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Ohr 336
uoouemo m.«Nachkomme», uokumft f.«Nach- folges); hieraus wohl auch Ohmd n., mhd. embde, embt, empt n. Vgl. Grum(me)t.
ohn- statt un-(s. d.), seit Ende des 18. Jh. als afrk. geltend u. schon 1641 von Schottel 507 für einen Mißbrauch erklärt, häufig im 16.—18. Jh.; es ist, wie mndl.-afrs.-mnd. on-, Abschwächung des un-, die sich im 15. Jh. vom Niederrhein aus aufwärts arbeitete(1515 bei Franz v. Sickingen onbillich, onawwarheit usw.) u. später, an ohne angelehnt, ohn- ge- schrieben wurde.
ohne, 1) adv., einen Ausschluß anzeigend und dabei ein Dabeisein, eine Gemeinschaft verneinend, z. B. es ist nicht ohne(eig. des Grundes, der WMahrheit ohne, bei Luther), gern mit Gen.(ahd.), z. B. 2uweifelsohne, der Sün- den ohne sein; 2) präp. mit Akk., älter auch mit Dat.(s. ohnedem); 3) konj. ohne daß— (mhd. än daz, spätahd. üne daz), ohne vor dem Inf. mit zu(1716 bei Ludwig, noch ohne zu Rollenhagen Froschm. 1, 2, 14), ohne mit Nom.(causgenommen», Ruth 4, 4 one du). Aus mhd. ãn(e), im 14. Jh. auch öne, ahd. äna, ãnu, äno Präp., dann Adv. u. Konj; dazu asächs. Gno, mnd. Gn(e), mndl. aen, ndl. oon, afrs. dne, dni, dne, anord. ãn, ön, got. mit Ablaut inau(h)«ohne, außery». Urverw. mit gr. äveu, oss. ãndã ohne»; vgl. auch aind. vinã «ohney» u. abg. vünd«hinaus», vine draußen. S. noch Idg. Forsch. 10, 12; 14, 341, Walde unter sine, Grienberger 130. Vgl. un-. ohne- das, adv., 1514 bei Keisersberg irrig Schaf 8 b ondas, ahd. ãna thaz. ohnedem, adv., ohne dem 1683 u. 1685 im Simpl. 1, 1088 u. 1, 934 Klr. ohnedies, adv., 1561 b. Maaler on diß. ohne- hin, adv., 1768 bei Moerbeek. Ohnehosen, Pl., Ubersetzung des frz. sansculottes einer Be- zeichnung der Revolutionsmänner, die die lange Hose(pantalon) an Stelle der Kniehose (culotte) trugen. Vgl. Campe 1801.
ohngefähr, adv.: außer Ab- u. Voraus- sicht zukommend, zukommend man weiß nicht wie, mithin ohne genaue Bestimmung. Bei Luther on gefehr«ohne Absicht, zufälligy, bei Maaler 1561 ongefar«annähernd, mhd. ãn geuœre(neben än geucerde), älternhd. on- gefer(e), später ãn gevér«ohne böse Absichto, 1426 angevär unabsichtlich, unversehens, zu- fällig(öst. Weist. 1, 87, 46), von mhd. ãne (s. ohne) u. gevœre f. n., md. gevér(e) alistige Nachstellung, Betrug, Nebenabsichty. Die heutige Form ungefähr taucht bei der Ab- schwächung der Partikel un- zu on-(s. ohn-)
u. ihrer Vermischung mit ohne bereits im 16. Jh. auf(1517 im Teuerdank 21, 2 u. 27, 25 un- gefer). Das Adv. wurde schon früh im 17. Jh. auch als Adj. verwandt(1628 bei Zinegref Apophth. 1, 226); das adv. von ohngefähr er- scheint 1721 bei Günther 436, das Subst. Ohn- gefähr, n.: das Geschehen außer Absicht u. Berechnung, 1654 bei Logau 2, 2, 66.
ohnlängst, adv., altfränkisch statt un- längst, mhd. unlanges. Vgl. ohn-.
Ohnmacht, f.(Pl.-en): kraft- u. bewußt- loser, todähnlicher Zustand. Aus mhd.-ahd. ãmaht f., im 14. Jh. bei Megenberg õmacht, bei Luther Ammacht neben Onmacht. Zgs. aus der ahd. Partikel ã- un-»(wie in ahd. ãteili«unteilhaftig,»), die nach der Verdunk- lung des Vokals zu o verdeutlichend an ohne angelehnt wurde, u. ahd. maht f.(s. Macht). 4BL. Ohnmächtig, adj., mhd. ãmehtec, ahd. ãmantig«schwach, ohnmächtig», im 16. Jh. in der Zimm. Chr. ² 2, 580, 24 omechtig, 1452 in einer früher Nebel in Gießen gehörigen Hds. önmachtig, bei Luther onmechtig neben am- mechtig: in der Bed.«machtlos» im 16. Jh. bei Schade Sat. 2, 120, 28.
ohõ! Zuruf des Inne., Stillhaltens. In den Fastnachtsp. des 15. Jh. 895, 5.
Ohr, n.(els, Pl.-en), das Körperglied zum Vernehmen von Laut od. Schall; jenem Glied ähnlich Gestaltetes(schon mhd. Ohr, Henkel). In urspr. Bed. mhd. ör(e), ahd.- asächs. öra, mnd. ör, ndl. oor, afrs. dr e), ags. éare, engl. ear, anord. eyra, schwed. öra, dän. õre, got. ausõ n. Urverw. mit glbd. lat. auris f. (aus*ausis, vgl. aus-cultäre«die Ohren wo- hin halten, zuhören»), gr. oöc n.(Gen. ¹röc, ion. Pl. oöora), air. ö, alb. ves, lit. ausls f., lett. auss, apreuß. ausins(Akk. Pl.), abg. ucho n.(Gen. usese, Dual asi), aw. us-, usi(Dual). RA. es hinter den Ohren haben, genauer im 16. Jh. den Schalk hinter den Ohren haben, d. h. im Nacken», in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 850, 9 der gouch hinder unser oren. 2ZS. Ohrenbeichte, f.:(heimliche) Beichte ins Ohr, bei Luther 3, 274 b J. Ohrenbläser, m., spätmhd. im 15. Jh. renbläser; dazu md. im 14. Jh. örbläsunge f. Ohrenschmalz, n., spätmhd. örsmalz, 1561 b. Maaler Orenschmaltz. Ohrenschmaus, m.: Genuß für die Ohren, 1773 bei Wieland 26, 335. Ohrenzeuge, m., 1691 bei Stieler. Ohreule, f.: Eule mit an beiden Seiten des Kopfes gleich Ohren empor- stehenden längren Federn, 1716 bei Ludwig, Ohreneule 1664 b. Duez. Ohrfeige, f.: Schlag


