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mit der flachen Hand ans Ohr(vgl. Dachtel), gegen Ende des 15. Jh. in Hessen örfige f. (Weihnachtsspiel 634 u. 694 Piderit), nndl. oor- vijg f., bei Kilian 1598 oorvijghe, wie es scheint volkstümlich umgedeutet aus glbd. ndl. oorveeg f., zu ndl. veeg m.«Streich, Hieb, Schlags, aach. fége«schlagen. Dafür mhd.-ahd. örslac, and. orslegi m. Ohrfinger, m.: der kleine Finger, mhd.-spätahd. örvinger m., der Name daher daz er in daz öõre grubilet(grübelt, Genesis 14, 18, Anf. des 12. Jh.). Ohrgehänge, Ohrschmuck, um 1600 b. Ayrer Dram. 3, 2151, 30 Ohrgheng. Ohrläppchen, n., örelepgin 1469 im mrhein. Voc. ex quo. Ohrring, m., mhd.- ahd. örrine m., and. õringa Pl.; got.*ausahriggs zu erschließen aus entl. glb. abg. useregä m. Ohrwurm, m.: ein lebhafter, schlanker, Zangen am Schwanze führender Käfer, der, weil er Höhlungen liebt, nach dem Volks- glauben gern ins Ohr kriechen soll u. deshalb gescheut wird, mhd. im 14. Jh. örawzrn.
öhr, n.(es, Pl.-e): chrartige Offnung woran od. worin. Bei Luther Nadelé(h)re, mhd. œre(auch Henkelloch u. 1336 Loch in der Axt zum Einsetzen des Stieles), spätahd. öri n.«ohrartiges Loch, Henkelloch». Ab- geleitet von Ohr(s. d)) Vgl. Ose.
Öhrn, m.(Schiller Räuber 4, 3), s. Ern.
0jé!, bayr. auch o jel, gekürzt aus 0 Jesus, s. 1je. Ojémine! s. Jemine.
Okkupatiön, f.(Pl.-en): Besetzung. Aus lat. occupãtio f. Besetzung, Beschäftigung». Im 17. Jh. Okkupieren, v.: besetzen, be- schäftigen, 1509 bei Brant Layenspiegel E 6a, aus glbd. lat. occupãre.
Okonöm, m.(-en, Pl.-en): Haus., Land- wirt. 1617 bei Albertinus der Welt Tummel- u. Schauplatz 976. Aus gr. lat. oeconomus, gr. oixovòoc m.«Hauswirty, von gr. oikoc m. Haus» u. einer Abl. von véueiv zuteilen⸗ (jedem im Hause das Seine). Okonomie, f.: Landwirtschaft; Haushaltungskunst, Sparsam- keit; gute u. zweckmäßige Einrichtung(z. B. eines Dramas im 18. Jh.). Bei Luther in der Vorrede auf Stücke Esther Oeconomey f., aus gr.-lat. oeconomia, gr. oixovouia f.«Haus- wirtschaft, Anordnung fürs Ganzes. öko- nmisch, adj., 1663 bei Schupp 710, nach gr. Jat. oeconomicus, gr. oixovouikc ein der Hauswirtschaft geschickt».
Oktäv, n.(-s, ohne Pl.): Format, wenn der Bogen in 8 Blätter gefalzt wird, Achtelgröße. 1728 bei Sperander. Aus lat. in octãvo, von octãvus«der Achte». ZUS. Oktävband, m.
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
n.: Monat im Jahre.
Oktäve, f.(Pl.-n): der achte Ton vom Grundtone(diesen mitgezählt), dann beide Töne mit den zwischen ihnen liegenden. In 1. Bed. mhd. octãu f. Die große O0., die tiefste, weil ihre Töne vor der Notenschrift mit großen Buchst.(CDE usw.), die kleine O., die nächstfolgende höhre, weil ihre Töne da- mals mit kleinen Buchst.(ede usw.) bezeichnet wurden. Aus lat. octãva f. die Achte».
Oktöber, m.(-J, Pl. wie Sg.): der zehnte Mhd. ockober, daneben octember m. Aus lat. Octõber m., d. i. der achte Monat vom März an nach dem ältesten römischen Kalender. Im Ahd. bei Karl d. Gr. windumemnth«Weinlesemonats, dessen erster Teil aus lat. vindemia f.«Weinlesen.
Oktroi(spr.-ol), m. n.: der einem Orte verwilligte Eingangszoll von Schlachtvieh, EB- u. Trinkwaren, Brennbedarf usw. 1694 bei Nehring Octroi«ausschließliche Erlaubnis, obrigkeitlich erteiltes Privilegium». Aus frz. octroi m.«Bewilligungy, dann«städtischer Ein- gangszoll). Oktroyieren, v.: bewilligen, insbes. landesherrlich, 1694 bei Nehring, aus glbd. frz. octroyer, afrz. otreiier, ital. otriare, span. otorgar, katalon.-prov. autrejar, von mlat. auctoricare für lat. auctõrãre«bestätigen, be- kräftigen», zu lat. auctor m. Urheber, Be- stätigery. Seit 1848 Schlagwort für etwas (bes. eine Verfassung) gewaltsam einführen. Vgl. Ladendorf.
okulieren, v.: äugeln, das Auge(Knospe) eines Baumes, eines Gewächses in die Rinde eines andern einsetzen; impfen. 1694 bei Nehring oculiren, aus nlat. oculare statt des glbd. lat. inoculãre, von lat. oculus m. Auge».
Okuméne, f.: die bewohnte Erde. Aus glbd. gr. oikounevn(nämlich vff f.«Erdey), dem Part. Präs. Pass. von oixeiv«bewohnens. Dazu ökuménisch, adj.: allgemein, 1580 im Konkordienb. in lat. Form. 1727 b. Sperander.
Okzident, m.(-s); die Westgegend; das Abendland. Mhd. occident e)., aus lat. occidens m.(nämlich sol m. Sonne»)«Sonnenunter- gangsrichtungs, dann«Abendland’, urspr. Part. Präs. von lat. occidére«niederfallen, unter- gehen. Vgl. Orient.
Ol, n.(-Lels, Pl.[kaufm.]-e): fette Flüssig- keit, die Rauch u. Ruß entwickelnd brennt; dann in neuer Zeit wissenschaftlich in wei- term Begriffe. Bei Luther Ole, Ole, noch bei Fleming, Brockes 1, 138 Oele. Mhd. öl(e), ohne Umlaut ol(e), daneben ol(e)i, ahd. ol(e)i, später ole n.; dazu andfrk. olig, mnd.-ndl.
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