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Oberst 326
oben, adv., Gegensatz von unten. Mhd. oben(e), ndrhein. oven, ahd. obana, eig.«von oben⸗; dazu asächs. oban(a), ags. ufan«von obenz. Eine Weiterbildung von 10⁄h. ZUS. obenan, adv., bei Luther. obenaus, adv., 1516 bei Keisersberg Emeis 31a. obendrein, adv., bei Lessing 1, 15. obenein, adv., 1741 b. Frisch. obenher, adv., 1580 b. Wurstisen Basler Chron. 227. obenhin, adv., mhd. oben hin cauf der Oberfläche hin, oberflächlichy.
lober, Präp. mit Dat.: über. Nur noch mundartl. z. B. bayr., selten schriftspr.(Voß Luise 1, 749, Goethe 33, 101). Eig. die md. Form des mhd.-ahd. ubar, über(s. d.), amd. obar, ober, obir; dazu asächs. obar, mnd.-mndl. over, ags. ofer, engl. over, anord. pfer, got. ufar Präp. mit Dat. u. Akk. Eine Weiter- bildung von got. uf(s. 10 5b). Urverw. mit gr. rép, lat.(s)uper«über», air. for cauf, aw. upairi, aind. upãri über?.
2ober, adj., eig. Komp. zu ¹0 ⁵⁄(s. d.). Mhd. ober(e), md. uber, ahd. obaro, and. oboro (der Folgende), dazu der Komp. mhd. oberer, ahd. obarro, der Sup. mhd. oberõst, ober i)st, md. Aberst, ahd. obaröst. Subst. Ober, m. (s, Pl. wie Sg.): in den deutschen Spielkarten das nächste Blatt im Range nach dem Könige, entspr. der Dame(Königin) in der französ. Karte. 1517 bei Keisersberg Brösamlin 1, 109² gekürzt aus der Obere. Dafür in der ältern Sprache Oberbild n.(im 15. Jh. b. Sachsenheim Mörin 2888), Oberbube m.(1578 bei Frischlin Nomencl. Cap. 177 Oberbab), Obermann(bei Keisersberg a. a. O.). Zu der Obere«Vor- steher, Vorgesetzter»(16. Jh.), schweiz. der Ober zZunftvorsteher», bildete sich im 18. Jh. Oberin, f. Vorsteherin, Priorin, b. J. Paul Aus- wahl aus des Teufels Pap. 2, 248. Z08. Ober- acht, f., s. Aberacht. Oberboden, m.: Dach-, Vorratsboden. Bei Goethe Nat. S. 9, 110. oOber- deutsch, adj.: süddeutsch, 1574 b. Olinger 200, 1593 b. Helber 24(Ndr.) oberteutsch(zugleich das Mitteldeutsche einschließend), für die süd- deutschen Ma. im Gegensatz zur hochdeutschen Schriftsprache zuerst 1690 bei Bödiker. Ober- deutschland, n.: das im Vergleich zu Nord. oder Niederdtschld. hoch gelegne Süddtschld. Oberfläche, f.(Pl.-n): Außenfläche, 1648 bei Zesen Dögens Baukunst; davon ober- flächlich, adj., in übertrag. Sinne 1798 bei Adelung. Obergespan, m.: Oberster Ge- span(s. d.). Ooberhalb, adv. u. Präp. mit Gen. (Selten Dat.), mhd. oberhalp, halbe(n), mit eingeschobnem t oberthalp, spätahd. zuo ober-
halbe oben»(s. halb). Oberhand, f.: Ober- herrschaft, Ubermacht, Ubergewicht, mhd. oberhant neben obere hant, mnd. overe hant f. Oberhaupt, n.: Vorsteher, Herrscher, 1641 bei Schottel 392, 1648 bei Zesen Ibrahim 38. Oberhaus, n.: die erste Kammer der Volks- vertretung, 1703 im Zeit.-Lex. Oberhemd, n., mhd. oberhem(e)de. Oberherr, m., mhd. oberherre. Oberkellner, m., erst im 19. Jh. 1333 mhd. oberkellner m.«oberster Keller- meister». Oberkörper, m., erst im 19. Jh. für Oberleib. Oberland, n.: Gebirgsland, im Gegensatz zum Unterland, dem flachen Land. mhd. oberlant n. Oberlastig, adj., vom Schiff gesagt, dessen Gesamtschwerpunkt zuweit nach oben liegt. Oberlehrer, m., b. Luther 5,302² in der Bed. oberster Lehrer, 1649 bei Zesen Helikons 7 Rector. Oberleib, m., 1641 bei Schottel 392. Obermacht, f., 1727 bei Aler. Obermeister, m., 1541 bei Frisius 6843. obersächsisch, adj., b. Leibniz unvorgreifl. Gedanken§ 32(von der Sprache). ober- schlächtig, adj.: durch das über dem Mühl- rade niederfallende Wasser umgetrieben, 1712 bei Hübner;-Schlächtig bed.«schlagbar, ge- schlagen». Oberstübchen, n.: scherzhaft für Kopf. Im 18. Jh. Oberteil, m. n., mhd. ober- teil n. oOberwärts, adv.: oberhalb, 1691 bei Stieler, Lessing 9, 184. Oberwasser, n., mhd. oberwazer das Wasser einer Obermühle, einer flußaufwärts gelegnen Mühle», daher O. haben «im Vorteil seiny. Oberwelt, f.: die Erde im Gegensatz zur Unterwelt, 1691 bei Stieler. Obers, n.: Sahne. Bayr.-öst., zu 20ber. Oberst, m.(en,-s, Pl.-en), altertümlich Obrist(bisweilen betont Obrist, Gen.-en u.“s, Pl.-en u.-e): Befehlshaber eines Regiments Soldaten, urspr. Fußknechten. 1565 in Fron- spergers Kriegsbuch Oberst, im 17. Jh. häufig Obriste, beide Formen schwachflekt.; eig. Sup. des Adj. ober(s. d.), wie 1587 bei Dasypodius ctribunus militaris», ein oberster hauptman on den Imperator, der obrist Freygrefe(Weist. 4, 662), Obrist-Richter(Goethe bei Kriegk Cult. 320). ZUS. Oberstleutnant, alter- tümlich Obristleutnant m.: der im Range zu- nächst unter dem Oberst stehende Befehls- haber, 1626 bei Londorp 2, 1314² Obriste Leutenant, 1646 Obristleutnant(Mitteil. d. Ver. f. Gesch. d. Deutschen in Böhmen 10, 231), 1617 b. Wallhausen Corpus militare 11 obrister Leutenamt, urspr. im 16. Jh. des Obersten Leuftenant, d. h.«Stellvertretery(so 1565 in Fronspergers Kriegsbuch, 1552 des obersten 21*


