Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
315-316
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315 Notar

Nuance 316

Notär, m.(-s, Pl.-e): Rechtsanwalt der durch landesherrliche Genehmigung berechtigt ist, gewisse Rechtshandlungen in Gegenwart von Zeugen zu vollziehen u. darüber eine rechtsgültige Urkunde aufzunehmen. Im 15. Jh. notari(Steinhövel Dekameron 19, 7 K.), mhd. noder, notarie, ahd. notari m., aus lat. notãr ius m. Geschwindschreiber, Schreiber, im Mlat. «durch kaiserliche Gewalt bestellter öffent- licher Schreiber», dem subst. M. des lat. Adj. notãrius«zum Geschwindschreiben gehörigy, von lat. nota f.(s. Note). Notariãt, n.(Jels, Pl.-e): das Amt eines Notars, 1571 bei Rot, aus glbd. mlat. notãridãtus m.

Notbehelf, Notdurft usw., s. Not.

Note, f.(Pl.-n): Merk-, Erinnerungs- zeichen(1571 b. Rot); schriftliche Bemerkung, Anmerkung, bes. eine erklärende(1664 bei Duez 1, 666 b); ein eine Eröffnung, Mitteilung u. dgl. enthaltendes gesandtschaftl. Schreiben (nach glbd. frz. note f.); ein eine Verschreibung enthaltender Schein(in Banknote); kurze Warenrechnung(nach glbd. ital. nota f.); sing- od. spielbares Tonzeichen(mhd. note f.«Ton- zeichen, Ton, gespielte Melodie⸗, ahd. nota f. «Neume, die im 13. Jh. durch die viereckige Note verdrängt wurde»). Auch mudl. note f. «Merkzeichen, Anmerkung, Musiknotey. Aus lat. nota f.«Kennzeichen, Zeichen, Merkmal, Buchstabenzeichen, Zeichen-, Geheimschrift, ein statt der Buchstaben u. Wörter gebrauchtes Schnellschriftzeichen»(daher notãrius m. Ge- schwindschreiber», s. Notar),«die erklärende Anmerkung, Aufzeichnung zur Erinnerung über jemandes Leben u. Betragen», im Mlat. «Tonzeichen zu Gesang». RA. Wie nach Noten, nach Noten: wie im Takt, schnell u. pünkt- lich, gehörig, im 18. Jh.

Noterbe, Notfeuer usw., s. Not.

notieren, v.: anmerken, aufzeichnen. 1418 md. nofiren, aus glbd. lat. notãre, von nota f. (s. Note).

Notifikation, f.: Bekanntmachung usw., aus mlat. notiftcãtio f. notiflzieren, v.: be- kannt machen, kundtun, eröffnen, melden. Im Notariatb. Frankf. 1535, aus glbd. lat. noti- ficãre, von lat. nõtus«bekannt» u. ficãre zu facere machen).

nötig, nötigen usw., s. Not.

Notiz, f.(Pl.-en): Kenntnis, Nachricht; Bemerkung. 1694 b. Nehring, aus lat. notitia f. Bekanntsein, Kenntnis, Nachricht, das schrift- liche Verzeichnis», von lat. nõtus«bekannt», dem Part. Perf. Pass. von nôscere ckennen».

ZUS. Notizbuch, n., im 19. Jh., dafür 1727 bei Aler Notirbasch.

notõrisch, adj.: offenkundig, allbekannt, landkundig. Beleg aus Schlesien vom J. 1618 im AfdA. 4, 177, von lat. noötôrius«anzeigend, kundmachend).

Notpfennig, Notzucht usw., s. Not.

Novélle, f.(Pl.-n): kleinre romanhafte poetische Erzählung. Im 18. Jh.(1767 bei Lessing 7, 242 u. 1772 bei Wieland Don Silvio 1, 22 nebst Anm., aber in frz. Form schon 1759 bei Lessing 6, 158 Nouvellenschreiberin), aus glbd. ital. novella, frz. nouvelle f., urspr. F. des lat. Adj. uovellus«neu», des Dim. von lat. novus neu». Im 17. Jh. sind Novellen «Neuigkeiten»(1663 b. Schupp 380), im 16. Jh. Novella«neue Erzühlung»(Gengenbach 262. 658). In der Rechtssprache bed. N. Er. gänzungs-, Nachtragsgesetz», nach lat. novellae Pl. Teil des röm. Rechts, der erst nach dem Kodex herausgegeben wurde».

Novémber, m.(-s, Pl. wie Sg.): der elfte Monat im Jahre. Schon mhd. november, got. naũbaimbaar, entl. aus lat. November m., d. i. der neunte Monat vom März an nach dem ältesten römischen Kalender, von lat. nouem cneuny». Im Ahd. bei Karl d. Gr. herbist- münõth m.«Herbstmonatꝰ.

Novität, f.(Pl.-en): Neuheit. 1703 bei Wächtler. Aus glbd. lat. novitas(Gen.-tis) f.

Novize, m.(-n, Pl.-n) u. f.(Pl.-n): der oder die dem Klosterleben sich Widmende während der Probezeit. Mhd. im 14. Jh. novize m., aus lat. nouicius m.«Neuling», das F. aber aus späterm klosterlat. novicia f.«Neulingin», eig. M. u. F. des lat. Adj. nouicius«neuy, insbes. « jüngst erst in den Sklavenstand gekommen», von lat. nowus neu.

Nu, n.(ohne Biegung): der schnell hin- schwindende Augenblick. Schon im 13. u. 14. Jh. md.Q n. u. f., mhd. 1393 nfan n.(S. uum), im 16. u. 17. Jh. auch in einem Nai(1586 bei Mathes. Syrach 1, 55 4) nach Analogie von Hui.

nu: fragendes, aufforderndes, ausrufendes Adv.(bei Schiller Wallenst. Lager 6, Klinger Sturm u. Dr. 1, 2). Es ist die beibehaltne alte Form statt des heute gewöhnlichen nun (s. d.); mhd. éa wird bereits ganz in gleicher Weise gesetzt.

Nuänce(spr. näche), f.(Pl.-n): Abschat- tung, Abstufung, Abstich, zunächst in bezug auf den feinen Unterschied von Farbenschat- tierungen. Bei Lessing 6, 131. Aus glbd. frz. nuance f., von frz. nuer(mit Wolken) be-