319 Nummer
Nüster 320
czählen», von numerus. Numero: Zahl als Bezeichnung, kaufmännisch 1693 bei Kramer ital.teutsch. Wb. 763 b N. f., 1582 im Garg. 59 ein Inventari mit Numero, aus glbd. ital. numero m.
Nummer, f.(Pl.-n): Zahl zur Bezeich- nung, 1693 b. Kramer ital.-teutsch. Wb. 763 b Nummer f., aus lat. numerus m. ᷣZahl.
nun, adv.: zu dieser Zeit, jetzt; dann zur Bezeichnung eines zeitlichen, eines zeitlich-
ursächlichen, überhaupt eines Fortschrittes
in der Rede, ferner anregend, auffordernd, fragend(s. nu), endlich einen Übergang ver- mittelnd, zeitlich-folgernd. Mhd. nu, nd, nuο,
im 16. Jh. durchdringt, während die Volks- sprache an na festhält), ahd.-asächs. n³t, ndl. nu, ags. n⁵ Zeitadv. u. Konj. cjetzt, eben jetzt, demnach, deshalb, da nun, dav, afries. xTu, anord. n⁵, got. nu Adv.«jetzt, mithin?. Ur- verw. mit gr. vov«jetzt, heutiges Tages, dann, daher, also», voö, vov«dann, alsoy usw., lat. nunc, abg. nynd, lit. nu, aw. nn, aind. ad³, nanäm « jetzt). Wohl zu neu gehörig. Subst. s. Na. ZUS. nunmehr, adv.: fortan in der Gegen- wart. Bei Luther Apostelg. 27, 9 ns mehr, im 15. Jh. bei Wyle nun mehr, mhd. niü mére (Iwein 4231), im Kanzleistil bis ins 19. Jh. nunmehro(1663 bei Schuppius 481). Davon nunmehrig, adj., 1731 bei Schnabel Felsen- burg 1, 58(Ndr.).
nur, adv.: es wäre denn; nichts als, bloß, einzig u. allein; möglicherweise. Bei Luther nur, nür(Dietz 2, 47 ²), mhd. newœre, niwcere, niwr, verkürzt nirer, nier, nurber, newwer, neu(e)r, niur, nuor, md. nãr, nôr, dann im 15. Jh. nür, nor, nör, nar, när, mit Antritt von t spätmhd. niurt, neurt, nürt, md. u. mnd. nurt, nort, md. 1591 nurrendt, nurrend(im Anhang zu Fischarts Bodinus 304 5, 314²); ahd. niꝛwãri, asächs. ne wäri, afrs. newere, mndl. neuwaer, maer, nndl. maar, ags. ne weᷣνεre, ndre, eig.«es wäre nichty im Sinne von«wenn es nicht wäre, es wäre denn»; dafür mhd. auch encre, ez enzwœre, u. mit Wegfall der Ne- gation ez waœre,(mit danne) ezn wœr dan, spätmhd. ez ér denn(Liedersaal 2, 531, 981). In der Verbindung nicht nur.. sondern duch im 16. Jh. bei Th. Platter 37 B. nit naur.. sunder ouch.— Als Zeitadv.: nur eben, eben erst, im 16. Jh.(1521 b. Diefenb.-Wülcker 785, sowie in Luthers Tischreden 2, 81 hgb. v. Stangwald).
nuseln(mit à), v., s. Nüster.
1Nuß, f.(Pl. Nüsse): Schlag, Stoß, bes. an den Kopf. Im 16. Jh. bei H. Sachs 5, 64, 29; auch F. 1680 in Jucundissimi Lebensbeschrei- bung 83 eine Kopfnüsse(s. Kopfnuß). Dem Sprachgefühl nach eine Anwendung von Nuß der Frucht(s. 2Nuß), zumal wenn man Dachtel (8. d.) u. nussen«Nüsse vom Baume schlagen, dann prügeln, abprügeln» in Betracht zieht; wahrscheinlich aber urspr. gleichen Stammes wie ags. hnéotea«schlagen, stoßens, ahd. Part. vernozzen«zerstoßen, zerknirscht.
²Nuß, f.(Pl. Nüsse): die hartschalige Frucht des Haselstrauchs u. des Walnußbaums. Mhd.
nuz f.(Pl. nüzze), ahd.(h)nuz f.(Pl.-i); dazu Mitte des 13. Jh. nuon, im 14. Jh. nän(das
mnd. nof e), nd. nat, mndl. not, ndl. noot, neut, ags. mnatu f., engl. nut, anord. hnot, schwed. nõt f., dün. nôd. Als germ. Wort urspr. von der Frucht der Hasel, urverw. mit air. cna Nuß; lat. auxæ(Gen.-cis) f.«Nuß aus*dnux könnte aus*Knad umgestellt sein. Vgl. Walde. RA. In die Nüsse gehen: in den Wald gehen, um Haselnüsse zu sammeln, dabei sich ver- irren u. verloren gehen, dann überhaupt ver- loren gehen, 1670 bei Diefenb.-Wülker 785. In einer N.: in möglichst wenig Worte zu⸗ sammengedrängt, in nuce, 1717 bei Günther 646 Homerus, in eine Nuß verkcrochen. ZUS. Nußbaum, m., mhd. nugboum, ahd.(h)na- boum m.; davon nußbäumen, adj., ahd. nu- baumin. nußbraun, adj., bei Lessing 6, 79. Nußbrecher, m.: Nußknacker, 1691.b. Stieler, dafür mhd. nuzbreche, ahd. nuzbrecha f. Nuß- häher, m.: eine Häherart, die gern Hasel- nüsse frißt, 1557 bei Heußlin Vogelbuch 1823. Nußkern, m., mhd. näüzzelcern, ahd. nukerno m. Nufßknacker, m., 1777 bei Adelung. Nußläufel, f.: die grüne Nußschale, 1546 bei Bock Kräuterbuch 2, 59 b Nußleuffel. Nuß- schale, f., mhd. nuzschal f.
Nüster, f.(Pl.-n): Nasenloch. Bei Wie- land 14, 24 von 1764; dafür 1764 bei Winckel- mann Gesch. d. Kunst 349 u. 393 der Pl. Näüsse «Nüstern». Aus dem Nd.(mnd. nuster f., Pl. masteren, nosteren, in ndl. Ma. noster, nõster m.), wohl zu obd. u. md.-nd. nuseln, nüseln cleise u. undeutlich reden»(1561 bei Maaler nüusselen) u.«schnüffelnd wühlen»(schon bei Keisers- berg nüsseln, nisseln), bayr. nusten, nüsten «wühleny, obd. nastern, nüstern«herumschnüf- feln(schon 1530 im Fortunatus H 4 nastern); dazu viell. russ. njuchat«riechen, schnupfen⸗ u. auch«niesen⸗. Vgl. Idg. Forsch. 10, 153. Dagegen engl. nostrils«Nüstern» entstammt der ags. Zss. nœspyrel, nospyrel, nosterl n.


