Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
333-334
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Öhmd 334

bei Campe, aus glbd. frz. officiel, vom lat. Adj. officialis(S. Offizial).

Offizier, m.(*I, Pl.-e): Befehlshaber über Soldaten. Im 16. u. 17. Jh. Officierer, zunächst in der Bed.«höhrer Beamter»(1562 bei Ma- thesius Sar. 117 b. 218 b, O. 1564 im Script. rer. Siles. 4, 186), seit dem 30 jähr. Kriege in heutiger Bed.(1616 bei Wallhausen Kriegsmanual 142 Offtcirer, 1616 bei Albertinus Lueif. 147 L. der Plur. Officier), aber noch 1703 im Zeit. Lex. Bedientery. Aus frz. officier m.«Beamter», dann Befehlshaber über Soldaten», von mlat. officiarius m. Bediensteter, Beamter», zu lat. officium(s. Offizial).

Offizin, f.(Pl.-en): Werkstätte nicht hand- werksmäßiger Arbeit wie Apotheke, Buch- druckerei. 1703 bei Wächtler, aus lat. officina f. «Werkstättes. OfflzinéIl, adj.: als heilkräftig in der Apotheke nach obrigkeitl. Verordnung vorrätig, aus nlat. officinalis, von lat. offioina.

offlziös, adj.: dienstbeflissen; verdeckt amtlich(nicht wirklich amtlich, aber so gut wie amtlich). In der 1. Bed. früh im 18. Jh., 1694 bei Nehring officios; in der Bed.«amt- lichy bei Schiller 12, 514 Offizios. Vgl. Ladend. Aus frz. officieuæ cdienstfertig,-eifrig, gleich- sam amtlich», lat. officiôsus«pflichtmäbßig, dienstfertig», von lat. officium(s. Offtzial).

öffnen, ôffnung, s. offen.

oft, adv.: mit Wiederholung; viel nach- einander. Gekürzt aus ofte, wie noch bei Opitz, Logau, Fleming u. Lessing 12, 10(vom J. 1749), mhd. oft e), ahd. ofto, oftu(auch «manchmal, bisweilen»), einmal ofta; dazu asächs. ofk o), afrs. ofta, ofte, ags. engl. off, anord. opt, schwed. ofta, dän. ofte, got. ufla. Viell. zu aind. vap-«Samen ausstreuen, hin- werfen», Part. uptas, lit. apstas, apstùs«reich- lichy, lat. ops f.«Macht, Vermögen, Reich- tum usw. Idg. Wurzeln vop u. op, die wahr- scheinlich vereinigt werden können. Vgl. Btr. 30, 318, Idg. Forsch. 18, 210. Im 16.18. Jh. auch adj. gebraucht. Der Komp. öfter, im 16. bis 18. Jh. auch mit erneuter Steigerung öfterer, mhd. ofter, seit dem 15. Jh. öffer, frühmhd. oftar, ahd. offõr, ags. oftor, anord. optarr. Der Sup. öftest, älternhd. u. mhd. oftest, 1429 im Lib. ord. rer. 30 b öftist, ags. oftost, oftust, anord. optast; bisweilen als Bil- dung zum Komp. 1624 bei Opitz Poet. 5 zum offtersten, bei Goethe 28, 207 am öftersten. Der Gen. des Komp. öfters als Adv. seit dem 17. Jh.(Schuppius 726, bei Opitz u. Logau offters). ZUS. oftmals, adv., bei Luther

neben oftmal, im 16. bis 18. Jh. auch oftmalen. oftmalig, adj., 1664 bei Duez offtmahlig.

Oger, m.(-e, Pl. wie Sg.): menschenfressen- des Ungeheuer. Aus glbd. frz. ogre m. Unbe- kannter Herkunft. Im Anfang des 19. Jh. entl.

Oh, s. 0.

Oheim, m.(-s, Pl.-e): Mutter-, Vaters- bruder; auch der Schwestermann von Mutter oder Vater. Daraus Ohm, ôhm, m.(, Pl.-e), bei Schiller 12, 227. 556, Uhland Ohm. Mhd. öheim, œheim, auch æehein u. schwach õheime, œheime, md. 5(h)em, oem, schwachfl. öme, œme, hœme, mnd.-mndl. öm, ndl. oom «Mutterbruders, auch«Schwestersochn⸗ und dann in ehrender Anrede, ahd. öheim, afrs. ém, ags. éam m., engl. eame Mutterbruder», schweiz. im 14. u. 16. Jh. öchin(Th. Platter 63 B.), noch heute öchi. Der 1. Teil des Wortes ist urverw. mit glbd. lit. avinas, apreuß. ais, abg. ul, kymr. etoythr, euva, akorn. euiter, lat. avanculus m., das Diminutivbildung zu lat. avus m. Großvater» ist(urverw. mit got. aο f. Großmuttery, anord. de m.«Urgroßvater). Der zweite Wortteil ist dunkel, das h gehört viell. dem ersten an, entsprechend dem e in lat. avanculus. Vgl. Btr. 13, 447. Ausgenommen im edlen Stile wurde das Wort durch das im 18. Jh. eingebürgerte Onkel(s. d.) beinahe ebenso verdrängt wie Muhme(s. d.) durch Taute.

10 hm, m. n.(-els, Pl.-e), f.(Pl.-en, aber mit vorgesetzter Zahl unverändert Ohm): ein bestimmtes großes Flüssigkeitsmaß, am Niederrhein Fuder. Mhd. öme f., auch m. n., urspr. ãme, daher noch bei Ludwig 1716 u. Adelung 1774 Ahm f., 1722 bei Freyer 299 Ohme f.; dazu ndl. aam n., engl. atom, isl. äma f. Aus mlat. ama f.«Gefäß, Ohmy, gr.- lat. hama f.«Wasser-, Feuereimer?, gr. ãun f. «Wassereimer». Vgl. auch ahmen, nachahmen. 4BL. ohmig, adj., bes. in 2wei-, dreiohmig usw., 1517 bei Keisersberg Evang. 20² ëmig, 1664 bei Duez ohmig, ohmigt, bei Stieler u. Ludwig ahmig.

20hm, n.(-Lels, Pl. wie Sg.): Maßeinheit für den elektrischen Widerstand. 1881 nach dem Physiker Ohm(1787 1854) benannt.

ohmd, Ohmſe)t, n.(-s, ohne Pl.): Nach- schur des Grases, Grumt. 1538 Ohmat, aus mhd. ämäüt, ahd. ämäd n., das aus der ahd. Partikel ã-«übrig«(wie i in ahd. ãleiba, mhd. ãleibe, 1537 bei Dasypodius Oleybe f.Uber- bleibsels) u. ahd. mãd(s. Mahd) 2gs. ist. Da- neben mhd. kemet, ahd. uomãt n., Zss. mit der ahd. Partikel uo-«nach»(wie in ahd.