Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
339-340
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339 Oleander

olie(hieraus entl. dän. olje, schwed. olja), afrs. olie, ags. ele n., aus glbd. lat. oleum n., von gr.&aiov n. Baumöl»(s. Olive). Die unmittelbare Quelle des got. aléw n.(ar- menisch?) ist nicht sicher ermittelt. Vgl. Btr. 22, 574. Von lat. oleum stammt auch ufrz. haile f., afrz. oile, woher engl. oil. 4BL. ölen, v., muhd. ölen, ol(ei)en; davon Olung, f., mhd. öluenge, ollei unge f. ölicht, ölig, adj. 1539 bei Serranus ölig, 1537 bei Dasypodius alechtig. ZUS. Oölbaum, m., mhd. ole-, öl(e)- boum, ahd. oliboum, oleopaum, ags. elebéam, got. alaahagms m. Olbild, n.: lgemälde, 1777 bei Adelung. ölfarbe, f spätmhd. ölfarwe. ölgötze, m: steifer, dummer, ein- gebildeter Mensch(1529 bei Agricola Sprichw. Nr. 186), in urspr. Bed. im 16. Jh. Holzbild, an dem die Ollampe aufgehängt wurde(S. Franck Sprichw. 2, 51 2, H. Sachs 5, 165, 23, noch henner- bergisch bei Reinwald u. Spieß õlgõtzæ zein Pfosten, an dem man die Lampe aufhängt), von Luther spöttisch auf die mit dem hl. O1 geweihten katholischen Priester u. Bischöfe angewandt. S. Göfze. Olzweig, m., mhd. ale-, olezzoi u. oleizwic n.

Oleänder, m.(-S, Pl. wie Sg.): Lorbeer- rose, Rosenlorbeer, 1546 bei Bock 346a, aus glbd. ital. oleandro, frz. oléandre, span. oleandro, eloendro, port. eloendro, loendro m., das aus dem volksüblichen mlat. Namen lorandrum n. (neben mlat. Iauriendrum u. arodandrum) ent- stand, statt des glbd. gr.-lat. rhododendron n. (von gr. p dov n.«Roseꝰ u. dévdpov n.«Baum), dessen erster Teil man im Mlat. im Hinblick auf die lorbeerähnlichen Blätter(lat. laurus f. Lorbeerbaum») u. dann im Rom. mit Anknüp- fung an lat. olea f.«Olivenbaum» umbildete.

Oleäster, m.(⁵s, Pl. wie Sg.): der wilde Olbaum, aus glbd. lat. oleaster m., mit der Abl. aste von lat. olea f.Olürenbaumy.

Olga, weibl. Vorname, aus russ. Olga, das dem schwed. Helga entstammt.

ölgötze, s. 6I u. Götze.

Oligarchie, f.(Pl.-n): Staatsform, die in der«Herrschaft von Wenigen» besteht. 1727 bei Sperander, aus gr. 6XrTapxia f., von gr. öktroc«wenig» u. einer Abl. von äpxery cherrschen». oligärchisch, adj., dem gr. Adj. 6XrTapxixòc nachgebildet.

Olim, in au u. seit Olims Zeiten, 1678 in«Des Ratio-Status Schwätzgesichter, 1, 2, S. 2, aus dem lat. Adv. olim cehemals».

Olive, f.(Pl.-n): Frucht des Olbaums; olivenförmiger Zierat. Mhd. oldpe f. m. 01-

Opal 340

baumo, im 16. Jh. die Fruchty(Frisius 1541), aus lat. olva f.«Oliven, Olbaum neben glbd. olea, gr. Edia f.

Olm, m.(-es, Pl.-e): Holzmulm, fäulnis; dann überhaupt durch Wurmfraß od. Ver- witterung Auseinandergefallnes. Aus nd. olm, ulm, clev. 1477, ndl. olm«Holzfäulnis», entspr. obd. Molm, Mulm(s. d.). Im Ahd, Mhd., Klternhd. u. Mndl. ist olm m.«der Molchs, der an feuchten Orten lebt. 48L. olmicht, adj., ahd. olmoht«von Fäulnis angefressens. olmig, adj., nd. olmig, ulmig, mnd. olmech, 1477 elev. olmich, mhd. ulmic.(Ghnerin.

lsüß, n.(--es): deutsche Bezeichnung des

Omelette, f.(Pl.=n), Omelett, n.(els, Pl.-e): Eierkuchen. Aus glbd. frz. omelett⸗ f. für amelelte u. dies viell. aus alemette, alemelle, alamelle, zgs. aus d& αnach Art vonꝰ u. lamelle «dünnes Blättcheny». S. Lamelle. 1715 bei Amaranthes Aumelettes.

Omen, n.(-s, Pl. Omina): vorbedeutendes Zeichen, Vorbedeutung. Im 16. Jh. in der Zimm. Chron. ² 4, 49, 27, aus glbd. lat. ömen n.

Omnibus, m.(Gen. wie Nom. u.-Sses, Pl.-Sse): großer vielsitziger Lohnwagen. Name u. Sache 1823 in Paris aufgekommen, aus lat. ommibas«für alley, Dat. Pl. von omnis«jeder».

Onanie, f.: Selbstbefleckung. Benannt nach Onan(1. Mos. 38, 9). 1791 bei Roth.

Onkel, m.(-e, Pl. wie Sg.), für Oheim(s. d.) im 18. Jh. geläufig geworden u. Ende d. 17. Jh. zuerst in der fremden Form(1714 bei Wächtler u. noch b. Schiller 4, 279, 25 Oncle neben Onkle 1, 243, Onkel 14, 129) aus franz. oncle m., von lat. avunculas m. Oheimy.

onomatopoétisch, adj.: schallnachah- mend. Nach gr. övonoronomticéc adj.«ein Wort bildend, indem man einen Naturlaut nachahmt). Von övoua n. Name, Wort» u. eine Abl. von noieiv«macheny. Früh- zeitig in der Grammatik.

Onyx, m.(-Lels, Pl.-e): ein abwechselnd braun u. weißlich gestreifter Halbedelstein. Bei Luther Onich, Onych, Onicher, Oniæ, mhd. önichel, önichüs, öniaæ m., 1466 onich (Diefenb. nov. gl. 271 5b), aus glbd. gr. Jat. ongæ, gr. 6vus m., eig.«Nagel⸗; der Stein ist daher benannt, daß seine Farbe der weiß- lichen des menschlichen Nagels ähnlich ist.

Opäl, m.(-s, Pl.-e): milchweißer usw., ins Rote usw. spielender Halbedelstein. 1654 bei Logau 1, 10, 2. Aus gr. lat. opalus, gr. ördkNoc m., entlehnt aus aind. νala-«Stein, Edelsteiny, da der Opal nach Plinius hist.