425); Anzahl von Dingen(Bartie Olsamen); Teil 2z. B. einer Landschaft, eines Gemäldes(im 19. Jh.). Im Sinne von Partei steht es noch 1812 bei Goethe 27, 228(Miets- partien), eine Partie der Misvergnügten bei Schiller 9, 385.

partiéIl, s. partidl.

Partikel, n.(Pl.-n):(veraltet) Teil, Teil- chen(1517 bei Keisersberg Emeis 10 b); un- veränderlicher, d. h. unbiegbarer Redeteil (Adverb, Präposition, Konjunktion, Interjek- tion), 1716 b. Ludwig. Aus glbd. lat. particula, dem Dim. von lat. pars(Gen.-tis)«Teil?.

Partikularismus, m.(Gen. wie Nom.): politische Richtung, die zugunsten der Einzel- staaten der Stärkung der Reichsgewalt wider- strebt; Kleinstaaterei, Sonderbündelei, Sonder- bestrebungen. Neulat. Bildung von lat. parti- cularis«einen Teil betreffend, einer Abl. von parlticula, s. Partilel. Wohl erst im letzten Viertel des 19. Jh. aufgekommen. Dazu Parti- kularist, m.: Sonderrechter, Sondertümler.

Partiküliér, so öst., Partikuliér(spr. -kaljé), m.(-S, Pl.-s): Privatmann, Rentner. 1710 bei Nehring. Aus frz. particulier m. Privatmann» vom Adj. particulier«besonder, eigentümlich, privat», von lat. particuläris ceinen Teil betreffend.

Partisän,(bayr. auch) Partisäne, m. (dels, Pl.-e): Parteigänger. 1650 bei Mosche- rosch 1, 305. Aus glbd. frz. partisan m. u. dies aus ital. partigiano«Parteigänger», eig. Adj.«parteiisch», von part Teil».

Partisäne, f.(Pl.-n): Spieß mit breitem Stecheisen, Hellebarde. 1529 bei Liliencron 3, 600 partusan, 1535 bei H. Sachs Fab. 42, 13 parteson, bei Fronsp.(Frisch 2, 40) Bartesan, 1617 im teutschen Michel 45 partisan, 1711 bei Rädlein partisane f. u. partisan n. Aus älterfrz. parthisane f. aus ital. partigiãna f. zu partigiano m.«Parteigänger», eig.«Waffe der Parteigänger».

Partitür, f.(Pl.-en): Zusammenstellung aller zu einem Tonstück gehörenden Stimmen, Stimmenbuch. 1673 bei Weise Erzn. 202, 1678

stammt.

bei Krämer. Aus mlat. partitura f.«Teilung, Ein-, Verteilungy, von lat. partiri eteilen».

Partizip, n.(-Lels, Pl.-e,-ien), Parti- zipium(-s, Pl.-pien,-pia): Mittelform, wort. Der lat. grammat. Ausdruck participium n., auch Teilnehmung», von particeps(Gen. -cipis)«teilnehmendy, zgs. aus lat. pars«-Teils u. einer Abl. von capere cnehmen». parti- zipieren, v.: teilnehmen, haben. Aus glbd. frz. participer von lat. partacipãre. 1672 bei Grimmelsh.(Vogelnest) 4, 76 Kz.

Partner, m.(-S, Pl. wie Sg.): Teilhaber; Spiel-, Tanzteilhaber, Mittänzer(1813 b. Goethe 28, 22. 346). Noch nicht bei Heinsius 1820. Aus glbd. engl. partner, das aus dem. 1741 bei Frisch Partenier, udl. Partener«Teilhabery. Zu part«Teil» gehörig.

partõut(spr.-), adv.: durchaus, schlech- terdings(1801 bei Campe). Aus frz. par tout callenthalben, überall», zgs. aus par tout«für allesy. 1703 im Zeit.-Lex. in der Bed.«allent- halben», 1773 im Orth. Hdb. überall, durchaus».

Parvenu(öst.), Parvenü(bayr.), m.(-s, Pl.-s): Emporkömmling(nach Campe[1801] von Affsprung vorgeschlagen). Im 18. Jh. aus glbd. frz. parvenu m., dem subst. Part. von parvenir aus lat. pervenire«hinkommen?.

Parze, f.(Pl.-n): Schicksalsgöttin(bei den Römern). Aus lat. Parca. Pare bei Weckherlin 1, 29 F.

Parzélle, f.(Pl.-n): Teilchen, Acker-, Waldteil. Aus glbd. fra. parcelle f. vom volkslat.*particella für particula f.«Teilchen», s. Partilcel. 1791 bei Roth Parcelen Pl. par- zellieren, v.: in Teile zerlegen, in Teilen verkaufen. 1813 bei Campe.

Pasch, n.(-es, Pl.-e u. Päsche): Würfel- wurf, bei dem beide(od. alle drei) Würfel die- selbe Zahl Augen zeigen;(auch beim Domino) Stein mit gleicher Augenzahl auf beiden Seiten. In 1. Bed. im 17. Jh. b. Hoffmannswaldau 4, 5; 1711 bei Rädlein ein Pasch Würffel un jeu de dezy, dann 1735, auch noch 1787 b. Gotter 1, 193 Basch m.«entscheidender Wurfy. Aus frz. passe-diæ m., zgs. aus passer cüberschreiten* u. diæ«zehn», also eig.«überschreite 10⸗, ein Spiel mit drei Würfeln, in dem der Wurf von mehr als 10 Augen bei gleicher Augenzahl auf 2 Würfeln gewinnt, das Elfern, das Pascheny. Daher auch älterach. paschendise «würfeln, paschen». Das Verb paschen: würfeln, ist jetzt veraltet. Schon 1477 clev. Passen en dobbelspel«würfeln».

Pascha, m.(-s, Pl.-s): hoher türkischer