Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
357-358
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357 Pair

Palaver 358

bei Campe. Aus frz. paille f.«Stroh»(von lat. palea f.«Streu»). ZUS. paillengelb, in einem Kindervers hat die Katze paillen- gelbe Vorder füße.

Pair(spr. pär), m.(-s, Pl.-s): unmittel- barer Kronvasall, nach Geburt oder Würde Mitglied des höchsten Reichsrats usw., in England des Oberhauses. 1703 bei Wächtler. Aus frz. pair m.«der Gleiche, Ebenbürtige, unmittelbarer Kronvasall» usw. Dies ist das subst. frz. pair adj.«gleich, ebenbürtig» aus lat. par(s. Paar). Päres nämlich nannten sich im Mittelalter die unmittelbaren Vasallen eines Königs, weil sie(in Beziehung zu diesem) untereinander gleichen Standes und gleicher hoher Würde waren, vornehmlich aber in Sachen des Lehnverhältnisses nur von ihres- gleichen gerichtet werden konnten. Z0S. Pairskammer, f.: Oberhaus von Pairs. 1791 b. Roth Kammer der Pairs. Pairsschub, m.: Ernennung neuer regierungsfreundlicher Mit- glieder der ersten Kammer, um dadurch Re- gierungsvorlagen in dieser durchzubringen. Schlagwort seit etwa 1862. Vgl. Ladendorf. DerVorgang gehtaufenglisches Vorbild zurück.

Pakét, n.(-Lels, Pl.-e): kleinrer Pack, Päckchen(1703 im Zeit.-Lex. P. cein Bündel Briefe»). Früher meist Packet geschrieben, so 1618 bei Schönsleder. 1554 bei F. Platter 219 B. Entl. aus glbd. frz. paquet, s. Pack. Auch verkürzt Pakt(im 18. Jh.) u. davon Päktchen(bei Goethe 19, 78 u. ö.), jetzt ver- altet. ZUS. Pakétboot, n.: schnelles Post- schiff für Pakete, Reisende, bei Elisabeth Charlotte v. Orleans 567. Entlehnt aus engl. packetboat, woher auch frz. paquebot m.

Pakfong, s. Packcfong.

1 Pakt, m.(-els, Pl.-e,[preuß.-bayr. nur] -en, namentlich in Ehepakten): Vertrag, Bünd- nis. Im 16. Jh. bei Hedio Joseph. Antiq. 224 b (vgl. AfdA. 4,178), entl. aus lat. pactus m., wor- aus früher Pacht(s. d.). 4 L. paktieren, v., 1571 bei Rot.

2 Pakt, s. Paket..

Paladin, m.(-els, Pl.-e): Palast-, Hof- ritter; tapfrer Ritter zu Dienst und Schutz (Schiller Picc. 2, 4). Im 18. Jh. entl. über frz. paladin m. aus ital. paladino m., urspr. ceiner aus der Zahl der zum Schutze des Thrones dienenden vornehmsten Ritter am Hofe»(bei Karl d. Gr. nach der Heldensage 12). Aus lat. palãtinus ckaiserlich», subst.«kaiser- licher Palastdiener», mlat.«einer der Großen des kaiserlichen oder königlichen Palastes»,

abgel. von lat. paläãtium n.«Palast»(s. d.). Schon einmal spätmhd. als paletin m.«schützen- der Palastrittery entlehnt.

Palâis(spr. däã), n.(Gen. u. Pl. gleich geschrieben, aber läs gesprochen): Palast, königliches od. fürstliches Schloß. Bei Eli- sabeth Charlotte von Orleans 6, 313, 1703 bei Wächtler. Entl. aus glbd. frz. palais m. von lat. palãtium n.(s. Palast).

Paläst, m.(-Lels, Pl.-läste): schloßartiges fürstliches Wohngebäude; großartiges Pracht- gebäude zum Wohnen. Seit dem 15. Jh. bis auf Gottsched u. Adelung vielfach mit l ge- schrieben, 1477 clev. pallas. Mit angetretnem t wie in Papst(schon bei Konrad v. Würz- burg 1287) aus mhd. palas n. m.«größres, ein Hauptgemach(einen Saal, eine Halle) ent- haltendes, gewöhnlich einzeln stehendes, häufig prächtiges Gebäude in der Burg», dann auch, weil in jenem Hauptgemache meistens gespeist wurde, bloß s. v. a.«Speisesaaly. Gegen Ende des 11. Jh. entl. aus frz. palais m., u. dies von lat. palãtium n.«Prachtgebäude für Kaiser und Hof, für einen Gott», urspr. der von Romulus angebaute Hügel zu Rom(mons palatinus), auf dem später Kaiser Augustus u. seine Nachfolger ihre Wohnung hatten. Vgl. Pfala. Der Ton wechselt schon mhd., nhd. findet sich Pälast bei Hölty, u. Voß Anm. zu Luise 2, 82 will daher Pallast schreiben.

Palästra, f.(Pl. stren): Ring-, Fecht- schule. 1727 bei Sperander æein Ort, da die Jugend in höflichen Sitten u. Gebärden unter- richtet wirdy. Aus gr. wakaicrpa f.«Ring- schule, Schuley von roxcoierv«ringen.

palatäl, adj.: dem Gaumen angehörig, Gaumen-. Aus nlat. palatalis, adj. von lat. palãtum m.«Gaumen⸗. ZDS. Palatällaut, m.: Gaumenlaut, wie k, g, ch in Kind, gern, ich. In der neuern Sprachwissenschaft.

Palatine, f.(Pl.-n), auch Palatin, m. (Jels, Pl.-e): Halskragen, Halspelz für Frauen. Vielfach Pälatin betont. 1739 bei Amaranthes. 1744 bei Zacharid Renommist 2, 149 Ntr., 1727 bei Sperander ein Palatin. Aus glbd. frz. palatine f. von palatin m. Pfalzgraf, nach Frisch 1712 benannt, weil die Mode von einer Hofdame der Herzogin Elisabeth Charlotte von Orleans, geb. Prinzessin von der Pfalz an den Hof Ludwigs XIV gebracht wurde.

Palâver, n.(, Pl. s): Ratsversammlung der Neger in Afrika. Uber engl. palaver«Geschwätzo aus port. palavra f.«Wort, Rede», das auch von den Negern gebraucht wird. In neurer Zeit.

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