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(1711 b. Rädlein) u. die Schwarzpappel populus nigra, b. Bürger, Matthison. Das Wort bezeich- nete zuerst die Espe, schon 1586 b. Lonicerus Kräuterb. 432 Poppelzweiden f., Sg. neben Aspen.
pappeln, v. schwatzen, lallen, papeln(8. d.). Schon im 16. Jh. Lautnachahmend.
päppeln, v.: zu essen geben, mit einem zürtlich umgehen, ihn sorgfältig pflegen. Mhd. schon im 13. Jh. glbd. pepelen. Von dem unter Pappe erwähnten peppe Speisey.
pappen, v.: essen(von kleinen Kindern gesagt); mit Pappe(s. d.)«Brei» füttern; mit Pappe kleben; in od. aus Pappe arbeiten (Kirchhof Wendunmut 1, 142). Im 15. Jh. nd.-md. p., papen æ«essen, aber doch wohl nicht aus lat. pap(p)äre essen»(von Kin- dern), sondern ein Wort der Kindersprache, aus der Lautgruppe pap entwickelt. In der Bed.«kleben» 1616 bei Henisch u. 1630 bei Emmel B 5 happen, 1642 bei Dasypod. pappen.
Pappenstiel, m., nur in RA. wie das ist kein P.«das ist keine Kleinigkeit». 1691 bei Stieler. Klter dafür Pappelstiel, 1563 bei Kirch- hof Wendunmut 194 b, also«Stiel der Malve? (§. 1Pappel), der nichts wert ist, vgl. 1502 bei Liliencr. 2, 480 pfifferstil«Stiel des Pffferlingsꝰ.
papperlapapp!, interj. um etw. als bloßes Geschwätz od. Unsinn zu bezeichnen. Im 18. Jh. bei Weiße Kom. Op. 1, 23. Zu pappern, einer Nebenform von pappeln.
pappicht, pappig, adj.: klebig; fade wie Brei. Von Pappe. Beide 1809 bei Campe.
Pappstoffel, m.(-): einfältiger, unge- wandter Mensch, Dummkopf. Mundartl. in Mittel- u. Norddtschld. Schles. undeutlich sprechender Mensch». Wohl ein Stoffel(s. d.), der nur papp sagt.
Paprika, m.(-s): spanisch. Pfeffer, Frucht von capsicum annuum L. In neurer Zeit über ungar. aus serb. päprika f.(lat. piper«Pfeffer»).
Papst, m.(-es, Pl. Päpste): das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche;(übertr.) Oberhaupt überhaupt(schon mhd.);(in pro- testantischen Gegenden auch) Abtritt(vom päpstl. Stuhl hergenommen, davon papsten v.). Die Schreibung P. ist durch den Einfluß Ade- lungs, der sie wegen der Herkunft des Wortes aus lat. papa verlangte, durchgedrungen, wäh- rend Stieler 1691 u. Frisch 1741 entschieden Pabst forderten. Schon älternhd. P., doch noch bei Duez 1642 das ältre Babst. Denn mhd. häb(e)st(aber auch schon bäpst, pähſelst), aus
ältermhd. bãbes(auch pübis) mit angetretnem?
wie in Palast, ahd. nur bei Notker bäöbes. Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
Dazu and. pãνειs, mndl. paeves, aber ags. Pãpa, engl. pope). Entl. aus afrz. papes(Nebenform von papa, wie poetes neben poeta), u. dies aus lat. pãpa m.«Vatery, dann Bezeichnung des römischen Bischofs(seit Ausgang des 5. Jh. vorzugsweise, seit 1075 ausschließlich). Die Ersetzung des rom. p durch b ist in späten Entlehnungen regelrecht, vgl. Birne, Bischof. 4B L. päpstisch, adj., b. Luther. Päpstler, m.(-s, Pl. wie Sg.): Anhänger des Papstes. Bei Luther. päpstlich, adj., md. im 14. Jh. bébistlich. Papsttum, m.(-s): 1477 bäbes- tüm, 1482 im voc. theut. c5 b bãbsthümb n.
Paräbel, f.(Pl.-n): Gleichnisrede,-dich- tung; Kegelschnitt(1716 bei Wolff). Bei H. Sachs P. f.«Gleichnis». Aus mhd. para- helle f., ahd. parabola f., entl. aus mlat. para- bola, parabela f.«Spruch, Wort» u. dies aus gr. αꝗρσσολν f. Gleichniss, eig.«vergleichendes Nebeneinanderstelleny von rapaßd Meiv«neben einem hinwerfen»(gr. rapd«neben?, 8d Meiv werfen»),«vergleichen). Vgl. Parole.
parabölisch, adj.: gleichmäßig. Das Adj. zu Parabel(s. d.). In der Bed.«kegelschnitt- gestaltigy 1716 bei Ludwig.
1 Paräde, f.(Pl.-n): Prunkaufzug der Sol- daten als Truppenschau, feierlicher Aufzug; schaustellender Prunk, Schaustellung; Auf- halten eines Pferdes. Nach Kluge 1615, 1616 b. Wallhausen als militärisches Wort. Entl. aus frz. parade f.«Schaugepränge, Prunk, Truppen- schau; Aufhalten eines Pferdes» u. dies aus glbd. span. parada, vgl. auch ital. parata f., abgel. von span. parãr, ital. pardâre, frz. parer dzieren, schmücken». 4BL. paradieren, v sich in P. zeigen, prunken. 1727 bei Sperander. ZVS. Paradebett, n.: Prunkbett, urspr. das Bett, auf dem die Leichen fürstlicher Personen ausgestellt wurden. 1703 im LZeit.- Lex. Parademarsch, m.: besondre Marsch- art der Soldaten, wie sie bei der Parade ge- zeigt wird. Paradeplatz, m.: Platz in einer Stadt, auf dem die ganze Garnison die Parade abhalten kann. 1716 bei Ludwig.
2Paräde, f.(Pl.-n): Abwehr eines Hiebes. Aus gldâd. frz. parade f. von parer aus ital. parare«ein Hindernis bieten?, das aus lat. parãre cbereiten» stammt. Im 18. Jh. Da- für Fastnachtssp. des 15. Jh. 252, 18 parat n. «Künstlicher Hieb», mhd. pürät, bärät f. m. «List, Kniff, Betrug», entl. aus frz. barat m., ital. baratto«betrügerisch. Handel od. Tauschy. Nach Heyne WB. die Grundlage unsres P., was aber unwahrscheinlich ist.
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