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obskur, adj.: dunkel, unbekannt, 1703 bei Wäachtler(aber schon 1571 bei Rot obscurirn cverdunkeln, unverständlich machen»), aus glbd. lat. obscirus.
Obst, n.(Jels, ohne Pl.): eßbare Baum- u. dann auch Strauchfrucht. Alternhd. O5s, da- neben 1601 bei Eyering proverb. 1, 514 u. bei F. Platter 169 Obst(das im ersten Drittel des 18. Jh. die ältre Form Obs verdrängte), mhd. 05(e)z, auch 0b(e)s, md. obiz, ahd. obaz n.; dazu mnd. ovet, mndl. oeft, ooft, ovet, ags. ofet, ofœt n. (auch Hülsenfrüchte, wie mud. ovetkorn n. Gemenge von Erbsen, Wicken und Bohnen*). Entl. abg. 0uνο⁵t m., vostije n., russ. 00867, poln. owoc m.„Obsts. Herkunft dunkel. Vgl. Bezz. Btr. 25, 158. 4 BL. Obster, m.: Obst- händler, Obsthüter, 1777 bei Adelung, Obster 1691 bei Stieler, nuhd. obezœære, ob(e)zer, 1413 öbser, noch bayr. Obßer neben Obstler, Obstler (1572 bei Fischart Pract. Großm. 8 Obstler). ZUS. Obstbaum, m., md. im 13. Jh. 053- boum, spätahd. um 1100 obezpoum. Obst- garten, m., mhd. obezgarte m. Obstmarkt, m., im 15. Ih. obßmarkt.
Obstand, m.: der Widerstand. Jetzt ver- altet, aber im 18. Jh. z. B. bei Lessing 2, 57. Umgebildet aus früherm Obstatt, Obstat, was
das lat. obstat cer steht entgegen» ist. 1697 bei Chr. Weise(Zfd W. 2, 30). obstinât, adj.: hartnäckig, eigensinnig,
starrköpfig, 1703 bei Wächtler, aus glbd. lat. obstinãtus, Part. Perf. Pass. von obstindre chartnäckig auf etw. bestehen.
Obstruktiön, f.(Pl.-en): Verbauung, Verstopfung, 1703 bei Wächtler, aus glbd. lat. obstructio f., von obstruére«entgegenbauen, verstopfen». Seit 1879 in England obstruction Bezeichnung für die Verhinderung der Parla- mentstätigkeit durch die Iren. Seit 1897 Schlagwort bei uns. Vgl. Ladendorf.
obszon, adj.: schamlos, unzüchtig. 1727 bei Sperander. Aus glbd. lat. obscoenus.
obwalten, v.: in bezug auf etw. walten, wirksam od. vorhanden sein, 1727 b. Hederich. Zgs. mit 10.
obwohl, s. ²05.
Ochs(e), m.(en, Pl.-en): das unver- schnittne,(gewöhnlich) das verschnittne Rind; (bildl., schon mhd.) dummer Mensch. In urspr. Bed. mhd. ohse, spät auch osse, ahd.- asächs. ohso m.; dazu mnd. osse, mndl. os, afrs. ags. oxa, anord. oœi, ui, schwed.-dän. okse, got. aühsus m.; urverw. mit kymr. ch, aw. uxsan-, aind. ukgä m.«Stiers. Vgl. Ku
u. Stier. 4BL. Ochsen, v.: nach dem Ochsen verlangen(westmd., auch ochseln, spätmhd. ohsnen); studierend anhaltend arbeiten, büffeln (s. d.)(student. zu Anfang des 19. Jh.). ZUS. Ochsenauge, n., 1488 ochsenaug; rundes od. ovales Dachfenster, 1691 bei Stieler; gefülltes Ei, Spiegeleier, früh im 16. Jh. ochsenaugen; die Pflanze anthemis arvensis, Hundskamille, 1664 bei Duez. Ochsenfleisch, n., spätmhd. im 15. Jh., 2gs. mit dem Adj. mhd. ohsin, vom Ochsen berrührend. Ochsenziemer, m.: getrocknetes Zeugungsglied des Ochsen als Züchtigungswerkzeug, 1718 bei Kirsch; 1691 bei Stieler Ochsenzämer, dafür 1618 b. Schöns- leder Ochsenzen, 1664 bei Duez Ochsenzain u. Ochsenzahl(Ochsenzagel 1574 b. Fischart Onom. 234 b als Name der Königskerze). Ochsen- zunge, f.: die Pflanze anchusa officinalis, so- wie einige andre mit etwas dicken, schmalen, spitzigen, behaarten Blättern, in denen man Xhnlichkeit mit der Zunge des Ochsen sehen wollte, spätmhd. ohsenzunge, ahd. ohsenzunga f., wörtlich übersetzt aus gr.-lat. bäglossa f., gr. Bouccoc m., von gr. Boðc Rindvieh» u. Gcca f.«Zungey.
Ocker, m.(-s): Berggelb. Daneben Ocher (1693 bei Kramer ital.-teutsch. Wb.). Mhd. ocker, og(g)er m. n.; dazu mnd.-mndl. 0(c)ker. Aus gr. Jat. ochra, gr. Gxpa f.«Berggelb», von dem gr. Adj. Gxpöc«blaß, blaßgelb, gelblichn. ZVUS. Oekergelhb, n., 1546 bei G. Agricola 481 f. Ochrageel, 1664 bei Duez Ockergeel.
Odaliske, f.(Pl.-n): Kammermädchen im Harem, b. Wieland Oberon 11,44(gold. Spiegell, Cap. 9 Odalike), aus frz. odalisque f., von glbd. türk. ödalik, zu türk. öda Stube, Zimmery».
Ode, f.(Pl.-n): erhabnes lyrisches Gedicht. 1618 bei Weckherlin. Aus gr.-lat. öde, õda f. clyrischer Gesang, Lied», gr. Pdy f. aus doidn, von deideiv«singen, besingen.
öde, adj.: unbewohnt, leer an Menschen, an lebenden Wesen;(überhaupt) leer; lang- weilig. Mhd. æde, auch öde unangebaut, unbewohnt, leer, leicht, gering, schwach, ge- brechlich, eitel, dumm, töricht», ahd. ödi un- bewohnt, leicht»; dazu asächs. Odi leichty, ags. Sade, ſde cleicht⸗, anord. audr cleer, in Zss. cleicht⸗,(entl. dän. 5de), got. aup-«un- fruchtbar, wüst, einsamy. Urverw. mit gr. aëcioc«leer, eitel, vergeblich, auruc«verge- bens», erucioc„vergeblich,. Vgl. Boisacq. 4B. Ode, f.(Pl.-n), mhd. æde, ahd. öd; u. õdhin f., dafür anord. audun f. n. u. eydi n. Leerheit,'Ode, got. aupida f.«Wüste?.


