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leutenampt bei Liliencron 4, 557 b). Oberst- wachtmeister, altertümlich Obristawacht- meister m.: Major, heute nur noch in außer- dienstlich höflicher Anwendung, 1678 bei Krämer Obristacachtmeister, 1664 bei Duez Oberster Wachtmeister, 1617 bei Wallhausen Corp. mil. 11 Regiments Wachtmeister. obgenannt, s. 1⁰ ³6. obgleich, s. ²0b. Obhut, f.: Schutz, 1641 bei Schottel 503. obig, adj.: oben genannt, 1669 im Simpl. 413, als Adv. 1637 bei Diefenbach-Wülcker 785, 786, im 16. Jh. u. noch hess. nass Präp. mit Dat. oberhalb»(1517 in Weist. 1, 595). Objékt, n.(-Lels, Pl.-e): Ziel der Tätig- keit(grammatisch, erst Anfang des 19. Jh.); Gegenstand(s. d.); Gegenstand von Belang, von Wichtigkeit. In der 2. Bed. 1571 bei Rot, schon im 14. Jh. objecht oder gegenaurf (Wackernagel altd. Pred. 498). Aus mlat. ob- jectum n.«Wider-, Gegenwurfs, dem subst. gesetzten Ntr. von lat. objectus«entgegen-, vorliegend», dem Part. Perf. Pass. von objicere centgegen-, vorlegen, vorwerfen; von philoso- phisch-theologischen Schriftstellern der mhd. Zeit wörtlich verdeutscht zwider-, gegenwurf, auch für-, vorwurf m. objektiv, objek- tivisch, adj.: gegenständlich; rein sachlich, bei Lessing 10, 234 objectiv nach dem nlat. Adj. objectivus, frz. objectif. Damit zgs., aber im Sinne von centgegen vorliegend» Objektiv- glas, n.: das dem Objekt zugewendete konvexe Glas im Fernrohr, Vorderlinse. 1716 bei Wolff. Gekürzt Objektiv, n.(-Lels, Pl.-). Obläte, f.(Pl.-n): Hostie; dünnes scheiben- förmiges Gebäck(mhd.); rundes aus Wasser u. Mehl bereitetes Scheibchen zum Siegeln (1711 bei Rädlein, das älteste Siegel mit einer roten Oblate befindet sich an einem Briefe von 1624). In urspr. Bed. mhd. obläãt(e) f., oblãt n., alem.-els. ovelãte, oflãte f., ahd. oblãte f. cdas geweihte(gesegnete) Abendmahlsbrot, Opferbrot, eig. als Opfer Dargebrachtes», aus glbd. mlat. oblata f. u. oblatum n; erstres das(mit Ergänzung von hostia f.) subst. ge- brauchte F., letztres das Ntr. von lat. oblãtus, dem Part. Perf. Pass. von offerre(ob cent- gegen, ferre«tragenn) centgegen-, darbringen», in der kirchlichen Sprache insbes.«weihen, opfern»(s. d.). Die Begriffsentwicklung von cals Opfer Dargebrachtes» zu Opfer-, Abend- mahlsbrot» erklärt sich aus der Messe(s. d.) in der katholischen Kirche. Aus lat. oblãta auch ags. oflcte, oflãte, ofléte f.«Opfer, Hostie, Oblatengebäck».
obliegen, v. mit Dat.: einer Sache be- flissen sein(1537 bei Dasypodius, nach glbd. lat. incunbére); mir liegt etio. ob«es ist mein Geschäft, meine Pflicht»(um 1600 bei Ayrer Dram. 3, 1951, 15, nach lat. mihi incumbil). Mhd. ob ligen«oben liegen, obsiegen, über- winden»(auch bei Luther), ahd. oba ligan «darüber, obenauf liegeny». 4 L. Obliegen- heit, f.(Pl.-en): aufliegende Verbindlichkeit, 1691 bei Stieler, dafür 1509 bei Janssen Frankf. Reichscorr. 2, 781 Obligen n.
obligãt, adj.: verbunden(von Stimmen, die zur Ausführung eines Tonstücks unum- gänglich notwendig sind), 1703 bei Wächtler u. im Zeit. Lex. aus lat. obligäãtus, Part. Perf. Pass. von obligãre«an-, verbinden), dann«ver- bindlich machen, verpfänden, mit einer Hypo- thek beschweren». Obligatiön, f.(Pl.-en): Verbindlichkeit, Verpflichtung, Obliegenheit; Schuldverschreibung, Schuldschein. In beiden Bed. 1509 bei Janssen Frankf. Reichscorr. 2, 781 f. Obligacion, aus lat. obligätio f.«Ver- bindlichmachung, Verpfändung, Gebundensein, Recht des Gläubigers u. Pflicht des Schuldners, Pfandrechty. Obligo, n.(“, Pl.-s): Ver- bindlichkeit. Aus glbd. ital. obligo m. Als kaufmännisch 1727 bei Sperander.
Obmacht, f.: Oberherrschaft, 1581 bei Fi- schart Bienk. 130 b. Obmann, m.(Pl.-männer): Schiedsrichter, mhd. obeman m. Zgs. mit 1ob.
Oböe, s. Hoboe.
Obolus, m.(Gen. u. Pl. wie Nom., Pl. auch-en): kleine Münze, Scherflein. Aus gr.-lat. obolas, gr. ößokéc m.«kleine Münze. Im 18. Jh. Oble. Die lat. Form 1834 bei Petri.
Obrigkeit, f.(Pl.-en): vorgesetzte Be- hörde. Mhd. u. md. seit dem 14. Jh. ober- keit f. Oberherrlichkeit, herrschaftliche Ge- walts, dann Behördey, bei Luther u. noch 1644 bei Moscherosch Phil. 2, 45 Oberkeit, mnd. overicheit, 1539 bei Serranus u. bei H. Sachs Obrigkeit, in der Zimm. Chron. ²2, 209, 1 Oberig- kait, mit Umlaut im 16. Jh. b. Schade Sat. 2, 51, 17 Oberkeit, b. Aventin Obrigkait, Obrikait.
obschon, s. 205.
Observänz, f.(Pl.-en): Herkommen ein- geführte Regel. Spätmhd. im 15. Jh. obser- vantz f., aus lat. observantia f.«Beobachtung, Befolgungy, von observans, dem Part. Präs. von observäre beobachten, worauf halten, es befolgen⸗, woraus im Anfang des 17. Jh. observieren.
obsiegen, v.: über jem. siegen, um 1480 im Voc. inc. teut. r 62 obsigen, zgs. mit 105.


