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Parasit 372
Paradies, n.(-dieses, Pl.-diese): Aufent- haltsort der ersten Menschen vor dem Sünden- fall; Ort der Seligen(beide Bed. schon mhd.- ahd.); Wonnegarten, gefilde(mhd.);(der Höhe wegen scherzhaft im Nhd.) die oberste Galerie im Theater(ZfdU. 13, 30 Nachweis von 1731). Bei Luther Paradis, bei Alberus daneben Paradeis, Paradeiß mit regelrechter Ent- wicklung des mhd. 7, noch heute Paradeis Tomate⸗ in Kroatien usw. Mhd. par(a)dise, par(a)dis, baradis n., gegen Ende des 12. Jh. ndrhein. M., ahd. päãradés(i), asächs. paradisi n. Aus dem kirchl.-gr.-lat. paradisus m., gr. ropddeicoc der Garten Eden, Ort der Se- ligen?(Luk. 23, 43),-Himmel,»(vgl. 2. Kor. 12,4, Offenb. 2, 7), u. weiter aus dem Pers., bei Xenophon mopddeicoc m.«Park», awest. pairi- daëõza- m.«eine rings-, rundum gehende, sich zusammenschließende Umwallung, Ummaue- rungy. 4L. paradiesisch, adj., 1727 bei Aler. ZUS. Paradiesapfel, m.: eine Apfel- art, die ihrer Schönheit u. Güte wegen als aus dem Paradiese stammend angesehen wurde; (jetzt) die Tomate. Mhd. par(a)disapfel. Para- diesvogel, m., lat. paradiséa, weil er als ein nach dem Glauben stets in der Luft schweben- der Vogel aus dem Paradiese stammen müsse. 1557 bei Heußlin 185, 1561 bei Maaler.
Paradigma, n.(-s, Pl.-men, öst. auch mata): Musterbeispiel, bes. in der Grammatik. Das glbd. gr.-lat. paradigma, gr. rapderfuo n.
paradöx, adj.: der gewöhnlichen Meinung u. Lehre entgegenstehend, absonderlich, wider- sinnig. 1716 bei Ludwig. Aus gr.-Jat. para- doaus, gr. wapddosoc, zgs. aus gr. rapd«neben, gegen, wider, zuwider» u. einer Abl. von gr. doso f.«Meinung, Lehre». Paradöxon, n. (7s, Pl.-xa), 1703 bei Wächtler P.«eine un- glaubliche Meinung», aber 1571 bei Roth Para- doxan n., aus gr. rop u. dem Akk. von doëa.
Paraffin, n.(-s, Pl.-e): Leuchtstoff, 1830 von Reichenbach entdeckt. Gebildet aus lat. parum«wenig» u. affinis«verwandty, eig. also«wenig verwandt(mit andern Stoffen)».
Paragräph, m.(-en, Pl.-en): Zeichen eines Absatzes in der Schrift, Schriftabsatz. Aus mhd. paragraf m.«LZeichen, Buchstabe», aus gr. Jat. paragraphas m., gr. rapdõaꝙoc f. cnebenhin geschriebnes Zeichen(bei Isidorus († 636] einem S ähnlich), um eine Abteilung anzuzeigen», von gr. rapaypdcpeiv snebenhin- schreiben»(mopdæneben», Tpdꝙetv«schreiben»).
Paralipmena, pl.: Nachträge, eig.«Aus- gelassenesy. Das gr.-lat. paralipomena pl., gr.
mopokerréeva, womit die Bücher der Chronik bezeichnet wurden, Part. Präs. Pass. von rapo- Xeimeiv auslassen⸗. Als Buchtitel hauptsäch- lich durch Schopenhauer bekannt geworden.
parallél, adj.: gleichlaufend, d. h. in allen Punkten gleichweit nebeneinander sich er- streckend od. voneinander abstehend;(un- eigentlich:) gleichlautend, einander entspre- chend. Aus gr.-lat. parallélos, gr. rαeν νQõχ-Boc cnebeneinander laufendy, zgs. aus napd«neben, bei» u. einer Adjektivbildung zu gr. GXGV ceinander, gegenseitig». 1709 bei Hübner; 1703 b. Wächtler parallelus«gleichstimmend. Eine Abl. parallelisch aber schon im Garg. 176. Paralléle, f.(Pl.-n): gleichlaufende Linie; ein von den ausspringenden Winkeln einer Festung überall gleichweit entfernter Lauf- graben; Neben- u. Gegeneinanderstellung. Aus frz. parallèle f., das das Fem. jenes Adjektivums ist, mit hinzugedachtem Worte linea f.«Linie?. 1716 bei Wolff.— Parallelismus, m.: Nebeneinanderstellung. Aus gr. roXnkicuòc, einer Abl. vom Verbum rapaXnktGeiv, abge- leitet von rapdnXoc. 1703 bei Wächtler. Parallélogramm, n.(-s, Pl.-e): Viereck, in dem je 2 Seiten parallel sind,(verdeutscht) Gleiseck(zgs. mit Gleisen, der Verdeutschung von Parallellinien). Das glbd. gr.lat. parallelo- grammum n., gr. raν⸗ν ꝓHsõov n. 1716 bei Wolff in lat. Form..
Paralyse, f.(Pl.-n): Lähmung; Gehirn- erweichung. Aus gr.-lat. paralysis f., gr. ropdkucic f.«Lähmung», eig.«Auflösung, 2gs. aus fapd(s. o.) u. Nucic f.«Lösung» von AXOetv lösen». 1700 Paralysis(Zfd W. 8, 83). 482. paralysieren, v.: lähmen, unwirk- sam machen. Bei Goethe Faust 6568.
Paraphräse, f.(Pl.-n): erweiternde, ver- deutlichende Umschreibung. Aus glbd. gr.-
nlat. pardphrasis f., gr. radoςραᷣic, von gr.
nopappdzeiv neben einem reden, zu einer Rede hinzufügen, sie erweiterny, zgs. aus gr. ropd cneben, bei» u. ꝙpdketv«sprechen». 1727 bei Sperander Paraphrasis, 1791 bei Roth P. paraphrasieren, v.: etwas deutlicher er- klären, auslegen, umschreiben. 1694 bei Neh- ring. Umgebildet aus glbd. frz. paraphraser.
Parapluie(spr. plil), m.,(öst.-bayr. nur) n.(-s, Pl.-s): Regenschirm. Aus glbd. frz. parapluie m., zgs. nach dem Muster von pa- rasol m.(s. d.) mit parer«ein Hindernis be- reiten» u. plate«Regen». 1715 bei Amaranthes.
Parasit, m.(-en, Pl.-en): Schmarotzer, jetzt namentlich von schmarotzenden Pflanzen


