Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
355-356
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355 Packen

paille 3⁵56

Packen, m.(-S, Pl. wie Sg.), Nebenform von 1Pack, entwickelt aus dem schwachen Packe, vgl. mnd. packe f.«Packen, Bündel. Schon im 16. Jh. ein kaufmännisches Wort.

packen, v. etw. zusammentun u. verbinden, daß ein Pack(s. ¹Pack) entsteht; zugreifen u. festhalten;(refl.) sich eiligst fortmachen, sich trollen(mnd. sikc paken), schon im 16. Jh. geläufig, 1550 bei Alberus Fab. 16, 44. Entl. in 1. Bed. aus nd. packen«packen»; dazu ndl. Pakken, 1477 clev. packen(in den Reisesack aufs Pferd einordnen), mhd.(md.) 1369 backen. In 2. Bed. erst zurückgebildet aus anpacken, ndl. aanpalckten, 1719 bei Kramer. Von 1 Pack.

Packer, m.(-s, Pl. wie Sg.): wer Fracht- gegenstände, Waren, Möbel packt; schwerer Hetzhund, bes. auf Sauen; auf dem Schwarz- wald eine Art Uhrenhändler(vgl. Fischer 1,566). Von packen. 1691 b. Stieler Sp. 1408 in 1. Bed., aber schon mlat.(15. Jh.) paccarius m. von paccus(s. Pack). Päckeréi(Pl.-en): Gepäck. Mittelst-ei von die Päcker, einem alten Pl. von 1Pack(1691 bei Stieler) gebildet. Packesel, m.: Esel, zum Päcke tragen. Ubertragen, wie in der RA. den P. machen csich zu allem hergeben», 1781 b. Kindleben.

Packfong,(öst. auch) Pakfong, n.(‧s): Art Neusilber. Aus chines. pack fong«Weiß- kupfery». 1813 bei Campe.

Packpapier, n.: grobes starkes Papier zum Verpacken. Aus mndl.-ndl. pachpapier. 1642 bei Duez.

Packträger, m.: Gepäckträger, Dienst- mann. 1711 bei Rädlein Packtträger.

Pädagôg(e), m.(en, Pl.-en): Erzieher. Aus gr.-lat. paedagõôgus, gr. raidœrurröc Kinder-, Knabenleiter, Erzieher», zgs. aus gr. roĩc m. f., Gen. moidéc«Kindy u. dc m.« Führer, Leitery», von dreiv«führen, leitens, 1478 bei Wyle 199, 1, 1571 bei Rot. Pädagögik, f.: die Kunst der Erziehung. Im 18. Jh. entl. aus gr. moidorurrucn(nämlich réxvn«Kunst), dem subst. F. des von taidaruwroc abgeleiteten Adj. oidorurtixoc«erziehlich». pädagögisch, adj., im 18. Jh. gebildet. Pädagõgium, n.: Erziehungsanstalt. Aus gr. maidofwyeiov'n. «Lehrsaal», einer Abl. von rœidorurréc. Schon 1571 bei Rot.

Padde, f.(Pl.-n): Kröte, Frosch, ist nd. padde; dazu mnd. padde f., mndl. padde, pedde f., ndl. pad(de)«Kröte», mengl. padde, engl. Paddock, anord.-schwed. padda f., dän. padde. Im 16. Jh. belegt. Herkunft dunkel. Uhlen- beck Btr. 22, 199 vergleicht gr. Súrpoxoc m.

«Frosch», zu dem es eine Art Kurzform sein könnte. Anders Falk-Torp. Vgl. Schildpatt.

paddeln, v.: ungeschickt gehen, nament- lich im Wasser. Bei J. Paul. Von glbd. padden (1691 bei Stieler, nd. padjen), eig. chüpfen wie eine Padde?(s. d.).

Paddock, m.(-S, Pl.-õ): eingezäunter Raum für Pferde; Gehege. Bei Reuter Strom- tid 2, Kap. 27. Aus engl. paddock«Park, ein- gehegter Raum.

Päderastie, f.:(unsittliche) Knabenliebe. Aus glbd. gr. woidepocrio f., zgs. mit gr. roud- «Knabe»(von aic m.) u. einer Abl. von Epauan cliebey». 1791 bei Roth.

paff! Interj. des ausbrechenden Schalles. Auch baff, wie 1641 bei Schottel 519; bei Schiller Fiesko 3, 4 baff. Nd. immer paff, ndl. paf. Lautnachahmend. Dazu piff u. puff mit Ablaut. RA. paff oder baff sein: voll- ständig überrascht sein, wie bei einem plötz- lichen Schusse. paffen, v.: stark Tabak rauchen(1781 bei Kindleben), eig. den Laut paff von sich geben⸗, wie 1691 bei Stieler baffen, paffen«bellen». Ahnlich spätmhd. (eig. ndrhein. u. mndl.) baffen«bellen?, 1556 bei Frisius 866 b bäffen cbellen.

Page(spr. paze), m.(-n/, Pl.-/): Edel- knabe, junger Adeliger zum Dienst am Hof fürstlicher Personen. 1639 bei Zinegref 1, 85 als neumodisch, 1678 bei Kramer; aber 1691 bei Stieler, 1716 bei Ludwig nach der Aus- sprache Pasche. Aus glbd. frz. page(span. page, port. pagem, ital. paggio). Herkunft unsicher.

Pagina, f.(Pl.-s): Blattseite bei Papier, einer Schrift usw. Im 17. Jh. aus glbd. lat. pãgina f. paginieren, v.: mit Seitenzahlen bezeichnen. Im 17. Jh.

Pagöde, f.(Pl.-n): Götzenbild des in- dischen, chinesischen Göttertempels(in dieser Bed. öst. auch m.); dieser Tempel selbst; kleine Figur mit beweglichem Kopf. 1709 bei Hübner. Uber glbd. frz. pagode f. von port. pagoda, u. dies entl. aus malayisch pagòodi (aus ind. bhagavatti«mit Glück begabt, er- haben», einem bes. in spätrer Zeit vorkommen- den Beinamen des Wischnu u. Name eines auf der Westküste Indiens häufig vorkommenden Götzenbildes).

pah! Interj. der Ablehnung, Geringschät- zung, Gleichgültigkeit. Erst im 18. Jh. belegt, vielleicht aus frz.-ital. pah, bah.

Päias, Paiatz, in Norddtschld., dasselbe wie Bälas, s. Bajazzo.

paille(spr. palj), adj.: strohgelb. 1801