Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
321-322
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321 Nut

Nymphe 322

«Nasenloch». Mit abg. nozdri«Nasenlöcher?, lit. nasraꝰ«Maul, Rachen» hat das Wort direkt nichts zu tun.

Nut, f.(Pl.-en), auch Nute(nicht preuß.- bayr.): in ein Holz mit einem besondern Hobel gemachte lange rechtwinklige Vertiefung, um einen andern genau einpassenden Holzteil in dieselbe zu schieben u. so mit jenem zu ver- binden. Mhd.-ahd. nuot f. Es gehört zu ahd. hmô, na, nuoha f.«Fuge, Ritzey, and. hnõa f. Fuger, ahd. nen, nuien«mit dem Fughobel aushöhlen, Fugen reißen⸗, ahd. nεο⁴, nuohil, nuowel, nõil, mhd. nuegel, ngil, nhel, nuael n. Fug-, Nuthobel⸗ und 1420 n9geln«Fugen ziehenn. Viell. zu gr. kvdetv«kratzen, reiben. ZS. Nuteisen, n.(1482 im Voc. theut. x 7⁴ nuteysen) u. Nuthobel, m.(1757 bei Eggers Kriegslex., nach dem Ndd. auch Nothobel): Hobel, womit die Nut gemacht wird.

nutschen, v.: saugen, lutschen. 1696 im Schelmuffsky 24 nutschen; dazu als Iterativ nutscheln(1586 b. Mathesius Katechismuspred. 3, 5 nutzscheln); schweiz. nätschen, notschen. Wohl lautnachahmend.

Nutz, m.(-Lels), was jetzt Nutzen. Schon im Laufe des 18. Jh. veraltet, ausgenommen in Eigennutz m.(s. d.), in den RA. sich etewas zu nutze machen(Rabener 4, 250) u. 2u Nulz= und Frommen(mhd. ze, zuo nutze, ahd. zi nuazi, 1573 in Luthers Tischr. 173 2 für unsern frommen und nutz). Mhd. nuz, nutz m.(Pl. nütze), md. noz, ahd. m m., abgeleitet von ahd. niozan(s. genießen). 4BL. nutzbar, adj.: Nutzen bringend; so beschaffen, daß davon Nutzen zu ziehen ist. Im 15. Jh. mutz- bar(Beispiele d. alt. Weisen 67, 30), mhd. nutz(e)-, nütz(e)bœr(e). Davon Nutzbarkeit, f., spätmhd. nutzbarkeit, md. im 14. Jh. nuta- berkeit f. nützlich, adj.: nutzbringend, mhd. nütz(e)lich, md. nutz(e)lich, ahd. nuzlih, mnd. nutlich; davon Nützlichkeit, f., 1482 im Voc. theut. X 6 b nutzlicheit. ZUS. Nutzan- wendung, f.: die Anwendung einer Lehre oder Wahrheit zu seinem Natzen, zur Be- lehrung od. Besserung, bei Lessing 7, 35 von 1767. nutzbringend, Part., 1510 b. Keisers-

berg Granatapfel 181 b. Nutzholz, n., 1777 bei Adelung, nd. im 16. Jh. notholt(Weist. 3, 169). nutzlos, adj., bei Herder. Nutz- nießung, f.: Nießbrauch, 1738 bei Hayme

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

jurist. Lex., nutz und nießung 1511 bei Lilien- cron 3, 582, V. 98, dafür 1643 bei Zesen Sprach- übung 44 Fruchtnießung. Nutzvieh, n., 1740 bei Zedler.

nütz(e), nutz, adj.: Nutzen bringend; wozu brauchbar. Mhd. nätz(e), md. utz, ahd. nuzzi; dazu and. nutti, mnd. matte, nd. nutte, nütt, ndl. nut, afries. nette, ags. nytt, nyt, anord. ngytr, got.(un)nuts(unnütz). Zu ge- nießen(s. d.).

Nutzen, m.(-s, Pl. wie Sg.): was man von etwas zum Genuß hat; was man Gutes wovon hat, was zugute kommt. 1630 bei Lehmann Florilegium 559, 17 N. m., mit Ein- dringen des n der andern schwachflekt. Kasus in den Nom. Sing., denn mhd. vereinzelt natze m., noch 1743 bei Drollinger Ged. 31 Nutze u. 1767 bei Herder Fragm. 2, 335 Nuzze m.; das Wort verdrängte im Laufe des 18. Jh. die ältre starke Form Natz(sS. d.).

nutzen, nützen, v.: zum Genuß haben; Tätigkeit worauf verwenden, um Vorteil zu ziehen; wozu gebrauchen;(intr.) von Nutzen sein. Mhd. nützen, nutzen, ahd.(nur trans.) nuzjan, nuzzan, nuzzn; dazu mnd. nutten, ags. nyttian«genießen, gebraucheny, anord. nyta«benutzen, Vorteil haben von etw., auch von Nutzen sein, passen», schwed. ngtja, dän. nytte. Vgl. lit. naudâ f.«Nutzeny». 4. L. Nutzung, f.: Genießung, Benutzung, Nutz- nießung(mhd. nutzunge, nätzunge f.); Nutzen u. Ertrag, spätmhd. im 15. Jh.

Nutzholz, nützlich, Nutznießung, 8. Nutz.

Nymphe, f.(Pl.-n/): einen Naturgegen- stand beseelende u. beherrschende Halbgöttin; dann nymphenhaftes schönes Mädchen(in der Schäferpoesie, 1648 b. Weckherl. 2, 400, 34 F.); Buhldirne(1767 bei Zacharià 1, 192); Wasser- jungfer, Libelle(1777 Adelung, nach Nympffe «Wassernixe? b. Rädlein 1711); Insektenpuppe (bei Adelung). In der 1. Bed. 1629 bei Opitz 1, 153 u. oft, 1537 in Schaidenreißers Odyssea 61 b der Dat. Pl. noch mit lat. Endung Nymphis. Aus gr. lat. nympha f.«weibliche Naturgott- heit niedern Ranges, Neuvermählte, Bienen- larve, Insektenpuppe», gr. vongn, das außer- dem das heiratsfähige Mädchen» u. die ge- flügelte Ameisen bedeutet.