Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
353-354
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353 Päan

Packeis 354

P

Päan, m.(-s, Pl.-e): feierlicher Gesang, aus lat.-gr. paean, gr. nœidv m.«feierlicher an den Apollo gerichteter Gesang». Bei Ramler.

Paar, n.(els, Pl.-e, bei vorgesetzter Zahl wie Sg.): zwei als zusammengehörig in eins begriffne Dinge; zwei zusammengehörige Gleiche(ein P. Tauben, erst spätmhd., bes. spätmd.);(klein geschrieben) an Zahl wenig (ein p. Taler, erst nhd. z. B. bei H. Sachs 3, 62); (als Adj.) durch 2 teilbar(eine paare Zahl, p. oder unpaar). Mhd.-ahd. pãr adj.«gleich, mhd. pär n.«zwei von gleicher Beschaffen- heit». Aus lat. par adj.«gleich, ähnlichy. RA. Zu Paaren treiben, im 18. Jh. umgedeutet aus zum parn, barn bringen, eig.«zur Krippe treiben», s. Barn. Nach Kluge zu mhd. bér(e) m.«sackförmiges Fischnetzs. 4 BL. Pärchen, n.(-*s, Pl. wie Sg.): zwei durch Liebe verbundne Wesen. Im 16. Jh. paaren, v. jetzt meist refl. sich p.«sich vereinigen», 1464 paren«sich zu zweien zusammenstellen oder zusammen- fügen»(Schmeller* 1, 401). ZUS. paar- weise, adv.: zu zweien. 1716 bei Ludwig.

Pacht, f.(Pl.-en), seltner mundartl. m. (Aels, Pl.-e): Vertrag zur Nutzung einer Sache gegen Gegenleistung; diese vertrags- mäßige Nutzung selbst; das Geld dafür. Aus md.-nd. pacht f. Die streng hochd. Form pfacht, noch 1691 bei Stieler, erlischt im 18. Jh. gänz- lich, lebt aber noch in schweiz. Pfacht, Facht «Vertrag, Satzungs. Mhd. pfaht(e) f.«Recht, Gesetz, durch das Gesetz bestimmter Rang, Stand, Vertrag, Pakt, Pacht⸗, auch pfaht m. Zins, Pacht». Ahd.*phahta fehlt, dafür ahd.- mhd. phät. Dazu mnd. pacht f. m., ndl. pacht f., alle entl. aus mlat. pactum n., pactus m.«Über- einkunft, Vertrag, durch Vereinbarung er- richtetes Gesetz oder Rechts, dem subst. N. des Part. Perf.(pactus) von lat. pacisci über- einkommen, einen Vertrag schließen». Das Geschlecht schwankt seit alter Zeit, b. Schottel 1663 S. 281 u. 1372 M. u. F., ebenso bei Weiße Op. 3, 172, Lessing 7, 254, Goethe 1, 200; 46, 253 f., Möser patr. Phant. 2, 128. 129. Im 18. Jh. u. zu Beginn des 19. Jh. vorwiegend M., jetzt ist unter nd. Einfluß das F. ziemlich durchgedrungen. Vgl. Patt. 4 BL. pachten, v.: durch einen Vertrag ein Grundstück mieten. 1691 bei Stieler; nd. Form, 1477 clev. pachten,

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

mhd. dagegen pfahten durch Vertrag be- stimmen, festsetzen»(noch schweiz.-schwäb. fächten«aichen»y aus mhd. pfechten«prüfen, messen, aichen»). Von mlat. pactäre«einen Vertrag schließen, mieten»; davon Pachter, (öst.-bayr. nur) Pächter, m.(-*s, Pl. wie Sg.), erstres 1691 bei Stieler, letztres erst Ende des 18. Jh.; dazu ndl. pachter; Pachtung, f., 1691 bei Stieler, spätmhd.(15. Jh.) patteng Vertrag, Kontrakty. ZUS. Pachtgeld, n., 1691 bei Stieler. Pachtgut, n., 1683 b. Wide- hold, mndl. pahtgoed, mhd. 1372 pfahtguot n. Pachthof, m., mndl. pahthof. Pachtschil- ling, m., 1777 bei Adelung. pachtweise, adv., 1716 bei Ludwig. Pachtzins, m., 1691 bei Stieler.

Pachülke, m.(n, Pl.-n): Helfer, Knecht. Bei den Buchdruckern, auch obsächs. Aus poln. pacholek m. Bursche, Bedientery.

1 Pack,(öst.-bayr. nur) m., n.(-Lels, Pl.-e, Päcke): für sich durch Bindemittel auf- u. zueinander Verbundnes, zum Tragen usw. 1642 bei Duez, bei Logau 2, 9, 69. Aus nd. pack n. Dazu 1477 clev. pac Last, Bündel, Kleider- bündel auf dem Pferde bei Reisen», engl. pach«Paket, Pack, Ballen, Bündeb. Der Stamm ist auch rom., vgl. glbd. ital. pacco m., frz. paquet m., sein Ursprung aber dunkel. Anord. baggi m. Packen, Bündel» soll die Quelle sein. Vgl. die Literatur bei Körting. 4 L. Päckchen, n.(-s, Pl. wie Sg.), 1711 bei Rädlein. Dazu ndl. pafje.

²2 Pack, n.(-els, gemeines Volk, ist An- wendung von 1Pack, zumal da dieses auch vom Gepäck des Heeres vorkam(s. Stieler Sp. 1409); dieselbe Bedeutungsentwicklung bei Bagage(s. d.), 1678 bei Kramer Pakaschi f., 1709 bei Castelli Packasche, 1711 bei Rädlein Packasche, Bagasche, noch jetzt Pakäsche Lumpengesindel» in Norddtschld., z. B. wal- decksch, magdeburg., ostpreuß. Dazu mnd. pack n.(Reineke Vos 6090). Bei Goethe 16, 52 M., 50, 165 N.; bei Lessing 1, 357 Packt n.

Pãckan, m.(-Is], Pl.[s]: tüchtiger An- greifer; kühner Hund. Bei Voß Luise Packän betont. Eig. Imp. von anpacken. Schon im 17. Jh. in der Bed.«Häscher»(bei Stieler).

Packeis, n.: das dicht zusammengeschobne Eis des Polarmeeres.

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