347 Orkan
lichs, von lat. or?go f.(Gen.-ginis)«Ursprung, einer Ableitung von lat. oriri«seinen Ur- sprung haben». originäâl, originéll, adj.: ursprünglich, ureigen, angeboren, mhd. ori- ginale, 1732 bei Haller Tagebücher 139 ori- ginell, aus lat. originalis, frz. original, originel. Originalitât, f.: Ursprünglichkeit, Ureigen-
tigster Art. Im 17. Jh. bei Hoffmannswaldau verm. Gedichte 14 Orkan, 1680 bei Francisci Lufftkreys 1185 Orcan, 1628 bei Münster Cosmogr. S. 1749 erschreckliche Sturmwwindt (in Jamaica), Uracani genannt. Aus span. huracãn, frz. ouragan, ital. uracano m., engl. hurrikane, ndl- orkaan m., einem karaibischen, nach Europa durch Schiffer eingeführten Wort (uragan«Ungewitter»). Vgl. noch Btr. 20, 43.
Orlogschiff, n.: Kriegs-, vorzugsweise Rang-, Linienschiff. Im 17. Jh.(1696 im Schelmuffsky 44 Orlogs-Schiff), aus ndl. oorlog- schip, nd. örlogschip, dän. orlogsskib, schwed. örlogsskepp, zgs. mit ndl. oorlog m. n., 1598 b. Kilian oorloghe, mndl.-afrs., 1477 clev. orloch, mnd. orlog«Kriegy, anord. Srlygi n.«Kampfy, dän. orlog, schwed. örlog m.«Krieg», ahd. urliugi n.«Krieg»(mhd. urliuge, urlouge n.), 2gs. aus ur-«ausy(s. er-) u. ahd. liugi, das zu got. liugan cheiraten, eig. ceinen Vertrag schließen», air. Taige«Eid» gehört. Daneben ahd. urlag m., asächs. orlag m., ags. orlœæg m., anord. orlög n. pl.«Schicksaly aus*ur-laga.
Ornamént, n.(-v, Pl.-e): Verzierung, Zierat. Im 15. Jh.(Decameron 50, 25 Klr.), aus glbd. lat. ornäãmentum n., von lat. ornãre «schmückenp.
Ornät, m.(-els, Pl.-e): Schmuck, Amts- schmuck, Amtstracht. In dieser letzten Bed. mhd. ornãt m., später auch f., aus lat. ornãtus m. Schmuck», von ornäre schmücken».
10 rt, m., älternhd. u. noch obd. n.(-Lels, Pl.-e u. Orter, namentl. in Fiæsternérter): Ecke(vorstehende Spitze); Winkel; Anfangs., Endspitze od.-punkt;(schweiz. bayr. mit dem Pl. Orte) Landesabteilung, Landbezirk(s. Kan- ton); Raumpunkt, Raum wozu; Gesamtheit von Wohnungsgebäuden. Bei Luther Ort m. mit dem Pl. Ort, Ort, Orter, mhd. ort n., auch m.(Pl. ort, örter, md. auch orde)«Waffen- spitze, spitze Waffey(daher noch obd. u. md. Ort m.«die Ahle, der Pfriemen des Schuh- machers», um 1700 der Pl. Ort)«Ecke, An- fangs-, Endpunkt, Anfang, Ende, Weltgegend, Grenze, Rand, Saum-, Stand- od. Raumpunkt
m.«stechende, schneidende Waffe, Beginn heit, im 18. Jh.(fd W. 8, 82) aus frz. originalité f. Orkän, m.(-s, Pl.-e): Sturmwind hef-
orthodox 348
u. Platz», ahd. ort n.(noch nicht in der eben angegebnen letzten Bed.) mit dem Pl. ort, orter; dazu asächs. ord m.«Spitzes, mnd.-nd. örd, ört m.«Spitze, Ecke, Winkel, Anfang, Ende, Platz», ndl. oord m. n.«Spitzen usw., afrs. ord n. Spitze, Raumpunkty, ags. ord Schlachtordnung», anord. oddr m., schwed. udd, dän. od«Spitze». Germ. Grundform ruæda-, deren Herkunft unbekannt ist. 4L. ortig, adj.: winkelig, in recht-, scharf-, Stumpfortig, 1340 md. ortig zweischneidig», in Zss. 1384 vierörtig«viereckig». örtlich, adj., 1727 bei Aler; dazu Ortlichkeit, f., bei Goethe. Ortschaft, f., 1777 bei Adelung. ZUS. Ortband, n.: eisernes Band, Beschläge an der Spitze der Schwert- od. Degenscheide, mhd. ortbant n., mnd. orthant m., schon im 15. Jh. entstellt orpandt(Voc. 1482 y 2²), daher Ohrband 1664 bei Duez, Orband bei Klopstock. Ortbrett, n.: Brett am Ende einer Fläche, Eckbrett, Seitenbrett, bei Luther. Ortfeder, f.: Feder am Flügelende, 1716 bei Ludwig. Ortscheit, n.(-Lels, Pl.-e): das an jedem Ende des über der Deichsel hinten liegenden Holzes(der Wage) einge- hängte bewegliche scheitartige Holz, an das die Zugstränge od. riemen der Zugtiere be- festigt werden(s. Sillscheit), im 15. Jh. ort- schyt,-scheit. Ortspule, f.: härtester Feder- kiel am Ende des Flügels, 1777 bei Adelung. Ortstein, m.: Eckstein, dann Grenzstein an der Ecke od. dem Ende einer Mark, mhd. u. ahd. ortstein m.«Eckstein». Zsg. mit dem Gen. Sg.: ortskundig, Ortsrichter, m., Ortssinn, m., erst im 19. Jh.
20 rt, n. m.(Jels, Pl.-e): ein Viertel manches Gewichtes, Maßes, mancher Münze. In gleicher Bed. schon mhd. ort n., im bes. ¼ Gulden; dazu mnd. ort, nnd. ord n. m., ndl. oord n. m.«vierter Teil einer größern Münze, eines Maßesy. Eins mit 1 Ort Ecke, Winkel»; die Bed.«Viertel» ging von den viereckigen durch ein Kreuz in vier Orte (Ecken) geteilten Münzen aus. ZUS. Orts- gulden, m.: ¼ Gulden, 1673 bei Weise Erzn. 218 Orthsgülden, bayr. öst. Ortler, im 16. Jh. Orterer m. Ortstaler, m.: ¼ Taler, 1664 bei Duez.
orthodöx, adj.: rechtgläubig. 1716 bei Ludwig, 1722 bei Günther 463; 1703 bei Wächtler orthodoxus, aus gr.-lat. orthodoæus, gr. 6p9dokoc, zgs. aus gr. Opöc gerade, rechty, u. dosoc von gr. dôöEo- f.«Meinung).


