Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
323-324
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Obelisk 324

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o! Interj., bloßer Aus- oder Anruf, bes. beim Vokativ; dann Interj. der Verwunderung, Rührung, Klage, jetzt ok geschrieben. In beiden Anwendungen mhd. seit dem 12. Jh. 5, in der zweiten spätahd. im 11. Jh. d ν; dazu and. o in der 1. Bed., afrs.°, got. ö, entsprechend dem gr. G,, lat. 0, abg. a, o, aind. ã. Die Person od.'Sache, über die der Ausruf erfolgt, steht im Nom.(chong got.), im Gen.(im 15. I b. Tristant u. Isalde 67, 23 Pf.), im Dat.(1626 bei Opitz Argenis 1, 603) od. Akk.(1620 in den Schausp. der engl. Komödianten 179 Tittm.).

o! oh! ohal Fuhrmannszuruf an Pferde zum Stillhalten. Um 1522 bei Ickelsamer 9, 1766 bei Weiſie Lustsp. 2, 206 oha

Oãse, f.(Pl.-n): bewässertes u. daher bewohnbares Land in einer Sandwüste. 1817 bei Goethe 6, 6. Aus glbd. gr. Gocic, auocic f., das aus dem Agyptischen stammt(noch kopt. ouahe Oase»).

10b, adv.: oben, über(nur noch in Zss.

wie Obacht, Obdach, obberührt, oberwwähnt u. ob

obgemeldet, 1641 bei Schottel 503, obgenannt, im 14. Jh. ob genant); Präp. mit Dat: oben über(ahd.-mhd.); vorherrschend vor(mhd.); jenseits(2. B. Osterreich ob der Ens, b. Aventin 5, 69, 25); in d. Dauer von, während(1. Makkab. 16, 16); aus Anlaß(Fastnachtsp. des 15. Jh. 372, 4, auch mit Gen., z. B. b. Schiller Jungf. v. Orl. Prolog 3). Als Präp. schon im 18. Jh. nur noch bei Dichtern altertümlich edel, aber noch volksmäßig in Ortsbezeichnungen wie Rotenburg ob der Tauber(auf einer Anhöhe über dem Flusse), Unterwalden ob dem Wald (Obawalden, d. h. der südliche, von Kernwald aus höher gelegne Bezirk des Kantons, s. nid). Mhd. ob(e), ahd. oba, obe«oben, oberhalb, überꝰ, Adv. u. Präp. mit Dat., im Mhd. auch mit Akk. u. selten mit Gen.(Gregorius 1606). Dazu ags. uf e)- in uferweard«aufwärtsy, anord. of«über⸗, got. uf«unter», urverw. mit engl. up, schwed. upp, dän. op, gr. ròô, air. fo unter, aw.-aind. üpa chinzu, bei, aufy. Weiterbildungen sind oben, ober(s. d.). Dazu noch mit ausl. Media lat. sub unters, dem im Germ. asächs.-engl. up, ndl. op, ags. up(p), anord.-schwed. 2pp, dän. op auf, aufwärts» entsprechen.

20b, Konj.: die Bedingung od. Möglichkeit gesetzt daß, ist es daß, sei es daß, sei es; bes. aber Konj. der indirekten Frage oder der

Zweifelsfrage, d. h. eines fragenden, zweifeln- den od. Ungewißheit ausdrückenden Neben- satzes. Mhd. ob(e),(alem.-els.) eb(e), öb, früh- mhd. ube, ahd. iba, ibi, dann ubi, ube, uba, oba«wenn, wenn auch, wie wenn, als wenn, ob(in zweifelnder Frage); dazu asächs. ef, of«wenn, ob», mnd. off(e), eft(e), iſt«wenn, als wenn, wenn doch, ob vielleicht, oder», mndl. of«wenn, ob», afrs.()ef, gef u.()o† «wenn), ags. gif«wenn, wenn auch, ob», engl. ij, anord. ef, iy«wenn, ob», got. ibai ob denn, etwa, doch nicht etwa, daß nicht etwa, daß nicht etwa»(negativ nibali]«wenn nicht, außer, doch nicht etwa»). Urspr. Dat. zu ahd. iba f.«das Wenn, die Bedingung»(in den Verbindungen mit i5o, ano iha, dne iba), anord. ij, ef n. u. ii m. n.«Zweifel», wozu anord. ija zweifeln». Die mit 7, g anlautenden Formen entsprechen dem got. jabai«wenn auch, wenn nur, obo, vielleicht aus Ja ibai(Grienberger). ZUS. obgleich, konj., bei Luther u. H. Sachs .. gleich, 1531 bei Franck Chron. 162 05 gleich, Mitte des 16. Jh. in Städtechron. 15, 59, 19 u. 36 obgleich. obschon, konj., in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 45, 9 05b. schon, 1512 bei Murner Narrenb. 10, 36 oO5 schon, b. Aventin 4, 188, 7 obschon. Obwohl, konj., 1472 bei Janssen Frankf. Reichscorr. 2, 276 Obe.. Wole, bei Luther ob 2w0l. obzwar, konj., 1586 bei Ringwaldt laut. Warh. Vorr. A3 b 0b.. 200ar, 1644 bei Harsdörffer Gesprächsp. 1, 54 ob 2ar.

Obacht, f., 1605 bei Albertinus weibl. Lustgart. 24 b, zgs. mit 105.

Obdach, n.(-els, Pl. selten-dächer): mit einem Dach versehner, überhaupt oben ge- schützter Aufenthaltsort. Mhd. obedach n. Oberdach, Überzug, schützendes Dach, Krone eines Baumes, Schutz, Unterkunfts, ahd. obdach n.Uberdach, Halle, Vorhalley. Zgs. mit 105.

Obduktiön, f.(br-en): Leicheneröffnung. 1791 bei Roth. Nach lat. obductio f. von obdãcere«zumachen, verschließeny, also nach dem Ende der Leicheneröffnung benannt.

Obelisk, m.(-en, Pl.-en): vierseitige lang- gestreckte Spitzsäule, überhaupt Spitzsäule als Pracht- od. Denksäule. Im 16. Jh. bei Muffel Rom 27 Obeliscus, 1561 im Amadis 1, 318 Obe- lisse m. Aus gr. lat. obeliscus, gr. öße&iccoc m. cäügyptische Spitzsäuley, Dim. von gr. öeXéc m. «Spieß, Bratspieß», dann«Spitzsäule).