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am Palmsonntag in feierlichem Zug umher- geführter hölzerner Esel zur EPrinnerung an den Einzug Christi in Jerusalem. Im 16. Jh. belegt, Fischart Garg. 107, Zimm. Chron.*¹ 2, 96, 25. Vgl. Wackernagel Lit.-Gesch. 312 Anm. 72. Palmsonntag, m.: der Sonntag vor Ostern. Ubersetzung des lat. dominica palmäãrum, s. Palmarum. An diesem Tage wurden u. werden in der griech. u. katho- lischen Kirche zur Erinnerung an den Ein- zug Christi in Jerusalem(Joh. 12, 13) Palmen- zbeige geweiht, u. es fanden Prozessionen mit ihnen statt, wofür bei uns Weidenzweige mit den wolligen Blüten dienten, s. 2Palme. Im 17. Jh. 1700 bei Castelli. Mhd. dafür palme-, balmtac m., noch 1780 bei Frisch. Palm- zweig, m.: Zweig des Palmbaumes, auch der Palmweide(s. Palme), Symbol des Sieges u. des Friedens. Bei Luther 3. Mos. 23. 40. 2Palme, f.(Pl.-n): Weidenschoß od.-zweig mit den wolligen Blüten; Kätzchen, bes. der Weide, Erle, Hasel usw.; Knospe am Weinstock. Gleich 1 Palme, weil man statt der Palmen- zweige Weidenzweige am Palmsonntag trug. Im 16. Jh. in 1. Bd. P. Von der Knospe des Weinstocks Anfang des 17. Jh. b. Colerus Haus- buch. ZUS. Palmweide, f.: die Salweide salix caprea, deren Zweige am Palmsonntag statt Palmen gebraucht wurden. 1798 bei Nemnich. 3 Palme, f.(Pl.-n): Längenmaß von ½ Fuß, um den Umfang von Rundhölzern auf Schiffen zu messen. In Hamburg. Nebenform von Palm. Pamphlét, n.(-Lels, Pl.-e): Flugschrift, Schmähschrift. 1760 bei Hübner. Aus engl. pamphlet. Unbekannter Herkunft. Pamps, m.: dicker Brei, dicke Suppe. In Norddeutschl. weit verbreitet, auch preuß. Pampe f., Pampel. Dafür bayr. Pampf. Wohl lautnachahmend. 4L. pampfen, pampen, auch pampsen: stopfen, beim Essen den Mund zu voll nehmen. 1586 b. Mathesius Syr. 2, 129a. Pan, m.(-S, Pl.-s): Herr. Aus glbd. poln. pan. Viel in neuern Romanen. Panazée, f.(Pl.-zeen, öst. auch-zecen); Allheil-, Wundermittel. Aus gr.-lat. panacéa f. (erdichtetes) Allheilkrauts, gr. ravdxeic, dem subst. F. d. Adj. wavdxeioc alles heilend), zgs. aus rav-alles» u.-oxeioc von dxeicdoi«heilen». 1595 bei Rollenhagen 1, 2, 15, 95 Panace. Pandékten, Pl.: Sammlung von Rechts- sprüchen. Aus gr. ravdéwrnc m. galles in sich aufnehmendy, im Pl.«Pandekten», 2gs. aus wov- alles» u. einer Abl. von dexecdar caufnehmeny. 1694 bei Nehring Pandectae.
Pandür, m.(en, Pl.-en): ungarischer, leicht bewaffneter Soldat. Urspr. in Slavo- nien ein bewaffneter Dienstmann in einer be- sondern nationalen Kleidung, mit 2 Pistolen u. einem langen türkischen Messer(Handschar). Früher auch Bandur. Aus ungar. panduür, serb. pändaur m. Angeblich nach der ungari- schen Stadt Pandur benannt, woher die ersten Panchuren stammen sollen. Taucht in der 1. H. des 18. Jh. bei uns auf.
Panéel, m.(-els, Pl.-e): bretterne Wand- bekleidung, Getäfel, Füllstück in einem Rah- men. 1727 bei Sperander Paneel, Paneelaverle, 1741 bei Frisch P. n., aber 1777 bei Adelung Panele f. Aus ndl. paneel m. Getäfel eines Zimmers, einer Kutschey, urspr. Tuch od. Holz in einem Rahmenꝰ», u. dies, wie mhd. panel, banel n. Sattelkissen», entl. aus afrz. panel m.(nfrz. panneau m.)«als Fach od. Feld eingefügtes Stück Brett, das Füllbrett (die Füllung der Spiegel) eines Türflügels». Dieses aber stammt aus mlat. pannéllum n., Dim. von lat. pannus m. Tuchstückchen, im Mlat. auch allgemeiner«Stück».
Panegyriker, m.(-s, Pl. wie Sg.): Lob- u. Prunkredner. Von dem gr.-lat. Adj. pané- gyricus, gr. ravnfupicc«zur allgemeinen Volksversammlung gehörigs, dann«rühmend, lobend), abgeleitet von rovnupic«Volksver- sammlung», bes. bei einer Festlichkeit(aus rdv alles» u. ärupic f.«Versammlung»). Auf dem M. jenes Adj., das zunächst auf einen schmeichelnden Lob- u. Prunkredner römi- scher Kaiser im 3. u. 4. Jh. deutet, beruht P. Diese Bildung erst im 19. Jh. Dafür früher (1703 bei Wächtler) Panegyrist(e) aus gr. navnfupicrhc m. Panegyrikus, m.: Lob- preisung, Lobrede. 1703 bei Wächtler. Sub- stantivierung des Adj. panégyricus. Weiter ist panegyrisch«lobrednerisch, übertrieben lobend» gebildet.
Panier, n.(Jels, Pl.-e): Heerfahne. Das- selbe Wort wie Banner(s. d.). Noch im 17. Jh. Banier geschrieben, aber bei Luther stets mit p, Panir(4. Mos. 1, 52; 2, 2 usw.), Panier(Ps. 20, 6), was auch schon im 13. Jh. vorkommt. 1482 im Voc. theut. y 32 panyer neben banger c5 b.
panieren, v.: mit geriebnem Brot be- streuen, einkrusten. 1739 bei Amaranthes. Aus glbd. frz. paner, von lat. pãnis m. Brots.
Panik, f.: plötzlicher Schrecken; völlige Mutlosigkeit; Krach(an der Börse). Wohl erst in der 2. H. des 19. Jh. entl. aus glbd.


